Havixbeck

Bildung: Von OGS, Baumberger Sandstein und Bustouren

Nachdem es in den vergangenen Jahren teilweise einen Sanierungsstau bei den Schulen in Havixbeck gegeben hat, nimmt die Gemeinde jetzt Geld in die Hand, um ihre Bildungslandschaft nicht nur energetisch auf den neuesten Stand zu bringen, sondern auch, um die Rahmenbedingungen fürs moderne Lernen und die Betreuungssituation zu optimieren. Und: Ein 2024 gestartetes Pilotprojekt für die Berufsorientierung soll in diesem Jahr wieder stattfinden.

 

Vertreterinnen und Vertreter der Anne-Frank-Gesamtschule und der Gemeinde freuen sich über die Nominierung zum Deutschen Schulpreis. Fotos (2): Gemeinde Havixbeck

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Fast abgeschlossen ist der Umbau der Anne-Frank-Gesamtschule mit Standorten in Havixbeck und Billerbeck. Ein neuer Oberstufentrakt ist in Havixbeck entstanden und auch in die Ausstattung mit Tablets fürs digitale Lernen hat die Gemeinde investiert. Jetzt folgt noch die Erweiterung der Mensa, die Planungen sind bereits angelaufen. Außerdem bekommen alle kommunalen Bildungseinrichtungen ein neues Dach und die Sporthallen sowie Sanitäranlagen sollen ebenfalls saniert werden.  

Für Deutschen Schulpreis nominiert 

Die Investitionen in den Standort wurden auch öffentlich wahrgenommen: Die Anne-Frank-Gesamtschule ist für den Deutschen Schulpreis 2025 nominiert und hat es damit unter die 15 besten Schulen von 112 Bewerbern in Deutschland geschafft. „Das ist ein tolles Zeugnis für unsere Bildungslandschaft“, freut sich Bürgermeiser Jörn Möltgen. Die Gesamtschule hat neben ihrer Ausstattung vor allem mit ihrem Ansatz, Demokratiebildung im Schulunterricht mit Engagement vor Ort zu verknüpfen, überzeugt. „Die Schüler- und Klassensprecher waren Teil unseres Bürgerhaushalts, mit dem wir die Havixbecker Bürgerinnen und Bürger aktiv in die Entscheidungsprozesse der kommunalen Finanzplanung involviert haben“, erläutert Möltgen. „Dadurch haben wir überproportional viele Jugendliche einbeziehen können, was ein tolles Signal dafür ist, dass auch die Jugend politisch interessiert ist und etwas bewegen will.“ 

Um dem Rechtsanspruch auf einen Platz im Offenen Ganztag (OGS) ab 2026 nachzukommen, investiert die Gemeinde Havixbeck aktuell in die Baumberge-Grundschule. Ursprünglich hätte die Schule um 16 Räume erweitert werden müssen, um Platz für die OGS zu schaffen. Nun gibt es aber eine cleverere Lösung: Die Schülerinnen und Schüler teilen sich die bestehenden Klassenzimmer als sogenannte Differenzierungsräume mit der OGS. Das heißt: Vormittags findet dort Unterricht statt und nachmittags werden dort die Schüler in der OGS betreut. Bewegliches Mobiliar sorgt künftig für die nötige Flexibilität. „So steht kein Raum unnötig einen halben Tag leer und wir vermeiden Kosten. In der Summe müssen wir deutlich weniger investieren, als wenn wir neu gebaut hätten“, betont der Bürgermeister.

Investition ins Sandsteinmuseum 

Was alle Schulen in Havixbeck eint: Sie pflegen eine außerschulische Kooperation mit dem Baumberger Sandsteinmuseum vor Ort. Die Schülerinnen und Schüler lernen den Baustoff in regelmäßigen Exkursionen kennen. „Der Sandsteinbruch Fark ist ein Vorzeigeunternehmen unserer Gemeinde, das den Baumberger Sandstein weltweit exportiert. Auch hier in der Region – zum Beispiel im Dom in Münster oder an zahlreichen Häusern und Höfen im Münsterland – ist das Material zu finden“, erklärt Möltgen. „Insofern ist es uns ein wichtiges Anliegen, diese handwerkliche Tradition, die eine ganze Baukultur bis heute prägt, vor Ort entsprechend zu würdigen. Daher wird das Museum in den kommenden Monaten umgebaut, modernisiert und zu einem echten kulturellen Anlaufpunkt“, kündigt der Bürgermeister an. In der Praxis sieht das so aus: Die Scheune am Sandsteinmuseum wird 2026 ausgebaut, sodass dort auch Veranstaltungen stattfinden können. Dafür bekommt die Kommune rund eine Million Euro aus der Heimatförderung. Gleichzeitig unterstützt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe den Umbau der Dauerausstellungsfläche, die auf 600 Quadratmeter erweitert werden soll. „Zusammen mit den Bildhauerkursen, die dort regelmäßig stattfinden, wird das Museum dann zu einem attraktiven Freizeit- und Bildungsort“, ist Möltgen überzeugt. 

Hop-on-Hop-off-Bus

Aber nicht nur die kulturelle Bildung steht in Havixbeck im Fokus. Auch die Berufsorientierung hat die Kommune auf den Stundenplan geschrieben. 2024 ist mit dem Hop-on-Hop-off-Bus unter dem Motto „Wirtschaft trifft Schule“ ein Pilotprojekt gestartet, das potenzielle Nachwuchskräfte und lokale Unternehmen zusammenbringen soll. Per Bus werden die Schüler nachmittags zu verschiedenen Unternehmen in Havixbeck gebracht, wo sie sich in 20 bis 30 Minuten über die Ausbildungsmöglichkeiten informieren können. „Im vergangenen Jahr haben über 20 Unternehmen mitgemacht – das war eine tolle Resonanz“, betont Wirtschaftsförderin Birgit Lenter. Die Schülerinnen und Schüler der 8. und 9. Klassen aus der Anne-Frank-Gesamtschule konnten bis zu drei Unternehmen besuchen. „Neben Informationen zu den Unternehmen ging es dabei schon um Praktika und Ausbildungsplätze. Wir freuen uns, dass wir für viele Jugendliche so schon frühzeitig die Brücke in die Wirtschaft schlagen konnten“, so Lenter. Im November dieses Jahres startet die nächste Runde für den Hop-on-Hop-off-Bus. 

Anja Wittenberg

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