Kreis Borken

Gigaset stellt Insolvenzantrag

Bocholt – Der Hersteller von Schnurlostelefonen, Tablets und Smartphones Gigaset aus Bocholt ist zahlungsunfähig. Der Vorstand des Unternehmens hat einen Antrag auf Eröffnung eines Regelinsolvenzverfahrens für die Gigaset AG sowie einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigenverwaltung für die Tochtergesellschaft Gigaset Communications GmbH beim zuständigen Amtsgericht Münster gestellt. Entwicklungsarbeit, Produktion und Vertrieb des Unternehmens sollen aber unverändert fortgeführt werden. Ziel sei „die nachhaltige Restrukturierung der wirtschaftlichen Basis des Telekommunikationsunternehmens“, wie Gigaset in einer Pressemeldung mitteilte. Das Unternehmen beschäftigt zurzeit 850 Mitarbeitende und ist in 50 Ländern aktiv.

Der Hersteller von Schnurlostelefonen, Tablets und Smartphones Gigaset aus Bocholt ist zahlungsunfähig. Foto: Gigaset

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„Dieser nun notwendige Schritt ermöglicht uns das Unternehmen von Grund auf neu zu strukturieren und auf eine solide wirtschaftliche Basis zu stellen“, erklärte Dr. Magnus Ekerot, CEO und Vorstandsvorsitzender bei Gigaset.

Der Hintergrund des Insolvenzantrags sei ein „unerwarteter und erheblicher Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr 2023 und somit eine deutlich unter den Planungen liegende Geschäftsentwicklung bei einer anhaltend und sich weiter zuspitzenden schwachen Nachfrage nach Gigaset-Produkten sowie eine allgemeinen Kauf- und Konsumzurückhaltung in Deutschland und Europa mit entsprechenden Auswirkungen auf die Unternehmensliquidität“, begründet Gigaset. Mit Kapitalgebern geführte Verhandlungen für neues Eigen- und Fremdkapital hätten sich bis zuletzt nicht ausreichend konkretisiert, um den notwendigen Finanzmittelzufluss zur Fortführung von Gigaset außerhalb eines Insolvenzverfahrens abzusichern, heißt es in der Pressemeldung weiter.

Ekerot erläutert: „Gigaset ist es während der letzten Jahre nicht gelungen, den Rückgang im Kerngeschäft mit DECT-Schnurlostelefonen durch die richtigen Weichenstellungen in den neuen Geschäftsbereichen zu kompensieren. Diese ungesunde und einseitige Geschäftsausrichtung und der nunmehr eingetretene unerwartete und erhebliche Umsatzrückgang im zweiten Halbjahr 2023 haben zur aktuellen Lage geführt.“ 

Die Geschäftsaktivitäten sollen unverändert fortgeführt werden, wobei im Rahmen des Restrukturierungsprozesses die Wirtschaftlichkeit jedes einzelnen Geschäftsbereichs intensiv geprüft werde. Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden werden bis Ende November 2023 durch die Bundesagentur für Arbeit im Rahmen des Insolvenzausfallgelds getragen.

Gemeinsam mit Ekerot soll der einzusetzende Sachwalter unter Einbindung des Gläubigerausschusses die weiteren Maßnahmen zur Fortführung des operativen Geschäftsbetriebs umsetzen. Der Fokus der nächsten Wochen liege auf der Umsetzung des Restrukturierungskonzeptes.

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