Heiden

Ortsentwicklung | Es geht Zug um Zug

Im Zentrum von Heiden tut sich aktuell und in den kommenden Jahren einiges. Bestehende Gebäude werden modernisiert oder zum Teil abgerissen, an anderer Stelle wird komplett neu gebaut. Plätze werden neu gestaltet. Das Ziel ist klar definiert: Es geht darum, den Ortskern barrierefrei zu machen, Bereiche miteinander zu verbinden und für mehr Aufenthaltsqualität zu sorgen. In den Umbau fließt Geld aus der Städtebauförderung nach Heiden: Insgesamt zwölf Millionen Euro werden in den nächsten acht Jahren verbaut.

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Die planerische Grundlage dafür ist das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK), das im vergangenen Jahr angepasst wurde, sodass weitere Immobilien im Ortskern einbezogen werden können. So zum Beispiel die ehemalige Gaststätte Ebbing-Busch, die die Gemeinde erworben hat. Das Gebäude wird nun abgerissen und das Areal neu entwickelt. „Uns war es ein großes Anliegen, hier selbst tätig zu werden. So können wir besser steuern, was auf dem Areal passiert“, erklärt Heidens Bürgermeister Dr. Patrick Voßkamp.

Rathausplatz Nord
Ein anderes Projekt im Rahmen der Ortskernmodernisierung ist die Umgestaltung des Rathausplatzes Nord. Die Bauarbeiten laufen bereits, im Sommer dieses Jahres soll der Platz fertig sein. Rund 2.000 Quadratmeter werden dabei komplett neugestaltet, ein Drittel davon wird als Grünfläche entsiegelt, elf neue Bäume werden gepflanzt. Neben Barrierefreiheit und mehr Aufenthaltsqualität rückt die Gemeinde damit vor allem die Sicherheit in den Fokus: „Jede entsiegelte Fläche hilft, um bei Starkregen den Ortskern vor Überschwemmung zu schützen. Außerdem wird die Kanalisation erneuert und das Regenwasser soll künftig über Rigolen versickern“, beschreibt Bauamtsleiter Ulrich Lohaus. Auf dem Rathausplatz Nord entstehen zudem 32 PKW-Stellplätze, eine E-Ladesäule für PKW sowie Fahrradabstellplätze. Die Kosten für diesen Bauabschnitt belaufen sich auf 800.000 Euro.

Rathausplatz West
Weniger Asphaltfläche, dafür mehr Grün – darum geht es auch beim Rathausplatz West, in Heiden liebevoll „Pfützenhausen“ genannt. Denn: Das Areal ist bei Regen schnell nass. Ein Fachbüro aus Bremen erstellt derzeit die Pläne, wie aus Pfützenhausen künftig eine attraktive Fläche werden kann. 

Sicher ist bereits: 500 der insgesamt 2.000 Quadratmeter großen Fläche werden entsiegelt. Zehn neue Bäume sollen gepflanzt und Sitzbänke aufgestellt werden. „Wir möchten den Platz als attraktiven Aufenthaltsbereich gestalten, weil er direkt am neuen Bürgersaal liegt. Der Saal soll künftig zum Rathausplatz West geöffnet werden können, sodass dieser als Terrasse genutzt werden kann, zum Beispiel für Veranstaltungen oder für die Pause der Verwaltungsmitarbeiter“, erklärt Lohaus. So sollen Rathausplatz und Rathausplatz West durch den Bürgersaal optisch miteinander verbunden werden. Die Baukosten betragen 700.000 Euro.

„Dritter Ort“
Die Fertigstellung ist für Ende 2027 oder Mitte 2028 geplant – in direkter Abhängigkeit von der Großbaustelle „Dritter Ort“. Dahinter stecken der Umbau und die energetische Sanierung des Rathauses im Erdgeschoss. Der alte Sitzungssaal wird abgerissen. Dafür entstehen ein neuer Bürgersaal sowie ein Bürgerbüro und ein Foyer. „Neben Ratssitzungen sollen dort künftig auch Trauungen und andere Veranstaltungen stattfinden“, erläutert Lohaus. Die Planungen dafür laufen zurzeit. Der Baubeginn ist für Anfang 2027 angesetzt, die Fertigstellung für Ende 2027. Die Kosten belaufen sich auf rund 3,5 Millionen Euro. Auch das zentrumsnahe Areal am „Haus der Begegnung“ (die ehemalige Hauptschule) soll neugestaltet werden. Auf dem 3.300 Quadratmeter großen Schulhof entsteht ein Aufenthaltsbereich, der dann als Bindeglied vom neuen Quartier an der Mühle (siehe Artikel Seite 29) in Richtung Ortskern dient. 1.000 Quadratmeter werden dazu entsiegelt, zehn neue Bäume gepflanzt und ein Spielbereich für Kinder mit Geräten sowie Sitzmöglichkeiten geschaffen. Die Planung ist bereits abgeschlossen, die Ausschreibungen werden vorbereitet. Der Baubeginn ist für September 2026 terminiert, die Fertigstellung für Sommer 2027. Die Kosten betragen rund 950.000 Euro. 

Als weitere Maßnahme aus dem ISEK steht die Verkehrsberuhigung der Velener Straße an. Im Bereich vom Rathaus bis zum neuen Quartier an der Mühle wird neues Pflaster verlegt und künftig Tempo 20 gelten. „Dadurch schaffen wir eine Sichtachse und eine fußläufige Verbindung zwischen Ortskern und dem neuen Quartier, wo sich Edeka und Rossmann ansiedeln werden“, begründet Lohaus die Maßnahme. 1,7 Millionen Euro sind dafür veranschlagt.

Marienschule
Ein weiteres Millionenprojekt im Ortskern betrifft die Bildung: Die Marienschule soll wegen des OGS-Rechtsanspruchs erweitert werden. Die Bauarbeiten an der Grundschule sollen noch in diesem Jahr starten, insgesamt werden dort 3,2 Millionen Euro verbaut. Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2027 angesetzt, die Fertigstellung für Anfang 2028. Es entstehen 750 Quadratmeter neue Nutzfläche sowie 200 Quadratmeter Reservefläche im Dachgeschoss für einen potenziellen weiteren Ausbau: Im Erdgeschoss wird eine 150 Quadratmeter große Mensa für den OGS-Betrieb gebaut. Sie soll aber auch multifunktional nutzbar sein, damit dort zum Beispiel Veranstaltungen stattfinden können. Im Kellergeschoss entstehen Werk- und Kunsträume, im ersten Obergeschoss zwei Klassenräume neben Nebenräumen für die OGS. Zudem werden die vorhandenen Gebäudeteile brandschutztechnisch ertüchtigt und ein Aufzug installiert. Im Heidener Ortskern geht es also Zug um Zug voran. „Wir wollen schließlich nicht das gesamte Zentrum mit Baustellen lahmlegen. Bei der Planung der einzelnen Maßnahmen ist Fingerspitzengefühl gefragt, auch weil es ortsprägende Investitionen sind“, betont Lohaus. Zusätzlich fließen weitere Fördergelder im Rahmen von LEADER in die Gemeinde. 

Heiden ist erstmals Teil der LEADER-Region Hohe Mark, zusammen mit sieben anderen Kommunen aus den Kreisen Coesfeld, Borken und Recklinghausen. Über das Programm wurden bereits einige Projekte in Heiden finanziert: Eine Begegnungsstätte beim Sportverein Viktoria Heiden, Schutzhütten und ein Niedrigseilgarten sind bereits fertig. Ein Spielplatz in der Blumensiedlung wird im Sommer errichtet. Zudem wird der Naturlehrpfad zum neuen Dschungel-Spielplatz weitergeführt.

Erstellt von Anja Wittenberg

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