„Die Reaktivierung der Bahnstrecke von Bad Bentheim über Nordhorn nach Neuenhaus hat ohne Zweifel dazu beigetragen, dass unsere Samtgemeinde insgesamt an Attraktivität gewonnen hat“, betont Michael Kramer, Erster Samtgemeinderat und stellvertretender Stadtdirektor. Aus diesem Grund sei es „sehr erfreulich“, dass nun der nächste Abschnitt bis in die Niederlande anstehe. Im Zuge dessen soll in Veldhausen ein Bahnhaltepunkt entstehen – mit Parkraum für Fahrräder und Pkw. „Der Regiopa soll auch dort stündlich halten. Wir rechnen damit, dass die Verbindung daher ebenfalls sehr gut angenommen wird“, blickt Kramer voraus.
Die Reaktivierung ist aus seiner Sicht auch ein gutes Beispiel für die grenzüberschreitende und regionale Zusammenarbeit. „Alle Beteiligten, die Gemeinden auf niederländischer und deutscher Seite, die Provinzies, der Landkreis Grafschaft Bentheim sowie die Bentheimer Eisenbahn als Verkehrsträger haben dabei an einem Strang gezogen“, betont Kramer. Gemeinsam könne so nicht nur die Mobilität in der Samtgemeinde verbessert werden, sondern auch der Klimaschutz.
Die Planungen für den Ausbau der Strecke sind bereits abgeschlossen, jetzt geht es in die Ausschreibung. Die Samtgemeinde ist dabei für die Aufbereitung des Areals jenseits des Bahnhaltepunkts zuständig, also für Wartehäuschen, Parkraum und die Zuwegung. Etwa 600.000 Euro nimmt die Kommune dafür in die Hand und kann dabei auch auf Fördergelder zurückgreifen. Ende 2026 soll der Regiopa dann durch Veldhausen rollen und innerhalb von 40 Minuten von Neuenhaus nach Coevorden fahren.
Kramer ist überzeugt, dass der weitere Bahnhaltpunkt in der Samtgemeinde und die Verbindung in die Niederlande auch touristisch einen Schub für Neuenhaus geben werden. „Die Bahn spielt eine immer größere Rolle bei der Routenplanung. Auch für Pendler ist das ein wichtiges Argument bei der Arbeitgeberwahl“, verdeutlicht er.
Um auch für den Radverkehr bessere Bedingungen zu schaffen, hat die Samtgemeinde unter Bürgerbeteiligung ein Radverkehrswegekonzept erarbeitet. „Ziel ist es, mehr Sicherheit für die Radler im Zentrum von Neuenhaus und Veldhausen zu schaffen“, informiert der Erste Samtgemeinderat. Die Maßnahmen sollen nun in die Umsetzung gehen. Dazu gehören in Neuenhaus eine klare Kennzeichnung der Radwege, breitere Fahrbahnen, sodass auch Lastenräder Platz haben, eine Begrenzung auf Tempo 30 sowie der Neubau von Fahrradabstellmöglichkeiten und Querungshilfen im Bereich der stark befahrenen Veldhausener Straße. „Dort sind täglich viele Schülerinnen und Schüler mit dem Rad unterwegs, weshalb wir für mehr Sicherheit sorgen wollen – insbesondere, weil Auto- und Radverkehr dort zusammengeführt werden“, begründet Kramer. Auch der Weg zwischen Neuenhaus und Veldhausen soll überarbeitet und damit sicherer gemacht werden. „Die Region ist mittlerweile Teil des niederländischen Knotenpunktsystems für Radtouristen, sodass es uns ein wichtiges Anliegen ist, diese Wege entsprechend vernünftig zu gestalten. Schließlich ist der Tourismus ein wichtiger Standortfaktor für die Samtgemeinde“, so Kramer. Er ergänzt: „Aber auch für die zahlreichen Pendlerinnen und Pendler ergeben sich durch die neuen Radwege und Verkehrsführungen bessere Bedingungen.”
Anja Wittenberg