Kreis Steinfurt

Größter Batteriepark in NRW steht in Metelen

Metelen - In Metelen ist seit wenigen Wochen der aktuell größte Batteriepark in NRW in Betrieb. Die 92,5-Megawatt-Anlage könnte 140.000 Haushalte für vier Stunden mit Strom versorgen. Am Donnerstag wurde die Anlage ganz offiziell präsentiert.

Von links Kämmerer Andreas Möllers, Bauamtsleiter Stefan Weßling und Bürgermeister Ralf Maletz, Stefan Sindelar (MEAG), Timo Roling, Klaus-Martin Lassner, Aditya Avinash-Desai und Arian Maloku (alle SMA Altenso). Foto: Schulte

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Von außen betrachtet wirkt die Anlage am Industrieweg in Metelen eher wie ein kleines Containerdorf. Auffällig sind die Zäune, die Kameras, die festen Tore. Und natürlich die Warnschilder. Hochspannung! Lebensgefahr! Die Sicherheitsvorkehrungen haben einen guten Grund: Hinter den Absperrungen liegt kritische Infrastruktur. Ein Batteriepark mit 92,5 Megawatt nämlich. Das ist Energie genug, um rund 140.000 Haushalte für vier Stunden mit Strom zu versorgen.  

Errichtet wurde der Batteriepark von SMA Altenso. Seit März 2026 ist er in Betrieb, Ende Mai wurde er nach knapp anderthalb Jahren Bauzeit ganz offiziell präsentiert. Metelens Bürgermeister Ralf Maletz, erst seit Ende 2025 im Amt, hat den Batteriepark fertig „übernommen“, nahm die Investition im „hohen zweistelligen Millionenbereich“ natürlich gerne zur Kenntnis. „Die Energiewende muss immer vor Ort umgesetzt werden“, so Maletz. „Für uns ist das also ein ganz wichtiges Projekt. Wir wollen hier in Metelen auch als Teil dieser Energiewende wahrgenommen werden.“  

Nun: Diese Wahrnehmung dürfte gegeben sein. Der Batteriepark im Industriegebiet im Nordosten von Metelen ist bei Inbetriebname der größte im Bundesland, das sorgt für Aufmerksamkeit. Was hier geschieht, ist im Kern simpel: Der aus Wind und Solar produzierte Strom wird in Metelen zwischengespeichert, wenn er nicht sofort ins Stromnetz eingespeist werden kann. Die Anlage in Metelen gibt den Strom dann ab, wenn er benötigt wird, weil beispielsweise Windparks abgeregelt werden oder schlicht die Sonne nicht scheint. Die Batterie wird allerdings nicht nur für die Speicherung und Abgabe von Strom genutzt, sondern kann in Millisekunden auch kurzfristige Schwankungen in der Netzfrequenz ausgleichen und auf diese Weise zur Stabilität des Netzes beitragen. 

Die Anlage gehört dem Vermögensverwalter MEAG, gebaut hat sie die SMA Altenso GmbH, eine Tochtegesellschaft der SMA Solar Technology AG. Das sind Formalien, denn gesteuert wird der Batteriepark vom Münchner Vermarkter Entrix, der sich spezialisiert hat auf die vollautomatische Vermarktung von Energieanlagen. Ein Vorbild für weitere Investitionen? Sicher, warum nicht? MEAG-Vertreter Stefan Sindelar verwies auf andere Standorte: In Höxter steht nämlich das nächste Projekt bereits in den Startlöchern. 

Auf zehn bis 15 Jahre Betriebsdauer schätzen die Betreiber die neue Anlage in Metelen. So ganz genau lasse sich das heute noch nicht einschätzen. „Uns fehlen ja noch Erfahrungswerte“, so SMA Altenso-Projektmanager Klaus-Martin Lassner.  Wenn die Speichermodule das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben, können sie allerdings dank modularer Bauweise einfach ausgetauscht werden. Bis dahin könnten sie am Tag bis zu dreimal neu geladen werden – da kommen im Laufe der Betriebszeit schon viele Ladezyklen zustande.  

Vom etwa fußballfeldgroßen Batteriepark in Meteln wird der Strom übrigens über ein direkt benachbartes Umspannwerk an eine 110-kV-Stromleitung in Richtung Münster weitergegeben – und landet so im großen „Strompool“. Explizit wird die in Metelen gespeicherte Energie nicht zwingend vor Ort verbraucht. Es könne aber durchaus sein, dass auch in Metelen Elektrogeräte mit Strom aus dem Batteriepark laufen.  

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