Nach der Reaktivierung der Strecke Bad Bentheim-Nordhorn-Neuenhaus im Jahr 2019 steht nun die Verlängerung der Linie bis ins niederländische Coevorden an. Die Samtgemeinde Emlichheim bekommt drei Haltepunkte auf der Bahnstrecke: Hoogstede, Emlichheim und Laarwald. Für den Bau der Bahnhaltepunkte selbst ist die Bentheimer Eisenbahn, die die Strecke befahren wird, zuständig. Die Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde übernehmen indes die Gestaltung der umliegenden Areale, zum Beispiel die Bushaltestellen. In Emlichheim wird sogar der gesamte Bahnhofsvorplatz städtebaulich entwickelt. Neben einem überdachten Mittelbahnsteig entstehen dort Busbahnhof, Parkplätze und Fahrradständer (siehe Artikel Seite 23).
Die Anbindung an die Regionalbahn soll den Standort wirtschaftlich und mit Blick auf die Attraktivität als Wohn- und Tourismusstandort voranbringen. Zum einen ist es künftig bis in die Niederlande nicht weit, zum anderen können Zuggäste in Bad Bentheim auf weitere Verbindungen Richtung Hannover, Berlin und Hamburg umsteigen. „Das ist sowohl für die Mobilität der Pendler, die in unserer Samtgemeinde arbeiten, als auch für Touristen ein wichtiger Vorteil. Unser Standort bekommt dadurch einen ganz anderen Stellenwert“, freut sich Duling.
Einen weiteren Quantensprung in Sachen Mobilität könnte es für die Region durch die sogenannte „Niedersachsenlijn“ auf niederländischer Seite geben: eine Zugverbindung von Almelo über Coevorden und Emmen nach Groningen. Das rund 30 Kilometer lange Teilstück zwischen Emmen und Veendam fehlt noch. Innerhalb von zehn Jahren soll der Lückenschluss geschafft werden. Auf der Strecke sollen künftig sowohl Züge für den Personennahverkehr als auch für den Güterverkehr rollen. Von Emlichheim aus könnten Passagiere über Coevorden zusteigen. „Dadurch ergeben sich auch für unsere Samtgemeinde ganz neue Verbindungen in die Niederlande – insbesondere für unser Güterverkehrszentrum und die dort angeschlossenen Unternehmen, aber auch für Studierende der Universitätsstädte Groningen und Enschede“, betont Duling.
Erstellt von Anja Wittenberg