Konkretes Beispiel: Wer vom Ortseingang die Straße Trerup befährt, sieht gleich rechterhand eine Brachfläche in prominenter Lage. Bald soll dort ein K+K-Markt entstehen. „Die Flächen sind vorbereitet, wir sind mitten im Bauleitverfahren“, sagt Wirtschaftsförderer Martin Setzkorn. Nach Abschluss der öffentlichen Beteiligung hofft die Gemeinde darauf, ab 2027 bauen zu können. Der neue Markt soll dann das bestehende Angebot, beispielsweise den Edeka-Markt ein paar Meter weiter weg, ergänzen.
Und noch ein Mosaiksteinchen fehle Laer bisher, sagt Setzkorn. Ein Drogeriemarkt soll angesiedelt werden, das ist ein langgehegter Wunsch der Gemeinde. Ein Vorstoß bei den bekannten Anbietern sei erfolgt, auch planerische Gespräche seien bereits angestoßen worden. In beiden Fällen – Supermarkt und Drogerie – will die Gemeinde den Unternehmen bei der Gestaltung der Flächen durchaus entgegenkommen, wie es heißt. Punkten könne Laer dabei regional mit der „zweithöchsten Kaufkraft nach Altenberge“, wie es Bürgermeister Manfred Kluthe formuliert. Und mit einem ausgeprägten Pendlerverkehr sei für Kundschaft auch gesorgt.
Apropos Pendeln: Parken ist auch so ein Thema in der Gemeinde. In Laer greift ein grundsätzliches Problem vieler Orte mit gewachsenen Strukturen. „Es gibt fast immer ein zentrales Parkflächenproblem“, wie Kluthe sagt. Wer einmal um die Pfarrkirche St. Bartholomäus gefahren ist, ahnt das. Es gibt wenig Parkplätze. Es gehe daher um die intelligente Verteilung der verfügbaren Flächen. Dazu setzt Laer auf das Thema „smart parking“, also die digitale Parkraumbewirtschaftung via App. Die Gemeinde arbeitet hier mit der Hamburger Initiative für digitale Parkraumbewirtschaftung zusammen, um Parkflächen ohne Parkuhren und Schranken per App zu vermarkten – und Besucher zu entsprechenden Plätzen zu führen. Mit drei Sensoren misst die Gemeinde bereits die Auslastung der verfügbaren Parkflächen und zeigt diese in der Gemeinde-App an. Und gerade für den Ortskern gehen die Pläne schon weiter. Mit einem Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept sollen konkrete Maßnahmen identifiziert werden, die auch kurzfristig und ohne langwierige Förderanträge umgesetzt werden können.
„Baulich aufwerten“ ist das Ziel für den Ortskern, aber auch für den Ortsteil Holthausen. Dort wurden bereits Maßnahmen wie neue Bepflasterung, Sitzmöbel oder Pflanzkübel umgesetzt. „Wobei es in Laer ohnehin weniger um Konkurrenz mit Online-Händlern geht, sondern um Begegnung“, ordnet Kluthe ein. Und Setzkorn ergänzt: „Für unsere Verhältnisse haben wir auch wenig Leerstand.“ Im Gegenteil: Das Café „Heimat 3.0“ eröffnete 2024 beispielsweise wieder mitten im Ortskern, in Holthausen wird ein Dorfladen ehrenamtlich betrieben. Weitere Projekte? In Laer wird die alte Straßenbeleuchtung schrittweise gegen LED-Technik ausgetauscht – mit „warmweißem Licht“, wie es heißt. Alles soll den Ort bewahren. Aber zugleich für eine Verbesserung sorgen.
Erstellt von Carsten Schulte