Als einer der Hauptinitiatoren hat der Antriebstechnik-Hersteller AuCom das Projekt Gewerbeschau unterstützt – auch durch die Erfahrungen beim eigenen „Tag der offenen Tür“ zwei Jahre zuvor. Der sei so gut angekommen, dass die Idee entstand, so eine Veranstaltung auf breitere Füße zu stellen. Von Sendenhorst für Sendenhorst – das war einer der Grundgedanken. AuCom-Geschäftsführer Thomas Zirk-Gunnemann betont: „Gerade diese regionale Verbundenheit ist uns wichtig. Nachdem die Ausrichtung einer Gewerbeschau beschlossen wurde, haben wir von Anfang an den Gewerbeverein ins Boot geholt“, so Zirk-Gunnemann. „Am Ende war es ein richtiges Familienevent.“
Was Zirk-Gunnemann einen „starken Zusammenhalt“ nennt, lobt Wettengel als „Schulterschluss mit der Stadt“. Während die sich um die Rahmenbedingungen bemüht habe, sei die Schau selbst von den Unternehmen gestaltet worden. Eine Initiative wie von AuCom sei „Gold wert“ für den Standort, betont Wettengel. Viele Kommunen litten doch eher darunter, dass Unternehmen so ein Projekt nur zögerlich angingen. Das sei in Sendenhorst ganz anders gewesen.
Der Standort passte zudem. „Hier im Schörmel haben wir eine wunderbare Aktionsfläche“, betont Wettengel. Nicht dezentral, sondern alles auf überschaubarem Raum: Alles hänge eben zusammen.
Fokus auf die "hidden champions"
Um für die erste Gewerbeschau zu werben, legten sich alle Beteiligten ins Zeug. Mit Radiospots und Plakaten wurde die Veranstaltung bekanntgemacht, die Unternehmen selbst warben zudem über ihre eigenen Kanäle. Durchaus mit Hintergedanken, so Wettengel: „Es geht bei so einer Schau immer auch darum, potenzielle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erreichen.“ Es gebe dieses Phänomen, das selbst international tätige Unternehmen am eigenen Standort gar nicht so im Fokus stehen, weniger bekannt sind. Das ist oft das Problem der „hidden champions“: dass sie selbst als Arbeitgeber nur bedingt sichtbar sind. Ganz bewusst sei daher auch im benachbarten Oberzentrum Münster für die Gewerbeschau geworben worden. „Auch, weil wir signifikante Pendlerströme aus Münster sehen.“ Sendenhorst als attraktiver Ort zum Arbeiten hat selbst eine Sogwirkung über die eigenen Stadtgrenzen hinaus. Umso wichtiger, dass die lokalen Unternehmen einen bunten Branchenmix abbilden können, wie Wettengel betont.
Noch während abends die Livemusik verklang und alles zur Aftershow Party überging, war klar: Sendenhorsts erster Gewerbeschau soll eine zweite folgen. Ein Fünf-Jahres-Rhythmus soll künftig eingehalten werden – 2030 gibt es also ein Wiedersehen im Schörmel.
Carsten Schulte