„Aurea“, das ist ein Wortspiel mit dem lateinischen Wortstamm für „golden“. In Verbindung mit dem blauen Kreuz, dem Markenlogo, soll der Name für Unternehmen den „perfekten Standort“ symbolisieren. Das klingt selbstbewusst, aber die bisherige Entwicklung sei auch so zu verstehen, wie Oeldes Wirtschaftsförderer Volker Combrink erklärt. „Die ersten beiden Bauabschnitte sind voll vermarktet, es gibt keine freien Flächen mehr.“ Zwar sei nicht jedes Grundstück schon bebaut, aber das liege unter anderem daran, dass sich Unternehmen Reserveflächen gesichert hätten. Dass die Flächen insgesamt so schnell vergeben waren, habe auch daran gelegen, dass konkrete Umsetzungspläne bereits vorlagen. „Die Vermarktung lief daher viel schneller als wir vorher kalkuliert hatten.“ Auch für künftige Käufer greife eine Bauverpflichtung: Spätestens drei Jahre nach dem Kauf muss gebaut werden, damit könne man spekulative Investitionen verhindern.
Mit den guten Erfahrungen im Rücken war es keine Überraschung mehr, dass im Spätsommer 2025 die nächste Erweiterung angestoßen wurde. Der Regionalplan zeige „recht großzügige Erweiterungsflächen“ auf, so Combrink. Was jetzt noch fehle, sei ein Bebauungsplan. Die Hoffnung ist, dass der planerische Prozess im Laufe des Jahres 2028 abgeschlossen werden könne. „Dann würden wir um 2028 mit der Vermarktung beginnen“, schaut Combrink voraus. Er selbst ist gemeinsam mit Sebastian Czoske auch Geschäftsführer der Aurea Das A2-Wirtschaftszentrum GmbH.
Auf der To-Do-Liste der Verantwortlichen stehen jetzt erst noch Grundstückskäufe an, parallel werde man Finanzierungsfragen und öffentlich-rechtliche Vereinbarungen angehen. Alles, damit möglichst wenig Zeit verschwendet wird.
Wo genau dann der erste Spatenstich für eine Erweiterung ansteht, ist im Frühjahr 2026 noch offen. „Wir sind sehr flexibel“, sagt Combrink. Sicher ist: Aurea wird entlang der Rhedaer Straße auf die andere Seite der A2 wachsen. Rund 100 Hektar Fläche stünde – abhängig von den Grundstücksverfügbarkeiten – zur Verfügung. Vergeben werden diese Flächen dann vorzugsweise an Unternehmen, die nachhaltig aufgestellt seien und die auch Arbeitsplätze schafften, wie Combrink skizziert. „Idealerweise haben sie auch eine Verbundenheit zur Region.“ Auf spezielle Branchen ist Aurea nicht festgelegt.
Der Zeitplan, den die drei Kommunen für Aurea jetzt verfolgen, sei „ambitioniert“, wie Combrink zugibt. „Aber wir sehen hier einfach ein großes Wachstumspotenzial.“
Mit Blick auf die Pläne spielt Aurea sicher eine prominente Rolle. Doch Bewegung ist auch an anderen Stellen in Oelde. Nur ein bisschen weiter in Richtung Oelde, ebenfalls direkt an der A2, liegt nämlich ein weiteres Gewerbegebiet, das die Stadt Oelde selbst verantwortet. „Herausragendes“ Unternehmen sei dort der Maschinenbauer Hammelmann, wie Combrink erklärt. Überhaupt war in den vergangenen Jahren viel Bewegung an diesem Standort zwischen Sudbergweg und Von-Büren-Allee. Möllers Packaging Technology hat seinen Sitz von Beckum nach Oelde verlegt, der chinesische Spritzgusshersteller Yizumi hat dort einen Entwicklungsstandort eingerichtet, das Schweizer Unternehmen DT Swiss, ein Komponentenhersteller für Fahrräder, hat ebenfalls in Oelde investiert.
Im Januar 2026 begann auch Simplicity mit dem Ausbau seines Logistikzentrums. Drei Hallen mit insgesamt rund 8.000 Quadratmeter Fläche entstehen, dafür nimmt das Unternehmen hinter den Modemarken „Opus“ und „Someday“ einen zweistelligen Millionenbetrag in die Hand. Ab 2026 will zudem der Arzneimittel- und Verpackungshersteller Rottendorf Pharma an der A2 einen zweiten Standort neben Ennigerloh errichten.
Die vertretenen Branchen und Unternehmen ergeben mit dem Möbelhaus Zurbrüggen, dem Kaminofenhersteller Scantherm, einer Bowlinganlage und einem Fitnessstudio eine besondere Mischung, wie Combrink bewertet. „Da ist etwas Hochwertiges entstanden“, sagt er. Bewusst habe man hier auch auf die Gestaltung der Gebäude geachtet. Damit trage das Gewerbegebiet A2 durchaus ein anderes Gesicht als klassische Gewerbe- und Industriegebiete. „Unsere Visitenkarte“, so nennt es Combrink. Perspektivisch könnten hier noch neue Flächen entstehen. Im Regionalplan sind sie vorgemerkt, allerdings steht die Stadt hier noch ganz am Beginn der Überlegungen. Möglichen Hürden beim Grundstückserwerb könnte die Stadt mit Tauschflächen begegnen. „Wir sind dank unserer Bodenvorratspolitik noch einigermaßen handlungsfähig.“
Auch wenn sich entlang der A2 vieles konzentriere: Mischgebiete mit historischer Herkunft finden sich in Oelde auch andernorts. Im Bereich Am Landhagen liegt eines dieser klassischen Areale, das längst ausvermarktet und voll ist. „Neue Möglichkeiten ergeben sich hier in der Regel durch Nachfolgenutzungen“, wie Combrink sagt.
Das dreiköpfige Team aus der Wirtschaftsförderung der Stadt Oelde – neben Volker Combrink auch Leonard Gromes und Jessika Sprenkelder – hat allerdings nicht nur die großen Mieter im Auge. Für den klassischen Mittelstand oder die Handwerksbetriebe sollen auch Möglichkeiten geschaffen werden. „Im Ortsteil Stromberg haben wir für den Bereich Ludwig-Erhard-Allee noch Ideen“, so Combrink. Dort sollen bewusst kleinteiligere Flächen entstehen.
Erstellt von Carsten Schulte