„Die Aufträge, die wir bearbeiten, stammen zwar von vielen verschiedenen Kunden ganz unterschiedlicher Branchen, aber im Kern geht es immer um die gleiche Aufgabe: Wir erstellen aus Pappe eine Mustermappe oder einen Musterkoffer, in den der Kunde später Teppich, Laminat, Stoffe oder andere Produkte einheften und so seinen Kunden präsentieren kann“, erklärt Kirsten Zeitel, die das Familienunternehmen in der dritten Generation, nach Jürgen und Charlotte Eberhardt, leitet. Nuten, Gelenkfräsungen für das Zusammenklappen der Mappen, Magnetverschlüsse oder halbautomatische Verschlussmechaniken bilden dabei nur einen Teil der Aufgaben ab, die das Büscher-Team übernimmt. „Dank einer großen Prägemaschine können wir auch Sondergrößen heißfolienprägen oder Ringbuchordner veredeln. Selbst wenn der Trend heute zu digitalen Medien geht, haben großflächige, glänzende Prägungen auf Mappen und Büchern immer noch eine besondere Haptik“, erklärt Zeitel. „Zudem stanzen wir mit einer Kraft von bis zu 400 Tonnen in einem Format von bis zu 80 mal 120 Zentimetern. Diese Dimensionen können die meisten Druckereien tatsächlich nicht abbilden“, sagt Zeitel, die so mit ihrem Team aus zwei festen Mitarbeitenden und zehn Aushilfen eine weitere Nische im schwierigen Druckgeschäft gefunden hat.
Tatsächlich werden im Hause Büscher sogar noch großformatige Archivbände per Hand gebunden. Ganz klassisch, ganz traditionell, wie es Firmengründer Günther Büscher im Jahr 1963 begonnen hat. Diese Aufträge machen heutzutage zwar nur einen kleinen Teil der Aufträge aus, aber bei Büscher ist man stolz darauf, sie weiterhin anbieten zu können. „Wir sind einer der wenigen Betriebe, die diese Kunst überhaupt noch beherrschen. Letztlich bleibt es ein Handwerk, das gelernt sein will“, so Zeitel.
Zuletzt investiert hat die Unternehmerin in Erneuerbare Energie. „Wir haben eine Photovoltaikanlage auf dem Dach installiert, mit der wir mehr Strom erzeugen, als wir verbrauchen. Das hilft, die Energiekosten gering zu halten.“ Damit wird auch der Elektro-Gabelstapler „getankt“, den das Unternehmen 2024 für das Hochregallager angeschafft hat. „Außerdem bestellen wir die Pappen für die Produktion möglichst schon auf Maß, sodass wir wenig Restabfälle haben und unseren ökologischen Fußabdruck trotz unserer rohstofflastigen Branche deutlich verkleinern können“, betont Zeitel.
Anja Wittenberg