Dülmen

Fachkräftesicherung: Berufsorientierung per Bus

Per Bus geht es für Schülerinnen und Schüler normalerweise zur Schule oder nach Hause. In Dülmen geht es für sie damit aber auch zum potenziellen Ausbildungsplatz. Im Rahmen ihrer Initiative zur Fachkräftesicherung „Hey Dülmen“ organisiert die Stadt Dülmen jedes Jahr die „Hey Job Bustour“ zu verschiedenen Unternehmen vor Ort. Das Ziel: Schülerinnen und Schülern die Berufsorientierung erleichtern und gleichzeitig den Unternehmen einen besseren Zugang zu potenziellen Auszubildenden verschaffen. Im November geht das Projekt in die vierte Runde, die Vorbereitungen laufen bereits.

Bei der „Hey Job Bustour“ bekommen Schülerinnen und Schüler Einblicke in die Dülmener Unternehmen. Foto: Stadt Dülmen / Teamfoto Marquardt

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Die Initiative „Hey Dülmen“ wurde 2022 im Rahmen des Standortmarketings ins Leben gerufen, um dem Fachkräftemangel aktiv entgegenzuwirken. Ziel ist es, Fachkräfte und insbesondere Auszubildende zu gewinnen und langfristig in Dülmen zu halten. Auch der Münsterland e.V. startete in diesem Zusammenhang seinen Service „Onboarding Münsterland“, der die Fachkräfte in die gesamte Region bringen soll. „Da war es naheliegend, dass wir das Thema auf die Stadt Dülmen runterbrechen“, erläutert Sabine Pöhling aus dem Team der städtischen Wirtschaftsförderung. Seither informiert die Landingpage hey-duelmen.de kurz und knapp in Ergänzung zur städtischen Homepage über die wichtigsten Fakten und Vorteile des Standorts. „Dabei kommen viele Protagonisten aus Dülmen zu Wort, um die Infos authentischer zu vermitteln“, erläutert Pöhling. 

Drei Unternehmen am Vormittag besuchen

Die „Hey Job Bustour“ mit Unternehmensbesichtigungen ist ein Baustein von „Hey Dülmen“. Die erste Tour 2022 führte zu drei Maschinenbauunternehmen. „Diese Branche ist für unseren Standort sehr prägend und sucht hängeringend Nachwuchskräfte. Daher lag es für uns auf der Hand, hierauf einen Fokus zu legen“, blickt Pöhling zurück. In den Jahren danach sind weitere Branchen hinzugekommen, wie beispielsweise Handwerk und Pflege. Mittlerweile fahren fünf Bus jeweils drei Unternehmen aus einer Branche ab. Das Prinzip der Touren bleibt dabei gleich: Die Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 aus den weiterführenden Schulen können vormittags drei Unternehmen der gewählten Tour jeweils eine Stunde besichtigen. „Wir haben festgestellt, dass die Schülerinnen und Schüler sich bei diesem Konzept viel mehr einbringen und vor Ort Fragen stellen, als wenn ein Unternehmensvertreter in die Schulen kommt und einen Vortrag über die Ausbildungsmöglichkeiten hält“, erklärt Pöhling.  

Dass das Konzept aufgeht, zeigten die Ergebnisse der ersten Touren: „Die Anmeldelisten waren schnell voll – insbesondere der Bereich Pflege war zuletzt sehr gefragt. Wir haben im Rahmen der Tour die Christophorus-Klinik in Dülmen besucht. Das kam sehr gut an“, resümiert Pöhling. 160 Schülerinnen und Schüler sind im vergangenen Jahr in insgesamt fünf Bussen „on tour“ gegangen. „Die Resonanz war wirklich super und es ist eine gute Ergänzung zur jährlich stattfindenden Berufsmesse im Clemens-Brentano-Gymnasium. Die Einblicke, die die Jugendlichen während der Betriebsbesichtigung vor Ort bekommen, sind authentisch und nahbar. Viele von ihnen wissen gar nicht, welche spannenden Unternehmen es in Dülmen gibt“, betont Pöhling.  

Unternehmensführung mit Azubis

Auch auf Unternehmensseite sei das Interesse sehr groß. 2024 waren 14 Unternehmen dabei und auch dieses Jahr soll eine ähnliche Zahl erreicht werden. Die Unternehmensführung übernehmen oftmals die Auszubildenden. „Sie bewegen sich auf Augenhöhe mit den Schülerinnen und Schülern. Da ist die Hemmschwelle geringer, Fragen zu stellen“, weiß Pöhling aus Erfahrung. Zum Teil ergeben sich aus den Touren auch schon konkrete Vereinbarungen für Praktikums- oder Ausbildungsstellen.  

Ein weiteres Projekt im Rahmen von „Hey Dülmen“ ist das jährliche Willkommensevent für Fachkräfte in Dülmen, die erst vor zwei, drei Jahren in die Stadt gezogen sind. „Wir fahren zu den Wildpferden – dem Wahrzeichen der Stadt Dülmen – und picknicken zum Abschluss des Tages. Im Vordergrund steht der Austausch und neue Kontakte zu knüpfen“, erläutert Pöhling, die das Netzwerken gerade für Neuankömmlinge unterstreicht. „Sie können der beste Arbeitgeber sein – wenn sich die neuen Mitarbeitenden nicht auch privat in der neuen Stadt angekommen und wohlfühlen, dann werden sie wieder wegziehen.“ 

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