„Bildung ist einer der entscheidenden Standortfaktoren für Familien und Unternehmen“, betont Bürgermeister Eugen Görlitz. „Deshalb investieren wir hier ganz bewusst in die Zukunft unserer Stadt.“
Mit den „Überfliegern“ hat Dissen aTW jüngst die mittlerweile siebte Kindertagesstätte eröffnet. Die Betreuungssituation sei damit derzeit komfortabel, wie Görlitz erläutert. „Wir haben aktuell genügend Kita-Plätze. Bei den Kindern unter drei Jahren sogar mehr als ausreichend.“ Die Stadt reagiert damit auf die Entwicklung der vergangenen Jahre, in denen die Nachfrage nach Betreuungsplätzen kontinuierlich gestiegen war. Aktuell sei die Versorgung gesichert, auch wenn sich die Rahmenbedingungen künftig wieder ändern könnten. „Etwa durch eine steigende Nachfrage, falls die Landesregierung auch die Betreuung von Unter-Dreijährigen beitragsfrei gestaltet. Dann müssen wir wohl wieder neu bauen, auch wenn wir uns eine Beitragsfreiheit als Kommune gar nicht leisten können“, merkt Görlitz an.
Während es bei den Kitas aktuell genügend Kapazitäten gibt, stößt die Grundschule zunehmend an ihre Grenzen. Ursprünglich ist die Schule fünfzügig ausgelegt. Zeitweise musste sie sogar sechszügig geführt werden. Für die Stadt steht deshalb fest: Langfristig reicht der vorhandene Platz nicht mehr aus. „Unsere Schule leistet hervorragende Arbeit und findet immer wieder kreative Lösungen. Aber irgendwann brauchen wir einfach mehr Raum“, so Görlitz.
Deshalb plant die Stadt einen kompletten Neubau der Grundschule. Der architektonische Wettbewerb ist bereits abgeschlossen, nun laufen die weiteren Abstimmungen. „Die Investition wird voraussichtlich deutlich über 20 Millionen Euro liegen“, schätzt der Bürgermeister.
Für das bisherige Gebäude der Grundschule hat die Stadt auch schon einen Plan: Die gymnasiale Oberstufe der Hermann Freye Gesamtschule soll dort einziehen. Seit drei Jahren können Schülerinnen und Schüler in Dissen aTW das Abitur machen. „Die ersten Abiturienten werden in diesem Jahr verabschiedet – ein besonderer Moment für die Stadt“, betont Görlitz. Aktuell ist die Oberstufe noch in mobilen Klassenräumen untergebracht. Die modernen Container erfüllen zwar ihren Zweck, sollen aber keine Dauerlösung sein.
Für die Stadt ist die Entwicklung der Bildungslandschaft weit mehr als eine kommunale Pflichtaufgabe. Sie wird zunehmend zu einem wichtigen Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte, Familien und Unternehmen. Wie leistungsfähig die jungen Menschen in Dissen aTW bereits heute sind, wurde Bürgermeister Görlitz erst kürzlich bei der Preisverleihung zum „Fuchs des Jahres“ deutlich. Die mit Unterstützung der Dieter Fuchs Stiftung verliehene Auszeichnung ehrt die besten Seminararbeiten des Abiturjahrgangs der Gesamtschule. „Ich war beeindruckt von dem, was die Schülerinnen und Schüler dort präsentiert haben.“
Erstellt von Anja Wittenberg