Für das laufende Jahr werde im Vergleich zum Vorjahr weiterhin ein Umsatzanstieg von bis zu sieben Prozent erwartet, heißt es bei 2G Energy. Grundlage der Prognoseanpassung sind eine verlängerte Phase der Systemstabilisierung im laufenden Rollout des neuen ERP-Systems sowie ausbleibende Ausschreibungen für kurzfristige Lieferungen in den ukrainischen Markt in der zweiten Jahreshälfte 2025.
Die Umsatzprognose für das Geschäftsjahr wird auf 380 bis 400 Millionen Euro reduziert. Zuvor waren 430 bis 440 Millionen Euro erwartet worden.
Bislang ging der Vorstand davon aus, dass Großkunden – ähnlich zum Vorjahr – in der zweiten Jahreshälfte kurzfristige Bestellungen für Lieferungen in die Ukraine platzieren. Der ukrainische Markt habe sich im Spätsommer 2025 jedoch nicht wie erwartet belebt. Größere Ausschreibungen werden allerdings weiterhin erwartet, Umsätze daraus jedoch frühestens ab Mitte 2026.
Die Umstellung auf das neue ERP-System betrifft die deutschen Standorte und ist dort weitgehend abgeschlossen. Verbesserungen in den Prozessen können nun weiter umgesetzt werden. Im deutschen Servicebereich bestehen jedoch Verzögerungen bei der Einführung der neuen Materialdisposition und Einsatzplanung. Hierdurch kam es im dritten Quartal sowie im Oktober vorübergehend zu einem Rückgang im Liefer- und Leistungsvolumen gegenüber dem Vorjahr.
Für das Gesamtjahr wird trotz eines geringeren Umsatzwachstums weiterhin eine gute Auslastung der Produktion erwartet. Ein reduziertes Ergebnis vor Zinsen und Steuern mit einer Marge von sechs Komma fünf bis acht Prozent wird prognostiziert. Zuvor waren acht Komma fünf bis neun Komma fünf Prozent angekündigt worden.
Der Vorstand hält an der langfristig ausgerichteten Wachstumsstrategie fest. Dazu gehören strukturelle Anpassungen im Konzern, die Einführung des neuen Planungssystems, der Ausbau der Wärmepumpensparte, die Erweiterung von Montagekapazitäten sowie der Aufbau eines Bereichs für Energieversorgungslösungen von Rechenzentren. Ergänzend sind moderate Unternehmensakquisitionen im In- und Ausland geplant.
Entwicklung des Auftragseingangs
Außerhalb des ukrainischen Marktes erhöhte sich der Auftragseingang im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 30 Prozent. In Deutschland wurden insbesondere im Biogasbereich verstärkt Bestellungen platziert, nachdem ein Förderprogramm eingeführt wurde und die europäische Genehmigung hierzu im September erfolgte. Der Auftragseingang in Deutschland lag im dritten Quartal um 91 Prozent über dem Vorjahreswert. In Europa ohne Ukraine wurde ein Anstieg um 38 Prozent erzielt.
Im nordamerikanischen Markt ist weiterhin eine hohe Nachfrage erkennbar. Der Auftragseingang im dritten Quartal spiegele dies aber noch nicht vollständig wider, heißt es. Der Vorstand erwartet mittelfristig eine deutliche Umsatzsteigerung in dieser Region.
Die Aufteilung des Auftragseingangs außerhalb der Ukraine im dritten Quartal gestaltet sich wie folgt:
| Region | Anteil Q3 2025 | Anteil Q3 2024 |
|---|---|---|
| Deutschland | 70 Prozent | 48 Prozent |
| Europa ohne Ukraine | 14 Prozent | 13 Prozent |
| Nordamerika | 10 Prozent | 24 Prozent |
| Übrige Welt | 6 Prozent | 16 Prozent |
| Summe | 100 Prozent | 100 Prozent |
Aufträge aus der Ukraine sind in dieser Darstellung nicht berücksichtigt.
Ausblick
Für das Jahr 2026 hält der Vorstand an einer Umsatzprognose von 440 bis 490 Millionen Euro fest. Die EBIT-Marge bleibe mit neun bis elf Prozent ebenfalls unverändert. Beitrag hierzu sollen unter anderem erwartete Effekte aus dem deutschen Förderprogramm zur Biomasse, höhere Umsätze in der Wärmepumpensparte, die Markteinführung des Produkts Demand Response sowie ein steigender Serviceanteil leisten.
Für die Jahre ab 2027 wird davon ausgegangen, dass der Wachstumstrend fortgesetzt werden kann. Gründe hierfür sind unter anderem der Ausbau von Rechenzentren, die steigende Nachfrage nach eigenständigen Energieversorgungslösungen sowie der Bedarf an Gasmotor-basierten Stromerzeugern.
Die Bundesregierung habe zudem den Bau zusätzlicher Gaskraftwerke mit einer Leistung von mindestens 20 Gigawatt angekündigt. Zudem sehe das in Deutschland in Kraft getretene Förderprogramm zur Flexibilisierung der Biomasse vor, bis 2033 Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen mit einer Gesamtleistung von 2,8 Gigawatt zu errichten. Die installierte Leistung würde dadurch um 42 Prozent gegenüber derzeit 6,6 Gigawatt steigen. Die 2G Energy Aktiengesellschaft erwartet, in relevantem Umfang an diesem Ausbau beteiligt zu sein.