Im Münsterland sind 2489 Prüferinnen und Prüfer in 199 IHK-Prüfungsausschüssen engagiert. „Es ist im ureigenen Interesse der Unternehmen, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die ehrenamtliche Prüfungstätigkeit freizustellen“, so IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer in einer Mitteilung. Das System der betrieblichen Ausbildung, „um das die deutsche Wirtschaft überall auf der Welt beneidet wird“, bezeichnete Hüffer als wichtigstes Instrument zur Fachkräftesicherung. „Aber es kann nur funktionieren, wenn alle ihren Beitrag leisten“, betonte der IHK-Präsident. Dazu gehöre neben der Ausbildung von jungen Menschen nun einmal auch die Bereitstellung von erfahrenen Fachkräften für die Prüfung.
„Die Unternehmen profitieren spürbar davon“, versicherte Hüffer, „da die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch die Prüfungstätigkeit ihr Wissen auf dem aktuellen Stand halten und wichtige Erfahrungen sammeln“. Zudem seien die Prüferinnen und Prüfer häufig für die Ausbildung im Unternehmen verantwortlich, sodass sie die Auszubildenden bestmöglich auf den Berufsabschluss vorbereiten könnten. Letztendlich sei die Freistellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen für die Prüfungstätigkeit auch ein guter Baustein zur Stärkung der Arbeitgebermarke, der in der Außendarstellung der Unternehmen noch zu wenig genutzt werde. „Die Freistellung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die ehrenamtliche Prüfungstätigkeit ist ein klares Signal an potenzielle Bewerberinnen und Bewerber, wie ernst das Unternehmen die betriebliche Aus- und Weiterbildung nimmt“, so Hüffer.
Volker Nicolai-Koß, DGB-Regionsgeschäftsführer Münsterland betonte die Bedeutung der Prüfertätigkeit für die Gesellschaft, aber auch für die persönliche Entwicklung: „Dass IHK-Prüfungen ein Gütesiegel für hervorragend ausgebildete Fachkräfte sind, auf das sich Arbeitgeber von Flensburg über Coesfeld bis Passau verlassen können, ist maßgeblich den Prüferinnen und Prüfern zu verdanken“, betonte Nicolai-Koß.
„Die Prüferinnen und Prüfer bilden mit ihrem Praxiswissen, ihren Fähigkeiten und Erfahrungen das Rückgrat des gesamten Prüfungswesens, profitieren aber auch persönlich davon", betont der DGB-Regionsgeschäftsführer. Die Prüfungstätigkeit ermögliche es ihnen, die fachlichen und sozialen Kompetenzen weiterzuentwickeln und die Bereitschaft zu signalisieren, mehr Verantwortung in der Gesellschaft wie auch im Betrieb zu übernehmen. Einen gesellschaftlichen Vorteil sieht er auch in der Zusammensetzung der Prüfungsausschüsse: „Weil hier Vertreterinnen und Vertreter von Arbeitnehmern und Arbeitgebern wie auch Lehrkräfte mitwirken, werden unterschiedliche Sichtweisen in die Prüfungen mit einbezogen.“
Zum Thema: IHK-Prüfungsausschüsse
Die 3.625 Prüferinnen und Prüfer, die Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region jährlich für mehr als 20.000 IHK-Prüfungen verantwortlich sind, sind vor allem Fach- und Führungskräfte aus den Unternehmen, aber auch Lehrerinnen und Lehrer von Berufskollegs. Die 326 Prüfungsausschüsse bestehen mindestens aus drei ordentlichen und drei stellvertretenden Mitgliedern. In jedem Ausschuss sind Arbeitgeber, Arbeitnehmer und Lehrkräfte paritätisch vertreten.
Zur Neuberufung in diesem Jahr werden Fachleute aus Unternehmen, die bereits an der Aus- und Fortbildung junger Menschen beteiligt sind und Interesse daran haben, auch im Prüfungswesen Qualität zu garantieren und den Nachwuchs zu fördern. Interessenten sollten über eine abgeschlossene Ausbildung/Studium sowie mehrjährige Berufspraxis verfügen. Eine Bewerbung ist online möglich.
Weitere Informationen und Online-Bewerbung:
www.ihk.de/nordwestfalen/pruefer