Westerman Multimodal Logistics errichtet zurzeit auf zwölf Hektar ein neues Logistikzentrum mit einer überdachten Lagerfläche von 55.000 Quadratmetern. Mindestens 20.000 Quadratmeter sind für die Lagerung und den Transport von Lithiumbatterien vorgesehen. Zusätzlich wird auf dem Gelände eine eigene Ladestation für Elektro-Lkw errichtet. Die ersten Betonpfeiler des Logistikzentrums stehen bereits, die Fertigstellung ist für November 2026 geplant.
Das Unternehmen habe im GVZ ideale Standortbindungen gefunden: Das Logistikzentrum bekommt Cross-Docking-Anlagen, einen eigenen Gleisanschluss und eine direkte Anbindung an das Euroterminal Coevorden. Das neue Logistikzentrum im GVZ Europark wird als neuer wichtiger Knotenpunkt vollständig in den sogenannten Green Wagon Corridor von Westerman integriert und mit Städten wie Malmö (Schweden), Verona (Italien) und Nieuwleusen (Niederlande) verbunden sein. Das Green Wagon Corridor-Konzept von Westerman kombiniert schienengebundene Lagerhaltung mit multimodalem Transport über Straße, Schiene und Wasser. Laut Unternehmensangaben können durch die Nutzung des Korridors die CO2-Emissionen im Vergleich zum reinen Straßentransport um bis zu 70 Prozent reduziert werden.
„Die Ansiedlung von Westerman ist in vielerlei Hinsicht ein bedeutendes Zeichen. Zum einen sind die Dimensionen, in denen das Unternehmen baut, wirklich beeindruckend. Zum anderen leistet Westerman mit dem eigenen Gleisanschluss und dem Zugang zum Kanal als Alternative zum Transport auf der Straße einen wichtigen Beitrag zur CO2-Einsparung. Hier wird Logistik nachhaltig gedacht“, betont Dieter Lindschulte, Wirtschaftsförderer der Samtgemeinde Emlichheim und Geschäftsführer des GVZ.
Südlich von der Westerman-Fläche verfügt die GVZ Europark GmbH über rund sieben Hektar für weitere Unternehmen oder für die nächste Erweiterung des Logistikers, die mit Gleis erschlossen werden können. Entwickelt werden zurzeit auch 20 Hektar südlich des Brookdieks im GVZ. „Ein Unternehmen hat dafür bereits konkretes Interesse angemeldet. Auch hier soll ein Gleisanschluss erfolgen“, gibt Lindschulte einen Ausblick. Die trimodale Anbindung sei für viele logistikaffine Unternehmen der ausschlaggebende Grund, sich in Emlichheim niederzulassen. „Seit 2011 haben wir als eine der wenigen Kommunen im Land offiziell den GVZ-Status. Auf dieses Alleinstellungsmerkmal sind wir besonders stolz“, betont Lindschulte.
Neben den 20 Hektar hat die GVZ Europark GmbH weitere 5,5 Hektar Richtung Süden ins Auge gefasst. Daran anschließend sollen durch weitere Bauabschnitte peu á peu rund 100 Hektar hinzukommen. Die Erschließung der Flächen könnte aus Sicht von Wirtschaftsförderer Lindschulte eigentlich viel schneller erfolgen. Aber: „Die Bauleitplanung und die teils langwierigen Prozesse für Genehmigung und Baureife sind ein Flaschenhals. Diese Vorgänge können wir nur bedingt beschleunigen“, räumt er ein.
Neben dem GVZ gibt es in Laar außerdem noch etwa 1,8 Hektar im Kleingewerbegebiet, die zur Vermarktung stehen. Der Name des Areals weist dabei schon auf die Zielgruppe hin: Dort sollen sich vor allem kleinteilige Handwerksbetriebe und Dienstleister ansiedeln.
Jede Mitgliedsgemeinde hat darüber hinaus eigene Gewerbegebiete. In Emlichheim ist „Nord 4“ bis auf 6.000 Quadratmeter fast ausverkauft. Unter anderem will dort ein Kunststoffhersteller einen Versandhandel für seine Produkte eröffnen und damit neue Wege in der Vermarktung an den Endkunden gehen. „Für das letzte Grundstück laufen schon die Gespräche“, wie Lindschulte mitteilt.
Genügend Platz gibt es in Emlichheim aber auch weiterhin. Denn aktuell werden gleich zwei Gewerbegebiete entwickelt: „Nord 5“ mit rund 7,5 Hektar und „Erweiterung östlich Neuerostraße“ mit 3,8 Hektar. Für „Nord 5“ gibt es bereits einen Interessenten, der die gesamte Fläche bespielen will. Ebenso für drei Hektar „Erweiterung östlich Neuerostraße“. Das Gebiet ist für die Wirtschaft noch aus einem anderen Grund spannend, wie Lindschulte erklärt: „Durch das Areal verläuft eine Erdgasleitung von Thyssengas, die zum Transport von Wasserstoff umgebaut wird. Wir sind bereits im Kontakt mit dem Versorgungsträger, da Emlichheim über einen Abzweig an die Gasleitung angeschlossen werden könnte und somit Zugang zu einer Wasserstoffleitung hätte.“
In Ringe soll das vorhandene Gewerbegebiet Industriestraße östlich der Kanalstraße erweitert werden. Wo aktuell noch Acker- und Wiesenfläche ist, sollen sich künftig Unternehmen ansiedeln können. „Wir müssen aber zunächst entsprechende Kompensationsflächen ausweisen, bevor wir dort ein Gewerbegebiet ausweisen können“, gibt Lindschulte einen Einblick. In Hoogestede sind zurzeit keine Flächen mehr frei.
Erstellt von Anja Wittenberg