Dülmen

Gewerbeflächen: neuer Schub für den Standort

Die Stadt Dülmen schafft neue Gewerbeflächen im Dreierpack: Mit den neuen Gewerbegebieten Dülmen-Nord, Raiffeisenring in Buldern und Linnertstraße in Hausdülmen stehen Unternehmen wieder Flächen zur Ansiedlung oder Expansion zur Verfügung.

Bei der Eröffnung der neuen Produktionsstätte von NaBento, einer Tochterfirma von Huesker Synthetic, in Dülmen (von links): Heinz-Georg Richels (Technischer Leiter Huesker), Dr. Friedrich-Hans Grandin (CEO Huesker), Bürgermeister Carsten Hövekamp, Nico Seidel (Werksleiter NaBento) und Sven Schröer (CSO Huesker). Foto: Huesker Synthetic GmbH

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„Wir sind sehr froh, dass der Wirtschaftsstandort Dülmen neuen Schub erhält und wir damit sowohl den Unternehmen im Bestand als auch Firmen von außerhalb Optionen aufzeigen können. Das wird die Stadt insgesamt nach vorne bringen“, sind Alexander Aberle und Jürgen Schmude, Wirtschaftsförderer bei der Stadt Dülmen, überzeugt.  

16 Hektar für Gewerbe

Das größte Gewerbegebiet – Dülmen-Nord – umfasst 16 Hektar. Derzeit führt das Team der Wirtschaftsförderung Gespräche mit interessierten Unternehmen. Noch in diesem Jahr soll die Entscheidung fallen, wer sich ansiedeln kann. Ende 2026 könnten auf dem Areal dann die ersten Bagger rollen. Für die Vergabe der Grundstücke in Dülmen-Nord und den beiden anderen neuen Gewerbegebieten gibt es eine Richtschnur: „Wir haben die Anzahl der entstehenden Arbeitsplätze im Verhältnis zur Größe der Gewerbefläche, die Gewerbesteuereinnahmen, die Unternehmensentwicklung und wie die Unternehmen auch branchenabhängig zueinander passen, im Blick“, betont Aberle. In Dülmen-Nord soll sich vor allem großflächiges produzierendes und verarbeitendes Gewerbe ansiedeln.  

Erster Anrainer: Bausch+Ströbel

Einen ersten Anrainer gibt es schon vor der offiziellen Eröffnung des Gewerbegebiets: Das Maschinenbauunternehmen Bausch+Ströbel errichtet dort zurzeit eine 5.000 Quadratmeter große Produktionshalle mit einem rund 2.000 Quadratmeter großen, dreigeschossigen Bürogebäude. „Der frühzeitige Baustart ist möglich geworden, weil Bausch+Ströbel erste Erschließungsmaßnahmen in Eigenregie übernommen hat und das Grundstück günstig liegt, sodass dort schon die Bauarbeiten starten konnten“, informiert Schmude. Das Unternehmen mit Hauptsitz im baden-württembergischen Ilshofen will in Dülmen künftig Isolatoren für sensible pharmazeutische Produkte bauen. Dafür sollen perspektivisch rund 150 Arbeitsplätze entstehen.  

Die Fertigstellung des Gebäudes ist für Anfang 2026 vorgesehen. „Der Bau ist eine strategische Investition in die Zukunft. Mit dem Standort in Dülmen verfügen wir über optimale Voraussetzungen, unseren Wachstumskurs fortzusetzen“, erklärte Dr. Hagen Gehringer, Technikvorstand bei Bausch+Ströbel, anlässlich des kürzlich erfolgten Stützenfests. Das Unternehmen produziert im Münsterland übergangsweise in Rosendahl, wechselt jedoch nach Baufertigstellung komplett nach Dülmen. „Die Zusammenarbeit mit den Behörden im Vorfeld der Bauarbeiten lief von Anfang an reibungslos. Sie war und ist von großer Offenheit und konstruktivem Austausch geprägt“, lobte Gregor Balster, Standortleiter von Bausch+Ströbel, im Rahmen des Stützenfests die Unterstützung der Stadt Dülmen. Auf dem Grundstück in Dülmen-Nord hat Bausch+Ströbel außerdem Platz für künftige Erweiterungen.  

Neben Bausch+Ströbel steht bereits eine weitere Ansiedlung fest: Der italienische Teleskopladerhersteller Magni will seine Deutschland-Zentrale nach Dülmen-Nord verlegen. 

Auch in den beiden anderen neuen Gewerbegebieten in Dülmen wird sich bald etwas tun. Am Raiffeisenring in Buldern sind die ersten Grundstücke bereits reserviert. Die Vermarktung läuft noch, 2026 sollen die Bauarbeiten starten. Fünf Hek­tar stehen dort zur Verfügung. „Neben auswärtigen Betrieben haben auch einige Unternehmen aus dem Bestand Erweiterungsbedarf angemeldet“, erklärt Dülmens Wirtschaftsförderer Aberle. 

14 Hektar groß ist das dritte Gewerbegebiet Linnertstraße im Ortsteil Hausdülmen. Auch dort sollen sich kleinere und mittlere Betriebe ansiedeln. „Am Gausepatt um die Ecke haben sich bereits viele Handwerker niedergelassen, sodass weitere Betriebe aus dieser Branche hier sehr gut zueinanderpassen würden. Wir verfügen an der Linnertstraße jedoch auch über großfläche Industrieflächen, die sich besonders für die Produktion im Schichtbetrieb eignen“, so Aberle.  

Wie in den beiden anderen Gewerbegebieten läuft auch für die Linnertstraße zurzeit noch die Vermarktung. Die Nachfrage ist aber auch hier größer als das Angebot. „Die Interessentenliste ist lang. Dülmen ist durch den direkten Autobahnschluss an die A 43, den Lückenschluss der B67n Richtung Westmünsterland und die Lage im südlichen Münsterland sehr gefragt – bei Unternehmen sowie auch bei Fachkräften. Mit der Bahn oder dem Auto ist man schnell im Oberzentrum Münster und auch das Ruhrgebiet ist gut zu erreichen“, zählt Aberle die Standortvorteile auf. 

Huesker eröffnet Umbau für Tochterfirma NaBento

Aktuell abgeschlossen ist der Umbau der Huesker Gruppe an ihrem Standort im Dülmener Gewerbegebiet an der Münsterstraße. Das Unternehmen hat dort für seine Tochterfirma NaBento aus dem sächsischen Ellefeld Kapazitäten geschaffen. Rund 1,5 Millionen Euro flossen in die Sanierung und Instandsetzung eines bestehenden Hallengebäudes sowie in die Modernisierung des vorhandenen Maschinenparks. In der Produktionsstätte werden nun mineralische Dichtungsmatten hergestellt, die vor allem zur Abdichtung von Deponien, zur Sicherung belasteter Böden und im Wasserbau eingesetzt werden. Mit dem Umzug von NaBento von Sachsen ins Münsterland will Huesker die vorhandenen Ressourcen am Standort Dülmen besser nutzen und darüber hinaus eine engere Anbindung der Tochterfirma an die Produktentwicklung am Stammsitz in Gescher sicherstellen. Auch die Transportkosten könnten so gesenkt werden. 

Huesker-Geschäftsführer Dr. Friedrich-Hans Grandin dankte im Rahmen der Eröffnung im Mai vor allem den Beschäftigten sowie den anwesenden Vertretern der Stadt Dülmen. Für die Unternehmensgruppe sei der Neubau eine Investition in die Zukunft sowie ein klares Bekenntnis zum Standort und zur Region. Auch Dülmens Bürgermeister Carsten Hövekamp dankte Huesker für das kontinuierliche Engagement in der Region und hieß die neue, zum Teil extra von Ellefeld nach Dülmen mitgezogene Belegschaft willkommen. „Ich freue mich riesig, dass Sie in so kurzer Zeit gleich zwei tolle Projekte in Dülmen umgesetzt haben“, erklärte Hövekamp bei der Eröffnungsfeier. In unmittelbarer Nähe zum neuen NaBento-Standort betreibt das Unternehmen bereits zwei eigene Werke an der Münsterstraße und Im Brömken, die derzeit ebenfalls erweitert und modernisiert werden. 

Bleker bündelt Standorte in Dülmen

Standorte gebündelt hat auch die Bleker Gruppe in Dülmen: Die Citroën-Filiale des Autohauses an der Münsterstraße zieht zum Standort des Peugeot-Autohauses „Löwen Centrum“ an der Halterner Straße, der dafür ausgebaut wird. So soll ein neues Autohaus, das neben Citroën und Peugeot weitere Marken unter einem Dach vereint, entstehen. Am Standort an der Münsterstraße waren die Expansionsmöglichkeiten zuletzt ausgereizt, wie Bleker mitteilte. Die Eröffnung des erweiterten Autohauses an der Haltener Straße, das über einen mehr als 1.000 Quadratmeter großen Verkaufsraum sowie 20 neue Büroräume auf zwei Etagen verfügt, ist für September geplant. An der Halterner Straße gibt es dann auch eine eigene Waschanlage. 

70 Mitarbeitende arbeiten dort künftig gemeinsam. „In der Werkstatt werden die bisherigen sechs Werkstattplätze um 14 ergänzt, sodass zukünftig 20 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen und wir noch effektiver Reparaturen und Service-Leistungen durchführen können“, erklärte dazu der Filialleiter des bisherigen Standortes an der Münsterstraße, Sebastian Geldermann. Thomas Göckener, Filialleiter des Autohauses an der Haltener Straße, ergänzte: „Dies ermöglicht eine engere Zusammenarbeit zwischen den Abteilungen, optimiert Abläufe und stärkt den Austausch von Fachwissen. So können wir unsere Kunden noch effizienter betreuen und gleichzeitig das Teamgefühl weiter stärken. Das ist ein wichtiger Vorteil der Zusammenlegung, der uns in Zukunft an unserem Standort in Dülmen noch weiter voranbringen wird.“ 

Darüber freut sich auch Dülmens Wirtschaftsförderer Aberle: „Es ist schön, ein etabliertes Unternehmen wie die Bleker Gruppe am Standort halten und Wachstumschancen geben zu können.“  

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