Im Rahmen der Vermittlungsoffensive haben die örtlichen Jobcenter in den 17 Städten und Gemeinden im Kreisgebiet sowie das Jobcenter des Kreises ihre Ressourcen gebündelt und verstärkt neue kreisweite Aktivitäten am Arbeitsmarkt initiiert. Über ihre bislang gemachten Erfahrungen sprachen nun Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster in seiner Funktion als Sozialdezernent, Karin Ostendorff, Leiterin des Fachbereichs Soziales und gleichzeitige Leiterin des „Jobcenters im Kreis Borken“, ihre Stellvertreterin Susanne Lökes und Christoph Skorzak, Teamleitung Eingliederung vom Jobcenter der Stadt Ahaus.
Fokusgruppe: Menschen mit Fluchthintergrund
Im Blickpunkt der Vermittlungsoffensive stehen insbesondere Menschen mit Fluchthintergrund, die bereits einen Integrationskurs besucht haben, deren Sprachkenntnisse aber vielleicht trotzdem noch nicht ausreichend sind, wie der Kreis Borken mitteilte. Sie werden daher mit entsprechenden Kursen fitgemacht und bilden eine sogenannte Fokusgruppe im Rahmen der Vermittlungsoffensive. Unternehmen und Betriebe können sich auch selbst an das Jobcenter wenden, wenn sie Personen mit nicht so vorteilhaften Startvoraussetzungen eine Beschäftigungschance geben möchten.
Der Status quo: Aktuell laufen 58 Integrationskurse im Kreisgebiet. Bislang haben 2024 rund 1.300 langzeitarbeitslose Personen einen Integrationskurs besucht oder nehmen zurzeit daran teil. Zudem besuchten etwa 200 Personen Angebote der berufsbezogenen Sprachförderung und rund 580 Personen nahmen Sprachkursangebote, zum Beispiel über die Volkshochschulen oder von anderen Anbieter, wahr.
Verschiedene Veranstaltungsformate
Darüber hinaus haben die Akteure Arbeitgeber intensiv angesprochen und ihren Fachkräftebedarf ermittelt. Gemeinsam haben sie verschiedene Veranstaltungsformate organisiert – zum Beispiel Betriebsbesichtigungen, Info-Tage, Arbeitgeber-Bus-Touren oder Praktika –, sodass sich Unternehmen und potenzielle Bewerberinnen und Bewerber unmittelbar persönlich kennenlernen konnten. Ziel sei es so, den Arbeits- und Fachkräftemangel in den Unternehmen abzumildern und gleichzeitig den Anstieg der Langzeitarbeitslosen abzufangen.
Vermittlungsquote über Landesdurchschnitt
Von den rund 11.900 erwerbsfähigen Leistungsberichtigten im Kreis Borken konnten so 1.490 Personen in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung übergehen. Das entspricht einer Integrationsquote von 12,4 Prozent. NRW-weit liegt die Quote bei 11,3 Prozent.
Von den rund 1.038 Personen, die in der Fokusgruppe besonders intensiv betreut werden, haben bereits 298 Personen einen Job gefunden. Das ergibt eine Integrationsquote von 29 Prozent. Die Ergebnisse zeigen aber auch: Der Anteil der Personen aus der Fokusgruppe, für die aktuell keine Integration möglich ist, lag durchschnittlich bei rund 35 Prozent. Grund seien dafür vor allem unzureichende Sprachkenntnisse, wie die Projektpartner erklärten. Ein weiteres Drittel der Personen innerhalb der Fokusgruppe befinde sich noch in der laufenden Betreuung.
Marketingkampagne „Einfach clever“
Die Vertreterinnen und Vertreter von Kreis und Jobcenter gaben auch einen Ausblick, wie die Offensive künftig fortgesetzt werden soll. Ein Baustein ist dabei die vom Kreis Borken in Zusammenarbeit mit der Kommunikationsagentur Team Meuter in Gescher kreierte neue Marketingkampagne „Einfach clever“. Ziel sei es, das Jobcenter bei Arbeitgebern noch bekannter zu machen und Arbeitgeber zur Kontaktaufnahme zu motivieren – zum Beispiel über Mailings, Social Media und Plakate.