Gronau

Innenstadtentwicklung: Zentrum im Wandel

Es ist ein echter Wandel, den die Gronauer Innenstadt in den vergangenen Monaten vollzogen hat und der noch nicht abgeschlossen ist. In den bisherigen „Problemzonen“ tut sich etwas, etwa auf dem Kurt-Schumacher-Platz mit der ehemaligen Hertie-Fläche, aber auch bei einigen Leerständen in der Fußgängerzone. Überall ist durch temporäre Nutzungen mehr Leben eingezogen. Auch für die kommenden Jahre stehen noch einige Projekte, die das Zentrum der Dinkelstadt attraktiver machen sollen, auf der Agenda.

Blick in die Innenstadt von Gronau. Foto: Stadtmarketing Gronau

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Sichtbares Zeichen für den Wandel in der Gronauer Innenstadt ist zum Beispiel das sanierte historische Industriegebäude „Weiße Dame“. Die ehemalige Baumwollspinnerei stand fast 30 Jahre leer und wurde dann von zwei Investoren komplett kernsaniert. Einen Großteil der rund 7.800 Quadratmeter großen und unter Denkmalschutz stehenden Fläche nutzt heute „lively“. Das Unternehmen betreibt dort seit Herbst des vergangenen Jahres einen Wohnkomplex für Senioren, die auch verschiedene Service- und Dienstleistungen in Anspruch nehmen können. Rund 120 Appartements zwischen 40 und 65 Quadratmetern sind in dem sanierten Gebäude entstanden. Zu dem Wohn-Projekt gehören außerdem Gemeinschaftsflächen, auf denen die Bewohnerinnen und Bewohner mit Familie und Freunden zusammenkommen können – zum Spiele- und Tanzabend, zum Kochen oder zum Entspannen. Unter dem Dach der „Weißen Dame“ kommen verschiedene Generationen zusammen, denn vor zwei Jahren hat dort auch die DRK-Kita „Märchenschloss“ mit angeschlossenem Familienzentrum eröffnet. Rund 110 Kinder werden dort in sechs Gruppen betreut. „Durch diese Mischung aus Jung und Alt ist das Gebäude wieder richtig lebendig geworden“, freut sich Bürgermeister Rainer Doetkotte. Auch ein Pflegedienst und eine Physiotherapie-Praxis haben in der „Weißen Dame“ eröffnet.  

Umgestaltung  Kurt-Schumacher-Platz und Hertie-Gelände

Ein weiteres Projekt, das die Innenstadt von Gronau prägt, ist die Umgestaltung des Kurt-Schumacher-Platzes und des direkt benachbarten Hertie-Geländes. Nach dem Rückzug der privaten Investoren für das ursprünglich dort geplante „Drio-Projekt“, wird die Stadt nun selbst aktiv und reaktiviert das 11.500 Quadratmeter große Areal in mehreren Schritten. Als Interimslösung wird die Hertie-Fläche zum Parken genutzt. „Der Parkplatz wird aufgrund der innenstadtnahen Lage sehr gut angenommen“, hat Doetkotte festgestellt. Was langfristig auf dem Gelände des ehemaligen Kaufhauses entstehen soll und wie das dann finanziert werden kann, diskutiert der Stadtrat zurzeit noch.  

Eine Übergangslösung gibt es aktuell auch für den Kurt-Schumacher-Platz: Dort wurde im Sommer des vergangenen Jahres mit Unterstützung von Gronauer Unternehmen ein Spiel-Areal eröffnet. „Das hat die Aufenthaltsqualität am ‚Kurti‘ deutlich erhöht“, betont Doetkotte. Perspektivisch sollen dort mehrere Gebäude entwickelt werden, in denen sowohl Gastronomie als auch Räumlichkeiten für die Stadtverwaltung Gronau entstehen. Außerdem soll es dort einen Indoor-Spielplatz geben. „Wir möchten damit einen Anreiz für Familien schaffen, am Kurt-Schumacher-Platz länger zu verweilen. Nach dem Shoppen oder Essen gehen können sich die Kinder zum Beispiel im Indoor-Spielplatz austoben“, erläutert Doetkotte.

Neues Hotel am rock’n’popmuseum

Schon ein paar Schritte weiter sind die Planungen für ein neues Hotel am rock’n’popmuseum in der Innenstadt. Rund 80 Zimmer sollen in direkter Nachbarschaft zu dem Museum entstehen. Die Baugenehmigung liegt dafür bereits vor. „Das wird ein touristisches Highlight für Gronau. Denn mit dem rock’n’popmuseum ist ein zentrales Ausflugsziel direkt um die Ecke. Das soll sich auch gestalterisch im Hotel bemerkbar machen. Es wird sicherlich ein Frequenzbringer für die Innenstadt“, ist Doetkotte überzeugt.  

Neues Leben in die Stadt hat bereits das „Förderprogramm zur Stärkung der Innenstädte und Zentren“ des Landes NRW gebracht. In der ersten Förderperiode zur Corona-Zeit hat die Stadt darüber 16 Leerstände in Gronau und Epe zu vergünstigten Mieten vermarktet. „Von diesen Geschäften sind heute immerhin noch 14 am Markt. Das zeigt, dass ein Standort in der Gronauer Innenstadt Potenzial hat“, so Doetkotte. Auch in der aktuellen Förderrunde hat die Stadt bereits ein Lokal neu vermieten können: an das Café 1836. „Das wird sehr gut angenommen“, freut sich der Bürgermeister. Mit dem Fördergeld hat die Stadt auch neue Sitzmöbel angeschafft, die zum Verweilen in der Fußgängerzone einladen sollen. 

Ein weiteres Bauprojekt in der Innenstadt ist der Neubau für das Historische Rathaus für 30 Millionen Euro, der bereits angelaufen ist. Das neue Gebäude soll rund um den historischen Rathausturm, der erhalten bleibt, entstehen. 2027 soll der Neubau fertiggestellt sein. Anschließend werden dann die Bahnhofstraße und der Kirchplatz saniert, so der Plan. Die Gronauer Innenstadt bleibt also im Wandel. 

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