Havixbeck

Gewerbegebietsentwicklung: Ein neuer Anlauf

Aktuell ist alles voll. In der Gemeinde Havixbeck sind die vorhandenen Gewerbegebiete vollständig belegt. Deshalb entsteht jetzt im Osten der Kommune der neue „Business-Park Schützenstraße“. 2026 sollen die ersten Grundstücke verkauft werden. Damit unternimmt die Gemeinde einen neuen Anlauf, das ursprünglich als reiner Technologiepark geplante Areal zu vermarkten. Jetzt soll es für verschiedene Branchen offenstehen.

Bürgermeister Jörn Möltgen und Wirtschaftsförderin Birgit Lenter mit dem Plan für den neuen „Business-Park Schützenstraße” Foto: Anja Wittenberg

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Der „Business-Park Schützenstraße“ hat eine lange Historie. Die Idee war einst, mit dem Areal ein Alleinstellungsmerkmal zu schaffen. In dem dort geplanten Technologiepark sollten sich vor allem technologieaffine Unternehmen niederlassen. „Der große Vorteil unserer Gemeinde ist die Nähe zur Stadt Münster, insbesondere zum Wissenschaftsviertel und den hochschulnahen Einrichtungen in Münster-Gievenbeck, wo die Gewerbeflächen knapp und teuer sind. Havixbeck könnte für solche Unternehmen ein passender Standort zum Wachsen sein. Deshalb wollten wir uns ursprünglich an Firmen aus dem Bereich Wissenschaft und Technologie richten“, blickt Bürgermeister Jörn Möltgen zurück. Ziel sei auch gewesen, die Gemeinde auf diese Weise wieder attraktiver für Unternehmen – und damit auch für Gewerbesteuerzahler – zu machen. Der Investor, der in dem Gebiet einen entsprechenden Bürokomplex für Technologieunternehmen errichten wollte, ist allerdings aufgrund der konjunkturellen Lage und steigender Baukosten wieder abgesprungen. Das Projekt sei für ihn finanziell nicht mehr stemmbar gewesen.  

Die Gemeinde Havixbeck geht deshalb jetzt einen anderen Weg und öffnet das Areal für alle Gewerke. „Damit möchten wir auch den vielen Handwerksbetrieben vor Ort die Chance geben, in Havixbeck zu expandieren“, erklärt Möltgen. Etwa ein Drittel des insgesamt zehn Hektar großen Areals soll fürs Handwerk zur Verfügung stehe. Die anderen Flächen können Unternehmen aus verschiedenen Branchen nutzen, auch Coworking-Spaces sind vorgesehen.  

„Business-Park Schützenstraße“

Aktuell läuft die Erschließungsplanung für den „Business-Park Schützenstraße“. „Wir wollen parallel in die Grundstücksverhandlungen einsteigen. Eine Interessentenliste gibt es bereits und weitere Unternehmen können sich gerne melden“, erklärt Wirtschaftsförderin Birgit Lenter. Der Rat der Gemeinde Havixbeck diskutiert derzeit über bestimmte Vergabekriterien, die Unternehmen erfüllen müssen, um sich dort ansiedeln zu können – etwa für klimaschonendes Bauen und Heizen oder für die Anzahl der entstehenden Arbeitsplätze. Das Gelände soll dann im kommenden Jahr erschlossen werden, sodass 2026 auch die ersten Anrainer mit ihren Bauten starten könnten. 

Darüber hinaus hat sich die Gemeinde Havixbeck weitere Flächen im Gewerbegebiet Lütke Feld gesichert. Vier Hektar kommen dort hinzu. Aktuell wird geprüft, ob die Grundstücke als Industriegebiet ausgewiesen werden können und sich somit auch Produktionsbetriebe mit Schichtarbeit niederlassen können. Die bisher landwirtschaftlich genutzte Fläche soll als Back-up dienen, wenn zum Beispiel ein Unternehmen mit großem Flächenbedarf bei der Gemeinde anklopft.  

Ein Unternehmen, das bereits im Lütke Feld ansässig ist und aktuell investiert hat, ist der Photovoltaikanlagen-Großhändler und -Installateur SK Solar. Das Unternehmen hat sein Bürogebäude aufgestockt und verfügt jetzt über insgesamt rund 500 Quadratmeter Bürofläche. „Wir haben insbesondere für unsere Ingenieurabteilung aus Planern, Projektierern und Vertrieblern mehr Platz geschaffen“, beschreibt Geschäftsführer Stefan Kutscher. Zehn zusätzliche Arbeitsplätze sind so entstanden. 
Die Zeichen stehen bei SK Solar auch weiterhin auf Wachstum. „Die Geschäftslage ist hervorragend“, freut sich Kutscher, der zurzeit 32 Mitarbeitende beschäftigt. Das liege vor allem auch an der breiten Ausrichtung von SK Solar: Das Unternehmen ist sowohl im Privatkundenbereich mit PV-Anlagen bis 30 Kilowatt-Peak tätig als auch für Gewerbekunden mit größeren Anlagen bis zu ein Megawatt-Peak im Einsatz und sogar Solarparks werden bei SK Solar deutschlandweit geplant und umgesetzt. Rund 100.000 Module bringt das Unternehmen so pro Jahr aufs Dach. „Bei den gewerblichen Anlagen und unseren Privatkunden liegt der Fokus auf dem Münsterland. Dabei hilft uns auch der Standort in Havixbeck, der für uns mit der A 1 und A 43 strategisch günstig liegt. Auch die Nähe zu Münster hilft uns sehr, da wir dort zahlreiche Kunden betreuen“, erklärt Kutscher.

Bereits abgeschlossen ist ebenfalls die Erweiterung von Zauberzeug im Gewerbegebiet Hohenholter Straße. Das Unternehmen, das zuletzt mehrfach für die Entwicklung eines KI-gestützten Agrarroboters ausgezeichnet wurde, hat dort im vergangenen Jahr eine neue Fertigungshalle mit Lagerfläche und Büros eingeweiht, um die Produktionskapazitäten auszubauen. Das Unternehmen habe sich bereits weitere Expansionsflächen gesichert, da die Zeichen bei Zauberzeug auf Wachstum stehen, wie Bürgermeister Möltgen berichtet. „Wir sind sehr stolz auf die innovative Unternehmenslandschaft in Havixbeck und freuen uns, dass das auch landesweit wahrgenommen wird, etwa durch den Besuch von NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur im vergangenen Jahr zum Spatenstich von Zauberzeug“, betont Möltgen.  


Anja Wittenberg

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