Ascheberg

Ortskernentwicklung: „Ein stimmiges Gesamtbild“

Die Liste mit den Aufgaben, die Kommunen im Sinne einer modernen Ortskerngestaltung berücksichtigen sollten, ist lang: Geschäfte, Gastronomie und Plätze barrierefrei für jeden erreichbar machen, Sitzgelegenheiten zum Verweilen anbieten, attraktive Angebote zum Shoppen, Essen oder für den täglichen Bedarf schaffen. Gleichzeitig gilt es, Nachhaltigkeit und Umweltschutz mitzudenken. Im Rahmen des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) hat sich die Gemeinde Ascheberg zu diesen Punkten Gedanken und auf den Weg gemacht, ihren Ortskern entsprechend umzugestalten.

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Hauptziel war es, die Ortsmitte barrierearm zu gestalten und insgesamt für mehr Aufenthaltsqualität zu sorgen. Auch Fußgänger und Radfahrer sollten mehr Platz bekommen. Für die Umgestaltung der einzelnen Straßenzüge hat die Gemeinde Fördergelder erhalten, unter anderem aus dem Bundes-Programm „Lebendige Zentren“. Rund 600.000 Euro flossen so in den Eschenplatz, der bereits ein neues Gesicht bekommen hat. Neben einem Supermarkt und einer Drogerie, die dort eröffnet und den Bereich belebt haben, hat die Kommune das Geld unter anderem in eine Brunnenanlage mit einem Wasserspiel, in Sitzgelegenheiten und Bepflanzung investiert. „Das Fontänenfeld lädt sowohl die Kleinsten zum Spielen als auch die Erwachsenen zum Verweilen ein. Mit dem Café Lüningmeyer gibt es dort außerdem ein gastronomisches Angebot und eine Terrasse mit Blick auf den Eschenplatz. Alles zusammen ergibt ein stimmiges Gesamtbild und eine gute Mischung aus Einzelhandel, Gastronomie und hoher Aufenthaltsqualität“, fasst Aschebergs Bürgermeister Thomas Stohldreier zusammen. Das Einzelhandelsangebot soll in den kommenden Wochen noch breiter werden: Die Kommune ist aktuell in  „intensiven“ Gesprächen mit einem Textilgeschäft. „Ein weiterer Kleidungsanbieter fehlt in Ascheberg bislang, sodass es unser großer Wunsch ist, ein Geschäft mit diesem Angebot hier zu etablieren. Das würde die Anziehungskraft des Ortskerns auch noch einmal stärken“, betont Stohldreier.

Zentrale Einkaufsstraßen werden umgestaltet

In den kommenden Wochen und Monaten erfolgt die Umgestaltung der beiden zentralen Einkaufsstraßen in Ascheberg, der Sand- und Himmelstraße. Die Bauarbeiten sollen dort noch in diesem Jahr starten. Geplant ist, dass vor den Geschäften Sitzgelegenheiten geschaffen und Bäume für besseres Klima angepflanzt werden. „Die Parkplätze werden dafür allerdings anders angeordnet und durch eine Fahrbahnverengung wird der Bereich für den motorisierten Verkehr unattraktiver, sodass alternative Fortbewegungsmittel wie das Rad mehr Platz bekommen“, räumt Stohldreier ein. Ein Punkt, der auch zu kontroversen Diskussionen zwischen den Anwohnerinnen und Anwohnern, den Ladenbesitzern und der Kommunalverwaltung geführt hatte. Aber: „Klar ist, dass bei einer Ortskerngestaltung auch immer Kompromisse gemacht werden müssen. Gute Erreichbarkeit und gleichzeitige Verkehrsberuhigung zugunsten einer entspannten, attraktiven Verweildauer lassen sich eben nicht ohne Einschränkungen umsetzen“, stellt der Bürgermeister klar. Mit der Fahrbahnverengung sei aber eine gute Lösung für alle gefunden worden. 

Auch den zentralen Katharinenplatz, den Kirchring und die Grünfläche Frenkstiege in Ascheberg will die Gemeinde anpacken – ebenfalls mit dem Ziel, durch Sitzgelegenheiten, Bepflanzung und barrierefreier Pflasterung mehr Aufenthaltsqualität zu schaffen. „Richtig abgeschlossen ist eine Ortskernentwicklung aber eigentlich nie. Man muss das Zentrum stets lebendig halten, sich immer wieder neue Attraktionen einfallen lassen. Insofern werden wir uns auf den schon umgesetzten und noch geplanten Projekten nicht ausruhen“, blickt Stohldreier voraus.

Pläne für Davensberg und Herbern

Und so macht sich die Gemeindeverwaltung auch Gedanken um ihre Ortsteile, wie beispielsweise Davensberg. Mit dem Naherholungs- und Naturschutzgebiet Davert mit Heckrindern sowie zahlreichen Rad- und Wanderwegen ist dieser Teil der Kommune vor allem touristisch geprägt. „Ein solches Erholungsgebiet direkt vor der eigenen Haustür zu haben, ist nicht selbstverständlich. Darauf wollen wir künftig noch stärker aufmerksam machen – für Gäste, aber auch alle Ascheberger“, erläutert der Bürgermeister. Auch in Herbern hat sich die Gemeinde für eine Umgestaltung auf den Weg gemacht: Dort fand bereits ein Workshop zur Attraktivierung des Ortsteils statt.

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