Aktuell verfügt die Stadt Gronau noch über freie Gewerbeflächen im Gebiet „Östlich der Eßseite“. Das größte zusammenhängende Grundstück umfasst dort 20.000 Quadratmeter.
Eine Fläche an der Ochtruper Straße, zwischen dem Baumarkt Hellweg und dem Küchenhändler Stall gelegen, ist ebenfalls wieder zur Vermarktung freigeworden. Auf der 16.000 Quadratmeter großen Fläche soll sich Einzelhandel ansiedeln, der nicht zentrenrelevant ist, so der Wunsch von Katharina Vater, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung der Stadt Gronau. „Die Fläche liegt gut sichtbar am Ortseingang von Gronau an einer stark befahrenen Straße und wäre für solche Zwecke gut geeignet und erreichbar“, erläutert sie.
Ein Unternehmen, das im Gewerbegebiet „Östlich der Eßseite“ vor Kurzem neu gebaut hat, ist die Deutsche Post DHL. Dort ist an der Maybachstraße das neue, klimaneutrale Zustellzentrum entstanden, das zuvor in der Innenstadt an der Franz-Kerkhoff-Straße angesiedelt war. Mit 11.000 Quadratmeter ist es nun doppelt so groß wie zuvor. „Im Zentrum war es für die Logistik der Pakete und Briefe auf Dauer einfach zu beengt geworden. Der Umzug hat die Arbeitsabläufe für die 70 Mitarbeitenden deutlich verbessert“, erklärt Vater. Am neuen Zustellzentrum können die Mitarbeitenden nun ihre Ware überdacht und damit vor Witterung geschützt einladen und ihre elektrischen Lieferwagen mit Strom an einer der 52 Ladesäulen „tanken“. Die Energie dafür erzeugt das Unternehmen mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Neubaus.
Platz für Modehändler Bruno Kleine
Durch die Standortverlagerung der Deutschen Post sind in der Innenstadt am Berliner Platz wieder Kapazitäten frei geworden. Die nutzt bald der Modehändler Bruno Kleine, der dort sein neues 2.500 Qua-dratmeter großes Bekleidungskaufhaus errichten will. 2027 soll der Bau bezugsfertig sein, in dessen Obergeschoss Wohnungen geplant sind. „Für die Innenstadt ist das eine ganz wichtige Entwicklung und eine städtebauliche Aufwertung, weil so zentrumsnaher Wohnraum entsteht“, freut sich Wirtschaftsförderin Vater. Am bisherigen Standort von Bruno Kleine an der Neustraße ergeben sich wiederum neue Möglichkeiten für eine andere Nutzung. „Wir sind hier eng im Austausch mit dem Eigentümer“, verrät Vater und ergänzt: „Es ist ein gutes Zeichen für die Agilität unserer Wirtschaftsförderung, dass wir mit dieser Lösung für beide Gronauer Unternehmen eine neue Perspektive am Standort schaffen konnten. Nicht zuletzt ist es auch ein schönes Bekenntnis zu Gronau. Eine Win-win-Situation für alle – es passte alles zusammen.“
EEH erweitert sich
Darüber hinaus verzeichnet die Stadt Gronau auch kleinteilige Ansiedlungen im Bereich Handwerk und produzierendes Gewerbe. „Auch wenn die wirtschaftliche Lage angespannt bleibt, gibt es immer wieder Unternehmen, die mit Weitblick agieren und durch Investitionen frühzeitig die Weichen für weiteres Wachstum stellen”, erläutert die Wirtschaftsförderin. Dazu gehört zum Beispiel der Energietechnikanbieter EEH. Das Unternehmen will im Gewerbegebiet „Östlich der Eßseite” wachsen. Der Grundstückskauf ist dafür bereits beurkundet. „EEH wird sich auf einer Fläche von rund 2.500 Quadratmetern erweitern. Über dieses Wachstum freuen wir uns sehr. Es zeigt, dass der Standort Gronau auch für kleinere Unternehmen ein gutes Pflaster ist”, betont Vater.
Damit Unternehmen auch künftig in der Dinkelstadt eine Entwicklungsperspektive haben, arbeitet die Stadt zurzeit an der Vorbereitung weiterer Gewerbeflächen, dieses Mal mit dem Schwerpunkt auf Büroflächen für Dienstleister. Die könnten auf einem 30.000 Quadratmeter großen Areal in der Innenstadt zwischen Stein- und Zollstraße entstehen. „Spruchreif ist hier noch nichts, aber wir sind in aussichtsreichen Gesprächen“, gibt Wirtschaftsförderin Vater einen Einblick.