Und mit Blick auf Neuansiedlungen und Investitionen gibt es abseits der noch geheimen Pläne auch in Wadersloh einige. Insbesondere wird sich im Bereich des Brandschutzunternehmens Gloria etwas tun. Dort war ursprünglich eine Erweiterungsfläche zur B 58 hin vorgesehen, für die das Unternehmen perspektivisch aber keine Verwendung hat. Die Folge: Nach einigen Verhandlungen will das international tätige Unternehmen Swiss Life Asset Managers dort auf einer Fläche von rund 45.000 Quadratmetern das Logistikzentrum „Rhine-Ruhr Northeast“ entwickeln – und setzt dabei nach eigenen Angaben vor allem auf die „gute trimodale Anbindung“ über die A 2, den Hafen Hamm sowie den Flughafen Paderborn-Lippstadt. „Über diese Standortentscheidung sind wir sehr glücklich“, sagt Thegelkamp angesichts des internationalen Partners.
Direkt nebenan liegt der Centraliapark, der sich zuletzt gut entwickelt hat, wie es in Wadersloh heißt. Auf der Fläche hat zuletzt Raiffeisen Vital ein Zentrallager errichtet, aus Schloß Holte-Stukenbrock zog es Bedtex-Matratzen in den Centraliapark, dazu viel Kfz-nahes Gewerbe. Die Nachfrage nach diesen Flächen – auch aus der Umgebung - nennt Thegelkamp ein „Statement für Wadersloh“. Im Herbst hat ein Unternehmer aus Wiedenbrück angekündigt, dort ein Sachverständigenbüro mit eigener Annahmehalle zu eröffnen. Folgerichtig werden die Flächen in dem Gebiet langsam knapp. In Wadersloh denkt man bereits über eine Erweiterung des Centraliaparks nach. Dafür müssten allerdings noch einige Hürden genommen werden, so Thegelkamp.
Auch auf dem Gelände des früheren Möbelherstellers Paschen an der Stromberger Straße tut sich etwas: Die Investoren Ludger Westkämper (Herzebrock-Clarholz), Thomas Schulte-Lindhorst und Ralf Schiwiaka (Rietberg) haben im Frühjahr ihre Pläne vorgestellt. Auf dem Gelände sollen in mehreren Bauabschnitten moderne Lager- und Logistikhallen entstehen. Das Areal im Norden von Wadersloh lag einige Jahre brach, die Bestandsgebäude wurden bereits abgerissen.
Für Wadersloh sei die Dynamik am Gewerbemarkt durchaus positiv, doch Thegelkamp will auch für die insgesamt 270 Unternehmen vor Ort – vom Einzelunternehmen bis zu großen Arbeitgebern wie Gloria – Chancen erhalten. „Wenn unsere Wirtschaft Erweiterungsflächen wünscht, versuchen wir, diese auch zur Verfügung zu stellen“, stellt Thegelkamp klar. In den Ortsteilen Liesborn und Diestedde sind noch einzelne Flächen frei. „Es ist aber nicht mehr viel“, bestätigt auch Wirtschaftsförderer Mathias Acar. Deshalb sei man im Hintergrund mit „Volldampf“ dabei, neue Flächen aufzutun. Nur verraten will man in Wadersloh vorerst nichts.
Carsten Schulte