Dissen

Innenstadtentwicklung | Der Plan steht

Es ist eines der prägendsten Projekte für die Innenstadtentwicklung von Dissen aTW: die Umgestaltung des ehemaligen Homann-Industriegeländes. Auf dem zentralen, rund 13 Hektar großen Gelände, das die oleg Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft im Auftrag der Stadt gekauft hat, soll ein neues Quartier entstehen. Eine Mischung aus Gewerbe, Dienstleistung, Erholung und Wohnen. In einem städtebaulichen Realisierungswettbewerb hat die Stadt jetzt einen Siegerentwurf ermittelt.

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„Homann hat Dissen aTW über mehr als 140 Jahre geprägt, viele Menschen beschäftigt und eine enorme Bedeutung für die Stadt gehabt. Jetzt haben wir die Chance, aus diesem zentral gelegenen Areal etwas zu entwickeln, das auch für kommende Generationen einen Mehrwert schafft“, betont Dissens Bürgermeister Eugen Görlitz.  

Das Interesse an dem Areal war groß: 69 Planungsbüros aus ganz Europa haben sich beworben, zehn wurden ausgewählt, acht reichten schließlich konkrete Entwürfe ein. Der nun ermittelte Siegerentwurf vom Planungsbüro RKW Architektur + aus Düsseldorf soll die Leitplanken für die Umgestaltung des Homann-Geländes setzen. Das Preisgericht würdigte insbesondere die städtebauliche Qualität und die Zukunftsfähigkeit des Siegerentwurfs. Der Entwurf überzeuge „durch seine klare Gliederung in drei Wohnbereiche, die jeweils eine Mischung aus unterschiedlichen Wohnformen bieten sollen“, wie die Stadt Dissen aTW mitteilt. Hervorgehoben werden darüber hinaus die unterschiedlich dimensionierten Freiräume als Bindeglieder sowie Quartiersplätze. „Mit dem Wettbewerb haben wir einen entscheidenden Schritt für die Zukunft des Homann-Areals und damit für die Stadtentwicklung Dissens insgesamt gemacht. Die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten zeigt eindrucksvoll das Potenzial dieses besonderen Standorts“, so Görlitz. Im nächsten Schritt wird nun ein städtebaulicher Rahmenplan aufgestellt. Die Abriss- und Planungsarbeiten sollen 2027 beginnen. 

Ein weiteres wichtiges Projekt ist die Neugestaltung des Parkplatzes am Frommenhof. Der Bereich soll mit Fördermitteln aus dem Dorfentwicklungsprogramm Dissen-Bad Rothenfelde umfassend aufgewertet werden. „Der Parkplatz liegt unmittelbar an der denkmalgeschützten, renovierten Hofanlage Frommenhof, die heute unter anderem Sitz von Stadtbücherei, Buchhandlung und Gastronomie ist. Das Areal rund um den Hof ist allerdings ein gestalterischer Schwachpunkt im Stadtbild von Dissen aTW. Wir wollen eine Lösung schaffen, die ein deutlich schöneres Gesamtbild erzeugt und den Platz wieder richtig nutzbar macht“, erklärt Görlitz. Die Ausschreibung soll zeitnah erfolgen, sodass noch in diesem Jahr mit den Umgestaltungsarbeiten begonnen werden kann. 

Auch der angrenzende Homann-Park steht im Fokus. Bereits in den vergangenen Jahren haben Vereine und Ehrenamtliche dort viel Arbeit investiert: Wege wurden freigeschnitten, Grünflächen gepflegt und neue Hecken angelegt. Unterstützt wurden die Maßnahmen unter anderem von der Bingo-Umweltstiftung. „Ich bin sehr dankbar für das Engagement der Vereine. Ohne diesen Einsatz wären viele Entwicklungen im Park nicht möglich gewesen“, betont Görlitz. Nun sollen weitere Schritte folgen. Geplant sind neue Wegedecken, zusätzliche Sitzgelegenheiten, eine bessere Beleuchtung sowie eine Boule-Bahn. Außerdem soll das Denkmal der Familie Homann aufgewertet werden.  

Mit diesen Maßnahmen setzt die Stadt Dissen aTW einen Weg für die Innenstadtentwicklung fort, den sie bereits vor einigen Jahren eingeschlagen hat: Bereits während der Corona-Zeit wurde das Zentrum mit zusätzlichen Sitzgelegenheiten, Blumenpyramiden und mehr Grün aufgewertet. Neben Homann-Gelände, Homann-Park und Frommenhof nimmt sich die Kommune noch ein Thema vor: die Verkehrsführung. Fahrzeuge sollen künftig stärker aus dem Stadtkern herausgehalten werden, um die Aufenthaltsqualität weiter zu erhöhen. Dafür arbeitet die Stadt aktuell an einem umfassenden Straßenverkehrskonzept. „Ziel ist es, den Durchgangsverkehr zu reduzieren und gleichzeitig die Erreichbarkeit der Innenstadt für Handel und Besucher zu sichern“, erläutert Görlitz. Das Konzept soll im Herbst politisch beraten werden.  

Die Vielzahl an Projekten für die Innenstadtentwicklung ist kein Zufall. „Dissen aTW ist in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gewachsen. Entsprechend steigt auch der Bedarf an passender Infrastruktur und attraktivem öffentlichen Raum“, begründet der Bürgermeister. 

Erstellt von Anja Wittenberg 

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