Schöppingen

Schöppingen: Behutsam entwickeln

Schöppingen - Es ist ein wenig Fluch der guten Tat: Weil es der Gemeinde Schöppingen im Kern gut geht, die Ortsmitte kaum Leerstand zu beklagen hat, ging sie im Werben um Fördermittel und Zuschüsse für die Ortskernentwicklung in der Vergangenheit eher leer aus. Dennoch setzt Schöppingen verschiedene Projekte um – denn Ausruhen ist nicht angesagt.

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Wer von der Umgehungsstraße rechts die Hauptstraße in den Ort nimmt und sich entlang des alten Rathauses vorbei bewegt, wird es sehen: volle Schaufenster, keine Leerstände, ein gesunder Ortskern. Aktuell setzt das Hotel Tietmeyer direkt neben dem alten Rathaus einen ganz neuen Akzent: Das Gebäude eines ehemaligen Elektrogeschäfts baut Georg Tietmeyer vollständig um, er errichtet dort 17 Fremdenzimmer. Wenn alles glatt gehe, soll das neue Haus am Platz Mitte November eröffnet werden. Für Tietmeyer in gewisser Weise eine Flucht nach vorn: „Im Stammhaus gegenüber haben wir keine Erweiterungsmöglichkeiten mehr.“ Der Hotelier nennt die Investition zwingend. Vor allem Größe mache in der Branche einen Fortbestand möglich, sagt er und trägt damit zur vitalen Gemeinde selbst bei. Tietmeyer nimmt steigende Übernachtungszahlen in Schöppingen zur Kenntnis, an denen er mit Schulungsgästen, aber auch Monteuren aus der Windkraft-Technik, selbst einen gehörigen Anteil hat.  

„Bemerkenswert“, nennt Bürgermeister Franz-Josef Franzbach das Investment. Er sieht den Hotelbetrieb im Ortskern im größeren Kontext. „Wir haben ohnehin so gut wie keine Leerstände. Und wenn mal Räume frei werden, sind sie schnell vergeben. Das ist schon ein Zeichen“, wertet er. Er kann eine ganze Reihe von Projekten in Schöppingen nennen, in denen Bewegung ist. Der Schöppinger Unternehmer Henrik Hiller baute zuletzt an der Hauptstraße, nur ein paar Meter weiter, ein altes Restaurant zu einem modernen Wohn- und Geschäftshaus um, erst vor wenigen Jahren wurde ein Wasserspielplatz an der Feuerstiege eröffnet und kürzlich wurde nebenan eine WC-Anlage installiert. Zusammen mit der Kulturhalle und dem Künstlerdorf Schöppingen oder dem Vechtebad könne die Gemeinde nach Auffassung des Bürgermeisters durchaus punkten. „Das ist für eine kleine Kommune schon bemerkenswert.“  

Förderprojekt läuft

Stillstand gibt es nicht. Auch wenn die ganz großen Fördertöpfe wegen der angenehmen Lage der Gemeinde nicht angezapft werden können, so sind doch Verbesserungen im Detail möglich. Aktuell läuft ein Förderprojekt aus dem Programm „Zukunftsfähige Innenstädte und Ortszentren” vom Land NRW für eine generationengerechte Möblierung, wie Maria Fuchs vom Fördermittelmanagement der Gemeinde erklärt. Dahinter verbirgt sich die Anschaffung von speziellen Sitzmöglichkeiten, die Platz für Rollatoren bieten und die das Aufstehen erleichtern sollen. Dazu soll sich demnächst noch eine zweite Solarbank gesellen, die das Aufladen von elektronischen Geräten ermöglicht. Und auch für die jüngere Generation findet sich in diesem Programm etwas: Eine „wandelnde Linie“, wie Fuchs sie nennt, bildet eine geschwungene Sitzgelegenheit mit etwas mehr Dynamik. Kleinere Spielelemente stehen zudem schon seit einiger Zeit an markanten Stellen im Ortskern. „Jetzt setzen wir noch mobile Pflanzkübel an Hauptstraße und Amtsstraße ein“, so Fuchs. Bis 2027 ist Zeit, um diese Stadtmöblierung umzusetzen, doch gerade Grünpflanzen sollen noch bis Ende 2024 platziert werden. „Das sind alles eher kleinere Investitionen“, so Fuchs. „Wir wollen keine Steuergelder verschwenden, aber ein bisschen investieren wollen wir schon.“  

Die Liste solcher kleineren Projekte ließe sich fortsetzen, wie auch Franzbach betont. „Wir erhalten beispielsweise bis Ende des Jahres eine neue Minirampe für Skateboarder, die wir mit Geldern aus der Dorferneuerungsrichtlinie zahlen.“ Die alte, etwas marode Anlage am Künstlerdorf war schon vor einiger Zeit stillgelegt, jetzt soll es bald wieder los gehen.  

Carsten Schulte

Weitere Fotos

Das Hotel Tietmeyer erweitert seine Kapazitäten in Schöppingen mit der Einrichtung von 17 Fremdenzimmern. Foto: Anja Wittenberg

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