Laer

Gewerbeflächen | Gute Aussichten für Unternehmen

Aktuell geht fast nichts in Sachen Gewerbeflächen. Aber Laer hat ein Faustpfand in der Hinterhand – und das ist durchaus mächtig. Rund 80.000 Quadratmeter Potenzialfläche kann die Gemeinde in den kommenden Jahren erschließen und vermarkten. Dort sollen mittelständische Unternehmen aus dem Münsterland zum Zuge kommen, Handwerk beispielsweise, aber auch innovationsgetriebene Unternehmen.

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Es liegt ein bisschen in der Natur der Sache, dass die Details des neuen Gewerbegebiets, das am östlichen Ortseingang entstehen soll, noch etwas unklar sind. Noch stehe die Gemeinde nämlich am Anfang der Planungen, wie Bürgermeister Manfred Kluthe und Wirtschaftsförderer Martin Setzkorn berichten. Sicher ist: Entwickelt werden die Flächen westlich des Gewerberings, direkt hinter dem Fachmarkt Zwiener. Dort ist viel Platz für Gewerbe – mit einer kleinen Einschränkung: „Hier wird eher kein Platz für stark emittierendes Gewerbe sein“, sagt Kluthe. Es gehe stattdessen in Richtung Handwerk, Büros und Dienstleister, aber auch produzierendes Gewerbe aus dem landwirtschaftlichen Bereich. Wie genau die Grundstücke dort zugeschnitten sein werden, hänge dann von den Wünschen der Unternehmen ab. Neben größeren Flächen seien auch kleinere Parzellen zwischen 2.000 und 3.000 Quadratmetern Fläche denkbar. Die gute Nachricht: Der Grunderwerb ist bereits abgeschlossen, ab etwa 2028 könne man dort beginnen, hofft Kluthe. 

„Ein bisschen hat sich schon getan“, berichtet der Bürgermeister. Durch die Überarbeitung von alten Bebauungsplänen konnten bereits in Laer ansässige Unternehmen neu angesiedelt oder umgesiedelt werden, beispielsweise Schmitz Sanitär- und Wärmetechnik. „Auch das Münsteraner Unternehmen Friedlich & Assoziierte GmbH, spezialisiert auf Chips für elektronische Bauteile, suchte einen neuen Standort und wurde hier fündig.“ Kluthe schwebt, wenn er über die Zukunft der Gemeinde spricht, der Gedanke an einen modernen „Innovationspark“ durch den Kopf. Das gelinge natürlich nur, wenn sich entsprechende Unternehmen begeistern ließen, sagt er. „Vielleicht gelingt es uns, Laer auch mit seiner Nähe zur Universität Münster und zur Fachhochschule Steinfurt zu platzieren?“ Vor allem mit Blick auf Ausgründungen und Start-ups aus dem universitären Bereich sei das eine möglicherweise starke Perspektive.

Noch eine spannende Fläche hat Laer im Gepäck: Südlich des Kreisverkehrs am Ortseingang stehen rund 15.000 Quadratmeter zur Verfügung. Ein Teil der Fläche soll das neue Feuerwehrhaus einnehmen, für den Rest steht ein Mix aus Wohnen und Arbeiten im Raum. Ein Filetstück allemal – und die Erschließungsplanung sei bereits weit fortgeschritten, wie es im Rathaus heißt. „Wir hoffen darauf, ab Anfang 2027 mit der Erschließung und dem Bau beginnen zu können“, so Kluthe. 

Dass auch in Laer in den vergangenen Jahren eine gewisse Zurückhaltung von Unternehmen zu spüren war, geben Kluthe und Setzkorn zu. „Das spüren wir. Aber weil wir hier die Planungen vorantreiben, entsteht deutlich mehr Druck“, so Kluthe. Heißt: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, wächst auch die Nachfrage. Dass äußere Bedingungen hier und da weiter Einfluss haben, merkt man dennoch. Eigentlich hätte die Ahauser Böwing Energietechnik GmbH & Co. KG in Laer bereits 2023 eine Wasserstoffproduktion aufnehmen wollen, doch die etwas unklaren politischen Ziele haben dies bisher verhindert. 

Was die Gemeinde selbst tun kann, wird erledigt: Der vergleichsweise geringe Gewerbesteuerhebesatz liegt unter dem der Stadt Münster, bei der Planung von Grundstücken will Laer unkompliziert vorgehen. Und ganz nebenbei punktet der Standort ja auch durch seine Nähe zur B 54, dem Oberzentrum Münster oder dem Flughafen in Greven. Jetzt gehe es darum, die Gewerbeflächen in Laer behutsam weiterzuentwickeln. „Von innen nach außen, immer eines nach dem anderen“, wie Kluthe formuliert.      

Erstellt von Carsten Schulte

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