Gerne wird in diesem Zusammenhang der Begriff „Lotse“ verwendet. Auch Büdding tut das, denn die kurzen Wege in die Stadtverwaltung sind eben ein schlagendes Argument für die Wirtschaftsförderung. „Wir können viele Anliegen der Unternehmen gut in die Verwaltung vermitteln“, sagt er. Und auch, was Greven von anderen Kommunen abhebt, kann er erklären: „30 Prozent der sozialversicherungspflichtigen Jobs haben wir im Bereich der Logistik, das ist für das Münsterland eher ungewöhnlich“, sagt Büdding. Das liege an den großen Standorten von DHL und Hermes, am Flughafen Münster/Osnabrück und natürlich am Platzhirsch, dem international tätigen Logistiker Fiege, der seinen Hauptsitz in der Stadt an der Ems hat. Eigens für diese Branche hat die gfw das Format „Grevener Logistikabend“ eingeführt, bei dem sich Logistikexperten, Unternehmen und Start-ups treffen, um aktuelle Entwicklungen, innovative Technologien und neue Geschäftsmodelle zu diskutieren.
Für Großbetriebe, aber auch für den gesamten Einzelhandel in Greven, ist die gfw darüber hinaus aktiv. Das Gewerbeflächenmanagement ist Teil des Auftrags, auch die Fachkräftesicherung. Beispielhaft nennt Büdding hier die jährliche Ausbildungsmesse „Greven bildet aus“, an der sich rund 50 Unternehmen beteiligen, sowie das Gemeinschaftsprojekt „Greven hat Jobs“, das die gfw mit dem Jobcenter des Kreises Steinfurt stemmt. Während sich die Ausbildungsmesse gezielt an Schülerinnen und Schüler richtet, geht es bei „Greven hat Jobs“ um lokale Unternehmen, die offene Stellen für Arbeitssuchende anbieten.
Unternehmensfrühstück
Fast ein klassisches Werkzeug der Wirtschaftsförderer ist das Unternehmensfrühstück – ein Format, das auch andere Kommunen gerne nutzen. In Greven findet das niedrigschwellige Format zweimal im Jahr statt. „Jeweils 40 bis 50 Unternehmerinnen und Unternehmer sind dann dabei“, sagt Büdding. „Kurz und knackig, damit es gut in den Alltag passt.“
Die gfw Greven ist Mitglied im Unternehmensnetzwerk Wirtschaftsforum Greven e.V., zeitgleich ist das Wirtschaftsforum neben Unternehmen wie Fiege, Sparkasse Steinfurt oder der Volksbank im Münsterland einer der vier Gesellschafter der gfw. Es gibt viel zu tun – aber die gfw hat noch weitere Pläne, wie Büdding sagt. „Wir wollen helfen, Unternehmen zukunftssicher zu machen“, sagt er. „Innovation und Transformation sind hier die Schlagwörter.“ Zudem wolle die gfw das Standortmarketing verbessern. „Wir glauben, dass Greven ein toller Standort für Unternehmen und Fachkräfte ist. Das wollen wir noch mehr herauskitzeln.“
Carsten Schulte