Mit der Eröffnung der Axtbach-Arena endet im April eine mehrjährige Planungs- und Bauphase. Nach dem ersten Spatenstich Ende 2023 wird die Dreifachsporthalle künftig gleich mehrere Aufgaben erfüllen. Vor allem dient sie dem Schul- und Vereinssport, wie Stadtbaurat André Leson erklärt. „Sie wird aber auch für größere Kultur- und Sportveranstaltungen genutzt werden.“ Dafür stehen bis zu 1.200 Plätze, darunter 400 fest installierte Tribünensitze, zur Verfügung. Dank vorhandener Licht- und Tontechnik sowie WC-Anlagen und Cateringbereichen soll die neue Arena ein Ankerpunkt in Oelde werden. „Bisher gab es einen solchen Veranstaltungsort nicht – und er wurde auch oft schmerzlich vermisst“, wie Leson zugibt. Zuletzt bot die Aula des Thomas-Morus-Gymnasiums die einzige Möglichkeit, größere Veranstaltungen durchzuführen – bei deutlich weniger Plätzen.
Doch die Multifunktionshalle ist nur ein Teil mehrerer Infrastrukturprojekte in Oelde. Am Jahnstadion, nur ein paar Meter weiter, errichtet die Stadt neue Umkleiden und Toiletten für die dortigen Sportvereine. „Zwölf Umkleiden entstehen hier“, berichtet Leson. Die Größe sei auch angebracht, weil nicht nur mehrere Vereine, sondern auch der Schulsport das Areal nutzt. Rund 4,5 Millionen Euro kostet das Projekt – „unterstützt durch Fördermittel des Bundes“, wie Leson betont. Im Frühsommer soll alles fertig sein.
Nicht um Veranstaltungen, sondern um Wohnen geht es dagegen an zentraler Stelle in Oelde. Auf der Fläche der alten Overbergschule herrscht viel Bewegung. Das in weiten Teilen denkmalgeschützte Gebäudeensemble aus Schule, Turnhalle und alter Sanitäranlage wird vollständig neu gestaltet. Die alten Sanitäranlagen werden derzeit zu einem Mehrgenerationenhaus umgebaut. Die alte Feuerwache auf der Fläche wurde längst abgerissen, auch hier sind Wohnungen geplant. „Wir versuchen, den Bedarf nach stadtnahem Wohnen zu bedienen“, sagt Leson. Das alles dient übrigens auch dem übergeordneten Ziel, die Innenstadt mit Leben zu füllen.
Dabei spielt ebenfalls der Vier-Jahreszeiten-Park eine Rolle. Der kommunal betriebene Park war 2001 Heimat der Landesgartenschau in NRW und hat sich seitdem als Naherholungsgebiet etabliert. „Der Park ist ein Riesenpfund für Oelde“, so Leson. „Dort befindet sich das Freibad, aber der Park ist einfach ein Aushängeschild für die Stadt und zugleich Ort für verschiedene Konzerte oder Kulturveranstaltungen.“ Aus städteplanerischer Sicht sei nun noch der Plan, eine Art „grünes Band“ vom Park in Richtung Innenstadt zu ziehen. Auch hier geht es wieder darum, den Stadtraum als Ganzes aufzuwerten. Beispielhaft wird das aktuell außerdem an der Herrenstraße sichtbar. Die Arbeiten stehen vor dem Abschluss, künftig wird aus der Durchgangsstraße mit Autostellplätzen ein lebendiger Ort mit Wasserlauf, Bäumen, Bänken und „viel Platz für Menschen“, wie es die Stadt selbst schreibt.
Und um Menschen, hier vor allem jüngere Menschen, geht es im Südosten der Stadt. Dort entstand eine gewaltige Freizeitanlage mit einem sogenannten „Pump-Track“, einer künstlich angelegten Mountainbikestrecke, einer Parcours-Anlage sowie einer Streetballfläche. Leson: „Dieser Ort für Kinder und Jugendliche war uns wirklich wichtig und er wird auch stark genutzt.“
Mit Blick auf die vielen Projekte in der Innenstadt gibt es zumindest eine Idee, die Leson gerne irgendwann noch einmal angehen möchte: die Umgestaltung des Marktplatzes. Pläne dafür gab es schon, sie wurden allerdings im Jahr 2019 im Rahmen eines Bürgerentscheids mit knapper Mehrheit abgelehnt. Vielleicht bieten sich in einigen Jahren andere Möglichkeiten.
Erstellt von Carsten Schulte