Preußen Münster

Gieseke Gruppe: „Wir können noch viel erreichen“

Rheine - Seit mehr als zehn Jahren ist das Logo der Gieseke Gruppe im Preußenstadion sichtbar. Aber dass der Schriftzug der Rheinenser mal vor einem Millionenpublikum live in der ARD zu sehen sein würde, das hatte Geschäftsführer Volker Böckmann sicher nicht geahnt, als er 2013 in einem Drittligaspiel erstmals im Preußenstadion saß. Aus überschaubaren Anfängen wuchs über die Jahre eine stabile Partnerschaft.

Die Gieseke Gruppe, hier mit den beiden Geschäftsführern Volker Böckmann (Zweiter von rechts) und Mark Gieseke (Zweiter von links), bleibt auch in der nächs­ten Saison Partner des SC Preuẞen. Foto: Gieseke

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„Wir sind damals mit einem ganz kleinen Paket gestartet“, erinnert sich Böckmann, selbst gebürtiger Münsteraner und Anhänger des Klubs von der Hammer Straße. Die Verbindung aus Sport und Netzwerk stand von Beginn an im Mittelpunkt, vor allem, seit Gieseke in Münster ein Büro eröffnete.

Auch während der Pandemie blieb das Gieseke-Team an Bord. Das Familienunternehmen, spezialisiert auf Industrie- und Verkehrsflächenbau, konnte Preußen Münster auch in Krisenzeiten unterstützen. „Da haben wir dem Klub die Treue gehalten, das verstehen wir unter Partnerschaft“, sagt Böckmann heute. Gieseke rückte sogar weiter auf: 2022 übernahm das Unternehmen das Sponsoring auf dem Rücken des Preußen-Trikots – eine Premiere für Klub und Unternehmen. „Das war die beste Entscheidung“, sagt Böckmann und muss lächeln. Denn mit Gieseke, Zufall oder nicht, kam der Erfolg: Aufstieg in die 3. Liga, Aufstieg in die 2. Bundesliga. „Wir haben in der Zeit Menschen im Preußen-Trikot zum Stadion laufen sehen – mit unserem Namen auf dem Rücken. Das waren Gänsehaut-Momente.“ 

Fluch des Erfolgs: In der 2. Bundesliga gibt es kein Rückensponsoring, dafür ergaben sich andere Möglichkeiten. Für das DFB- Pokalspiel der Preußen gegen den VfB Stuttgart machte Fiege im Sommer 2024 den Platz auf dem Trikot frei und überließ Gieseke den großen Auftritt im ARD-Livespiel. „Eine schöne Geste von Fiege, über die wir uns sehr gefreut haben“, so Böckmann. „Auch wenn es leider bei dem einen Spiel blieb.“ Münster verlor die Partie, aber das Engagement bereut Gieseke bis heute nicht. Denn das Feedback ist spürbar: „Wir haben viel mehr Aufmerksamkeit für unser Portfolio erhalten, sogar Bewerbungen durch unser Trikotsponsoring.“ 

„So bauen, dass wir wiederkommen dürfen"

Als die Stadt Münster 2023 die Ausschreibung für den Stadionumbau startete, habe man zumindest kurz mal gezuckt, gibt Böckmann zu. Doch man müsse auch Grenzen kennen. Die Stärken der Gieseke Gruppe liegen im Tiefbau und schlüsselfertigem Hochbau für Industrie und Logistik. „So bauen, dass wir wiederkommen dürfen“, das sei das Motto bei Gieseke. Ein bisschen wie ein Fünf-Sterne-Hotel wolle man sein, immer die Bedürfnisse des Kunden im Fokus haben. Ein verbindendes Element ist aber nicht nur der Sport. Wie der SC Preußen beim Stadionumbau auf Nachhaltigkeit setzt, sucht auch Gieseke nach Wegen, die CO2-kritische Branche klimafreundlicher aufzustellen. „Uns ist bewusst, dass wir als Bauunternehmen eine besondere Verantwortung haben“, sagt Böckmann. Einer der ersten Stellschrauben war die Analyse der konventionellen Bauweisen. In diesem Prozess entwickelte Gieseke einen CO2-Rechner, mit dem man Verkehrsflächen CO2-optimal herstellen kann. 
Zusammen mit Start-ups arbeitet Gieseke an neuen „Rezepten“ für Asphalt und Beton, mit dem die CO2-Bilanz bis hin zur Klimaneutralität optimiert werden kann. Erste konkrete Anwendung wird das Material in Duisburg auf einer Außenfläche eines Logistikgebäudes finden. 

„Es braucht Mut dafür, so etwas zu testen“, wünscht sich Böckmann jetzt von interessierten Kunden. „Es gibt viele Möglichkeiten, wir stehen noch am Anfang. Aber wir können noch viel erreichen.“ Und das führt Gieseke und den SC Preußen Münster dann wieder zusammen. 

Carsten Schulte
 

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