Bei der FiDA kommen jährlich rund 1.200 Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen und Berufskollegs in die Bürgerhalle und das daran angeschlossene Ausstellerzelt. Dort können sie sich an den Ständen der teilnehmenden Unternehmen über Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsbilder informieren. „Der Weg durch die Ausbildungsmesse ist nach dem Ikea-Prinzip aufgebaut: Der Kurs ist fest vorgegeben und führt an allen Ständen vorbei, sodass alle Unternehmen gleich gut wahrgenommen werden“, erklärt Kathrin Homölle, bei der Wirtschaftsförderung der Stadt Gronau für den Bereich Fachkräftesicherung zuständig, die den Arbeitskreis der FiDA koordiniert.
60 bis 70 Betriebe stellen sich vor
Rund 60 bis 70 Betriebe stellen sich jedes Jahr auf der Messe vor. Um den Jugendlichen auf Augenhöhe zu begegnen, bringen die meisten Unternehmen ihre eigenen Auszubildenden mit. Berufsinhalte und Ausbildungsabläufe vermitteln, Voraussetzungen für eine Bewerbung klären und auch ganz praktische Aufgaben lösen, die den Schülerinnen und Schülern den Beruf näherbringen sollen: Das alles steht am Messetag auf dem Plan. Ein Unternehmen aus dem Bereich Elektrotechnik hat mit den Jugendlichen im vergangenen Jahr zum Beispiel einen Schaltkreis für Lampen nachgebaut und bei einem IT-Unternehmen konnten die Besuchenden einen Rechner auseinanderbauen. „Das Konzept kommt sowohl bei den Jugendlichen als auch bei den Unternehmen sehr gut an. Einige Messebesuchende bringen sogar schon ihre Bewerbungsmappe mit, sodass sie sich vor Ort direkt schon um Praktikums- und Ausbildungsplätze kümmern können“, berichtet Homölle.
Zusätzliche FiDA Express im Frühjahr
Trotzdem gebe es immer wieder Unternehmen, die ihre Ausbildungsplätze nicht rechtzeitig besetzen können. Aber auch Schülerinnen und Schüler, die nach ihrem Abschluss im Sommer noch keine Perspektive haben. „Deshalb haben wir im vergangenen Jahr erstmals zusätzlich die FiDA Express im Frühjahr organisiert. Damit wollten wir den Betrieben und den Jugendlichen eine zweite Chance geben, zusammenzufinden“, erläutert Homölle. Für die Express-Messe stellt die Gesamtschule Gronau ihre Räumlichkeiten zur Verfügung. Das Konzept unterscheidet sich dabei grundlegend von der „normalen“ FiDA: kein langer Rundgang, sondern gezieltes Anlaufen von einzelnen Unternehmen, keine allgemeinen Infos zu Berufsbildern, sondern ganz konkrete Bewerbungsgespräche. „Das erfordert auf beiden Seiten natürlich eine gewisse Vorbereitung. Aber so kommen Bewerbende und Unternehmen möglichst schnell zum Ziel“, betont Homölle.
Schon etwas früher setzt die Nachwuchsförderung im neuen sogenannten außerschulischen Lernort – der Forschergalerie in Gronau-Epe – an. Im vergangenen Jahr hat die Einrichtung eröffnet. Auf 120 Quadratmetern können Kinder aus Kitas und Grundschulen in den Räumen der Bürgerstiftung nach dem Konzept des von der WFG für den Kreis Borken etablierten Forscherhauses experimentieren. So sollen sie die Welt von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik in Experimenten entdecken. Dafür werden die pädagogischen Fachkräfte zuvor in der Forschergalerie geschult.