Dülmen

AIG Architekten- und Ingenieurgemeinschaft: soziale Stadtentwicklung im Blick

Wohnprojekte mit sozialem Hintergrund entwickeln: Das ist das Ziel von Architekt Richard Dammann und seinem Team von der AIG Architekten- und Ingenieurgemeinschaft in Dülmen. Gemeinsam wollen sie mit der Entwicklung der „Haverlandhöhe“ und „Hinter der langen Nase“ Bewegung in den Standort Dülmen bringen und soziale Lebensräume gestalten.

 

Das Team der AIG Architekten- und Ingenieurgemeinschaft. Foto: Johanna Schindler

Die AIG wurde 1991 von Franz Dreier und Hans Streitenberger gegründet und beschäftigt heute 14 Mitarbeitende, darunter drei Architekten und drei Bauingenieure. Neben privaten Bauherren zählen auch institutionelle und soziale Träger wie die Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft des Kreises Coesfeld, der Caritasverband oder das Anna-Katharinenstift Karthaus regelmäßig zu den Auftraggebern.  

Ein Leuchtturmprojekt

Aber auch selbst tritt AIG als Entwickler auf den Markt, zum Beispiel bei dem Projekt „Haverlandhöhe“. „Das ist ein echtes Leuchtturmprojekt“, betont Richard Dammann. Auf dem Gelände des ehemaligen Malergeschäfts Lohmann ist auf 3.250 Quadratmetern neuer Lebensraum entstanden. Dam­mann hat nicht nur das Wohnhaus von 1966 erhalten und dort 2023 sein Architekturbüro eingerichtet. Auf dem Grundstück wurden auch eine Physiotherapiepraxis und fünf Wohnungen gebaut, vier davon für Klienten des Anna-Katharinenstifts, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung. 

Den größten Teil des Grundstücks entwickelte Architekt Dammann in Kooperation mit Investor Thomas Terhorst: 20 Eigentumswohnungen mit Tiefgarage und 33 Stellplätzen sowie ein Quartiersplatz für gemeinschaftliche Aktivitäten sind entstanden – alle bereits verkauft. „Es war etwas Besonderes, dem Bau quasi von innen beim Wachsen zuzusehen“, sagt Dammann mit Blick auf den Bürostandort mitten im Geschehen. Mit der Umsetzung wurden ausschließlich regionale Handwerksunternehmen beauftragt – das sei ein Grundprinzip der AIG, so Dammann. 

Ort der Begegnung

Ein weiteres Projekt realisiert Dammann an einer anderen Stelle in Dülmen: „hinter der langen Nase“ – benannt nach der geschwungenen Linienführung der dortigen Bahnunterführung an der Lüdinghauser Straße. Die Fläche lag bislang brach – nun soll sie Gestalt annehmen und ein Ort der Begegnung werden. Gemeinsam mit dem Anna-Katharinenstift Karthaus entwickelt Dam­mann dort ein Ensemble aus zwei Wohngemeinschaften für je acht Menschen mit Behinderung, sechs öffentlich geförderten Mietwohnungen, fünf frei finanzierten Wohnungen im Staffelgeschoss und einem begrünten Innenhof mit Spielplatz für das Quartier. „Wir wollen nicht einfach Wohnraum schaffen, sondern einen Ort, an dem Menschen mit und ohne Handicap selbstbestimmt leben und sich begegnen können“, erklärt Dammann. Der Baubeginn ist für dieses Jahr geplant, der Bezug des 1.400 Quadratmeter großen Ensembles soll 2027 erfolgen.  

Auch über die Architektur hinaus ist Richard Dammann in Dülmen engagiert. So ist er Vorstandsmitglied im Förderverein zur Umnutzung der St. Joseph-Kirche. Ziel sei es, dort einen Kulturort mit Bühne, Gastronomie und multifunktionaler Bestuhlung zu schaffen. „Dülmen fehlt ein zeitgemäßer Veranstaltungsort – die Kirche bietet enormes Potenzial für Theater, Musik und Stadtgesellschaft“, ist Dammann überzeugt. Die Initiative finde inzwischen Unterstützung aus Politik und Verwaltung.  

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