Wie knapp der Platz aktuell noch bemessen ist, macht Wirtschaftsförderer Niklas Schulte deutlich. Rund sechs Hektar Fläche werden aktuell entwickelt. Drei Hektar seien bereits in der Vermarktung, drei weitere kämen noch hinzu. Die Grundstücksgrößen seien allerdings überschaubar, zwischen 1.500 und 3.000 Quadratmeter Fläche. Die einzige größere verfügbare Fläche bewege sich heute im Bereich von 10.000 Quadratmetern, wie Schulte erklärt.
„Das ist sicher kein ganz großer Wurf für einen Standort wie Lengerich“, gibt er zu. Doch die Lage sei herausfordernd. Die bestehenden Naturschutzgebiete, insbesondere verschiedene Gewässer aus dem Teutoburger Wald in Richtung der münsterländischen Parklandschaft, seien schützenswert, machten aber die Entwicklung neuer Gewerbeflächen nicht leicht. Aktuell stehe man daher im Austausch mit der Bezirksregierung, welche Flächen grundsätzlich noch in Frage kommen könnten.
Ermittelt wurde bisher eine größere Fläche südlich des Südrings und westlich der Ringeler Straße. Ein Areal, das heute vor allem landwirtschaftlich genutzt wird, das aber rund 16 Hektar groß ist und damit Entwicklungsperspektiven bietet. „Im Regionalplan ist die Fläche bereits enthalten, der Beschluss für einen Bebauungsplan steht kurz bevor“, sagt Schulte. Einen „Ankermieter“ gibt es ebenfalls. Das Unternehmen Windmöller & Hölscher (W&H), spezialisiert auf Maschinen und Systeme zur Herstellung von Verpackungen, plant dort eine Erweiterung. Bisher stehen die Werke von W&H an mehreren Standorten in der Stadt, wobei vor allem einige etwas ältere Bestandsgebäude Anlass seien, sich nach großflächigeren Alternativen für maschinelle Fertigung umzuschauen, wie Schulte berichtet. Diese sollen sich dann auf der anderen Seite des Südrings finden. „Standorterhaltung“ umschreibt Schulte das.
Digital-Ausblicke
Die Entwicklung der Wirtschaft vor Ort verfügt betrifft indes nicht nur die reinen Gewerbegebiete, sondern indirekt auch andere Bereiche. Das 2019 erdachte Bildungsinstitut FabLab wurde 2023 zum Digitallabor Lengerich umgebaut. Das Digitallabor versteht sich als technisch geprägtes Bildungsangebot und steht auf drei Säulen: als Einrichtung für die digitale Bildung von Schülerinnen und Schülern, als Workshop-Dienstleister für Einwohner sowie als Fortbildungsangebot für Mitarbeiter lokaler Unternehmen. Christo Papanouskas leitet das Digitallabor und soll die verschiedenen Akteure vernetzen.
Hinter dem Digitallabor steht unter anderem Windmöller & Hölscher mit seiner hauseigenen Academy, aber auch die Volkshochschule Lengerich. Auch wenn hier das Oberthema Bildung im Fokus steht, ist der Gedanke doch, auch dem Fachkräftemangel durch lokale Initiative zu begegnen und künftige Auszubildende oder Mitarbeiter wohnortnah anzusprechen und damit zu binden.