Bohmte

Wasserwege nach Europa

Von Bohmte aus geht der Blick nach Rotterdam, nach Antwerpen. Oder in den Norden nach Hamburg und Bremen. Große Namen für Bohmte, aber die Anbindung der Gemeinde über den Mittellandkanal macht es eben möglich. Denn südwestlich der Gemeinde wurde zuletzt der Hafen Wittlager Land modernisiert und ist zudem Heimat einer neuen Biomethananlage des Unternehmens NDEnergie aus Bohmte, das seinen Sitz in die Gemeinde verlegt hat.

Der Hafen Wittlager Land wurde zuletzt modernisiert und ist Standort einer neuen Biomethananlage. Foto: Gemeinde Bohmte

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„Das ist ein Infrastrukturprojekt für den gesamten Landkreis“, betont Bohmtes Bürgermeister Markus Kleinkauertz die Bedeutung des Hafens, dessen Sanierung und Eröffnung gleichwohl kritisch von Anwohnern begleitet wurde. Doch am Ende überwogen die Vorteile, zumal die rund 3,7 Hektar auch dank Fördermitteln finanziert werden konnten. Binnenschiffe bis zu einer Länge von 110 Metern können nun einen Steinwurf von der B51 entfernt anlegen. Aktuell laufe, so Kleinkauertz, die Ausschreibung und Vermarktung. Gesucht werden Logistiker oder hafenaffines Gewerbe. Ein paar Erweiterungsflächen seien bereits planerisch gesichert und könnten bei Bedarf künftig erschlossen werden. 

Die neue Biogasanlage von ND­Energie soll künftig bis zu 7.000 Haushalte versorgen können – verarbeitet werden in Bohmte Kot aus der Geflügelhaltung sowie Grünschnitt. „Und die Gärreste aus der Anlage können wir über den Hafen in Richtung Ostdeutschland weiterverschiffen, wo sie auf Feldern ausgebracht werden“, so Kleinkauertz. 

„Wir haben nicht viel frei.“

Mit Blick auf eher traditionelle Gewerbe- und Industrieflächen könne Bohmte derzeit nur bedingt dienen, sagt der Bürgermeister. „Wir haben nicht viel frei.“ Zwei Areale stehen derzeit im Fokus: Hunteburg II und Bohmte Nord. In beiden Fällen sei die Gemeinde im Gespräch mit Grundstückseigentümern. „Das läuft über die Osnabrücker Land-Entwicklungsgesellschaft.“ Planerisch seien alle notwendigen Formalitäten bereits erledigt, aber die Zurückhaltung vieler Unternehmen bei Investitionen sei auch in Bohmte zu spüren. Auch deshalb gehe die Gemeinde etwas mehr in Vorleistung bei der Schaffung passender Rahmenbedingungen – mit diesem sogenannten „Landlord-Modell“ will es Bohmte etwas leichter machen, zu investieren. Ohnehin pflegt die Gemeinde einen engen Draht zu den lokalen Unternehmen. Das gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Landkreises Osnabrück geplante Unternehmerfrühstück sei im Frühjahr zwar ausgefallen, doch stattdessen habe man einen Unternehmensbesuch im Bohm­ter Standort des Ladenbauers Kesseböhmer eingeschoben. 

Auch den Nachwuchs hat man in Bohmte im Blick: Die Jobmesse für Neuzugewanderte und Unternehmen „Jobs4You“ im vergangenen Winter sei ein tolles Projekt gewesen. „Das unterstützt die Gemeinde auch künftig“, betont Kleinkauertz. Das gelte auch für die Ausbildungsmesse „ZAK“, die Bohmte gemeinsam mit Nachbarkommunen organisiert und die zuletzt im Juni über die Bühne ging. 

Carsten Schulte
 

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