Auf der rund 13.000 Quadratmeter großen Wiese neben der alten Ludgerus-Hauptschule – dem heutigen „Haus der Begegnung“ – am Ortseingang wächst ein neuer Versorgungsschwerpunkt für die Gemeinde heran. Herzstück des Projekts sind ein Edeka-Markt und eine Rossmann-Drogerie, deren Eröffnung für Frühjahr 2027 vorgesehen ist. „Der Rohbau steht bereits weitgehend, und man kann praktisch täglich Fortschritte auf der Baustelle erkennen“, freut sich Dr. Patrick Voßkamp, Bürgermeister der Gemeinde Heiden. Der Edeka-Markt wird künftig rund 1.600 Quadratmeter Verkaufsfläche umfassen, Rossmann etwa 900 Quadratmeter.
Der Bedarf nach diesem Angebot sei längst da, wie Voßkamp betont. „Rund 30 Prozent der Kaufkraft fließen derzeit in umliegende Kommunen ab. Dieses Potenzial möchten wir nach Heiden zurückholen.“ In den vergangenen Jahren liefen deshalb immer wieder Diskussionen, ob die vorhandenen Supermärkte in Heiden erweitert werden könnten oder ob im Ortskern ein weiterer Markt neben dem Rathaus entstehen könnte. Aber das war nicht machbar. In einem Wettbewerbsverfahren hat die Gemeinde dann schließlich die passende Lösung für die Fläche am „Haus der Begegnung“ ermittelt. Der Lebensmittel-Großhändler Stroetmann setzte sich gemeinsam mit einem Architektenkonsortium durch. „Wir wollten nicht nur Einzelhandel, sondern auch weitere Nutzungen auf der Fläche etablieren“, erläutert Voßkamp.
So entstehen über dem Edeka-Markt zwei Wohngruppen für ältere Menschen. Mieter ist der DRK Kreisverband Borken. Zudem wird die Bäckerei Jägers mit einem Café als Mieter integriert, um zusätzliche Aufenthaltsqualität zu schaffen. Im Bereich über dem Rossmann sind gewerbliche Nutzungen und Büroflächen vorgesehen.
Mit dem erweiterten Angebot – auch der bestehende Lidl in Heiden soll bald ausgebaut werden – soll die Nahversorgung in der Gemeinde gestärkt und die Attraktivität des Standorts nachhaltig erhöht werden. Das „Quartier an der Mühle“ ist dabei Teil einer größeren Entwicklungsstrategie. Im Rahmen der kommunalen Entwicklungsplanung will man in Heiden künftig auf drei Zentren setzen: den Erholungsbereich im Süden, die Ortsmitte und das neue Quartier im Norden. Gestalterisch sollen diese Bereiche stärker miteinander verbunden werden. Durch Entsiegelung und neue Aufenthaltsflächen sollen Quartier und Ortskern mehr zusammenwachsen (siehe auch Artikel Seite 26).
Erstellt von Anja Wittenberg