Erlemeyers Stelle wurde dank Fördermitteln geschaffen, mittlerweile ist sie allerdings unbefristet. Die 31-Jährige kam von der Bezirksregierung Münster, wo sie Förderanträge sozusagen auf der „anderen Seite“ bearbeitete. Ihre Kenntnisse setzt sie nun ein, um unter dem Dach der Wirtschaftsförderung gfw Greven Ideen zu entwickeln und umzusetzen.
Ideen wie den Bergpark beispielsweise. Eine zuletzt eher unscheinbare Grünfläche mitten im Herzen der Stadt, die jetzt mit einem Trinkwasserbrunnen sowie über Picknick-Tage und Gin-Tastings ganz neu belebt wurde. „Dieser Park kann auch für Sektempfänge nach Hochzeiten gebucht werden“, sagt Erlemeyer. „Die gesamte Aufenthaltsqualität ist hier gestiegen, das sticht sofort ins Auge.“
In diesem Jahr rückte der nördliche Bereich der Marktstraße – Grevens Shoppingmeile – in den Fokus. Dort, wo sich der Publikumsverkehr etwas verläuft, sollte mehr Betrieb herrschen. „Dazu haben wir uns im September erst einmal ans Stadtfest angedockt und dort eine Bühne aufgebaut. Das hat gut funktioniert“, sagt Erlemeyer. Natürlich sei man dabei immer auch vom Einzelhandel abhängig. Viele Leerstände gibt es in Greven zwar nicht, aber gerade die etwas größeren Flächen zwischen 200 und 400 Quadratmetern seien derzeit schwer zu bespielen, wie Erlemeyer zugibt. „Wir versuchen es hier über Fördermittel, bei denen die Miete teilweise von der Stadt übernommen wird – dafür müssen auch die Vermieter auf einen kleinen Teil ihrer Miete verzichten. So ergeben sich Chancen für alle Beteiligten.“
Die Marktstraße und der Innenstadtraum als Ganzes ist insgesamt ein großes Thema. In einer Arbeitsgruppe mit Greven Marketing und der städtischen Kulturabteilung hat die Wirtschaftsförderung Ideen entwickelt – und umgesetzt. Bepflanzte Blumenkübel geben eine atmosphärische Note. Mit den jährlichen Aktivitäten im Rahmen des „Heimatshoppens“ nutzte man die Cityfeste als Bühne, um mit Social-Media-Kampagne und Shopping-Star-Wettbewerb auf den Grevener Einzelhandel hinzuweisen. „Dafür haben wir eine tolle Resonanz bekommen“, erinnert sich Erlemeyer.
Bernd Büdding, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung gfw Greven, umschreibt den zentralen Gedanken so: „Die Grevener Innenstadt muss sich den Einflüssen des Internets stellen. Nur zum Einkaufen muss man nicht in die Innenstadt – die muss viel mehr Erlebnisraum sein.“ Also ein Raum mit lebendiger Gastronomie, mit Kontakten auf dem Markt, eben ein Begegnungsort. „Darauf zielen alle Maßnahmen ab“, so Büdding.
Im Weihnachtsgeschäft wurde das jetzt noch deutlicher: Die Alte Münsterstraße, die Bergstraße, die Marktstraße – an den zentralen Achsen wurde in der Weihnachtszeit eine Winterbeleuchtung installiert. Laternen und Girlanden in einem warmen Weißton, dazu goldene Kugeln in den großen Eichen. „Die Innenstadt im Winterkleid“, sagt Erlemeyer. „Hübsch.“
Carsten Schulte