Rosendahl

Baugebiete | „Wir haben einen Nerv getroffen“

In Sachen Wohnraum geht die Gemeinde Rosendahl ihren eigenen Weg. Anstatt neue Baugebiete für dringend benötigten Wohnraum auszuweisen, richtet die Kommune den Blick eher auf vorhandene Grundstücke, die (noch) brach liegen. Rosendahl will sich so nachhaltig von innen heraus entwickeln. Mit einem neuen Dialogformat hat die Gemeinde Bewegung in das Thema gebracht.

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Im Frühjahr 2026 lud die Kommune zu einer Dialogveranstaltung rund ums Thema Wohnen ein. Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen – darunter Eigentümer unbebauter Grundstücke, Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter aus Politik, Immobilienwirtschaft und Banken. „Wir wollten alle Beteiligten an einen Tisch holen und gemeinsam über Lösungen für brach liegende Grundstücke sprechen“, erklärt Rosendahls Wirtschaftsförderer Henning Illerhues. „Die Resonanz hat gezeigt, dass wir mit dem Thema einen Nerv getroffen haben.“

Im Mittelpunkt stand die Frage, wie ungenutzte Potenziale im Ortskern aktiviert werden können. Rund 120 Grundstücke, die grundsätzlich bebaut werden könnten, wurden bei der Veranstaltung gezählt. „Das ist eine beeindruckende Zahl. Dahinter steckt noch viel Potenzial.

Bislang waren die Rückmeldungen auf Anschreiben an die Grundstücksbesitzer zur baulichen Nutzung aber oft eher zurückhaltend“, berichtet Illerhues. „Deshalb wollten wir den persönlichen Austausch suchen und zeigen, welche Möglichkeiten es für eine Entwicklung gibt.“

Dabei setzte die Gemeinde bewusst auf Aufklärung und Beratung. Experten informierten bei der Veranstaltung über Wohnraumförderung, planungsrechtliche Möglichkeiten und die Entwicklung von Grundstücken. Auch Fragen zu Bebauungsplänen oder zu Förderprogrammen wurden erläutert. „Es geht uns nicht darum, Eigentümer unter Druck zu setzen“, betont Illerhues. „Wir möchten aufzeigen, was auf den Grundstücken möglich ist und welche Unterstützung es dabei gibt.“ Die Gemeinde sieht sich dabei als Vermittler. Sie bringt Eigentümer mit Ansprechpartnern aus der Bauwirtschaft zusammen, informiert über Fördermöglichkeiten und unterstützt bei der Suche nach passenden Lösungen.

Nach der Veranstaltung gingen bereits erste konkrete Anfragen bei der Gemeinde ein. Zudem konnten Gespräche zwischen Eigentümern angestoßen werden, die zuvor keinen Kontakt miteinander hatten – obwohl ihre Grundstücke direkt nebeneinander liegen. „Genau solche Entwicklungen hatten wir uns erhofft“, sagt Illerhues. „Ziel ist es, Potenziale sichtbar zu machen und die Menschen zusammenzubringen.“

Langfristig soll so eine Sogwirkung entstehen: Eigentümer könnten ihre Grundstücke für sich selbst entwickeln, Wohnraum für die nächste Generation schaffen oder Mietwohnungen errichten. Auch öffentlich geförderter Wohnraum wäre auf diesem Weg denkbar, so Illerhues.

Neben dem zusätzlichen Wohnraum verfolgt die Gemeinde noch ein weiteres Ziel. Werden Baulücken geschlossen und Grundstücke entwickelt, stärkt das gleichzeitig die Ortskerne. „Jedes Grundstück, das sinnvoll genutzt wird, trägt zur Attraktivität unserer Gemeinde bei“, betont der Wirtschaftsförderer.

Erstellt von Anja Wittenberg
 

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