Für den besonderen Anlass hatte die Dinslakener Hellmich Gruppe extra einen sogenannten Zahnbalken übrig gelassen. Der wurde dann, nach dem offiziellen Anpfiff, an den Besuchern vorbei eingepasst. Eine Sache von Minuten - und auch ein Beleg dafür, mit welchem Tempo der Totalübernehmer das Projekt in Münster angeht.
Die Botschaft, die Hellmich-Boss Walter Hellmich am Freitag überrbachte, dürfte in Münster zumindest erfreut zur Kenntnis genommen worden sein. "Möglichst schnell", vielleicht sogar schon zur neuen Saison, wolle man dem SC Preußen Münster die Möglichkeit geben, die neue Westtribüne mindestens teilweise zu nutzen. Dafür drückt das Unternehmen nun ordentlich aufs Tempo: Nachdem die ersten Betonteile erst zum Wochenstart vom Betonwerk Rekers in Spelle nach Münster geliefert worden waren, ist schon viel von den künftigen Dimensionen zu erkennen.
Nicht nur deshalb gab es am Freitag viel Lob von allen Seite. Oberbürgermeister Markus Lewe erinnerte an den langen Prozess, dankte nicht nur dem Klub, sondern auch den politischen Parteien in Münster dafür, an einem Strang gezogen zu haben. "Hier passiert gerade etwas Großes", meinte er und verwies auf die Bedeutung des Fußballs für Stadt und auch die Region. Er freue sich über die breite Unterstützung in der Stadtbevölkerung, aber auch durch große regional verwurzelte Unternehmen wie LVM oder Fiege.
Ex-Präsident Christoph Strässer bekam eine Bühne - er war es. mit seinem Team, der ab 2016 die ersten Fühler ausstreckte und am Ende dazu beitrug, dass sicn Klub und Stadt auf einen Umbau an der Hammer Straße einigten. "Es wräre viel zu sagen" , meinte Strässer, hielt sich dann aber aus Zeitgründen zurück. Fast 100 Jahre alt sei das Stadion nun, seitdem sei vieles geschehen, alles sei auf den Kopf gestellt worden, nur hier im Stadion hätte sich wenig getan. Strässer erinnerte an eine jahrzehntelange Debatte.
"Wir haben ein Zeichen dafür gesetzt, dass man sich einigen kann und zu Ergebnissen kommen kann", so Strässer über den langwierigen, aber am Ende erfolgreichen Weg.
Viele hundert Betonfertigteile werden in den kommenden Wochen im Westen des Stadions verbaut - sie werden termingenau bei Rekers in Spelle hergestellt und dann nach Münster transportiert. Für Rekers kein Neuland: Das Unternehmen aus dem Emsland war schon bei den Stadionneubauten auf Schalke, in Aachen oder Mainz tätig.