2019 ging das Rekener Unternehmen im Ortsteil Bahnhof Reken an den Start – entstanden aus einer eher zufälligen Gelegenheit. Im direkt benachbarten Unternehmen Metallbau Bruns wurden damals bereits besonders stabile Hochleistungs-Container produziert. Als das Angebot kam, das Produkt Hakenlift-Anhänger von einem anderen Unternehmen zu übernehmen, schlugen die Gesellschafter zu und gründete RSM, um diese Produkte gezielt herzustellen.
Gefertigt wurden bei RSM zunächst die beiden Eigenprodukte: neben den Hochleistungs-Containern für Anwendungsfelder wie Abbruch und Recycling sowie Land- und Lohnwirtschaft auch Hakenlift-Anhänger für Container mit Gesamtgewichten bis zu 34 Tonnen. Gerade das „Herzstück“ Hakenanlage baue RSM vollständig selbst und bediene mit „hohen Aufzugskräften und niedrigem Aufzugswinkel“ eine „starke Nachfrage“, wie Geschäftsführer Jan Bertling sagt. „Wir können mit Stolz behaupten, die stabilsten Hakenlifte zu bauen.“
Sowohl Container als auch Hakenlifte können von Kunden bei RSM in Standardausstattung oder mit Sonderausstattung geordert werden. Dabei diene die eigene Webseite als erster Anlaufpunkt für Kunden, die wiederum über Plattformen wie Instagram dorthin geführt werden. „Größere Messen wie die Agrar-technica in Hannover waren für den Start wirtschaftlich nicht attraktiv“, sagt Bertling. Social Media funktioniere auch in dieser Branche.
Und das Geschäft laufe, wie er sagt. „Von den Hakenliften wurden zum Start nur etwa fünf im Jahr gebaut. Mittlerweile liegen wir bei rund 60 im Jahr.“ Und auch das Geschäft mit dem Eigenprodukt UBOXX, einem mobilen Abrollcontainer, trage zum Umsatz bei. Rund 100 dieser „verschließfesten und nutzlastoptimierten“ Produkte würden jedes Jahr in Reken hergestellt.
Im Ortsteil Maria Veen wurde 2021 eine neue Halle mit rund 5.000 Quadratmetern Fläche gebaut. „Diese Größe brauchten wir damals eigentlich noch gar nicht“, erinnert sich Bertling, der RSM von Beginn an als Geschäftsführer begleitete. „Aber wir haben schon perspektivisch gedacht und wollten uns Platz für Wachstum sichern.“
Energiewende sorgt für erhöhten Bedarf an Kranen
Seit dem Umzug in die neuen Produktionshallen fertigt RSM neben den Eigenprodukten auch Kranausleger für namenhafte Autokranhersteller. Zuletzt hat das Unternehmen einen Großauftrag aus den USA erhalten. „Für diesen Kunden fertigen wir in diesem Jahr 100 Teleskop-Ausleger-Sätze“, berichtet Bertling. Die würden dann beim Kunden verwendet, um große Autokrane zu bauen. In Reken erfolgt der Metallbau, Oberflächenbearbeitung, Beschichtung und Lackierung. „Das ist für uns durchaus ein stabiler Markt, in dem wir künftig mit weiteren Aufträgen rechnen“, sagt Bertling. Denn die Energiewende sorge für einen erhöhten Bedarf an Kranen, die beispielsweise für den Bau von Windkraftanlagen benötigt würden. Bertling greift dafür auf ein Team von etwa 40 Mitarbeitern zurück, von denen einige aus Personalagenturen kommen. Der Fachkräftemangel sei auch in Reken spürbar, sagt Bertling. „Gerade Schweißer sind hier schwer zu finden, da helfen uns die Zeitarbeitsfirmen.“ Alle Mitarbeiter aus den Personalagenturen sollen in Zukunft fest bei RSM angestellt werden. Neben dem US-Kunden gebe es noch weitere große Kran-Hersteller, für die RSM die Ausleger herstelle. „Und wir sind in Gesprächen mit weiteren Kunden.“