as Bohmter Unternehmen startete einst mit Heizungsbau, beschäftigt sich heute aber vor allem mit der Planung, Fertigung und Wartung von Tanklagern, Recycling- oder Versorgungsanlagen. Zum Kundenkreis zählen unterschiedliche Branchen, darunter die chemische Industrie, Automotive, Farben und Lacke, Recycling, Folien- oder Baustoffhersteller. Das alles längst auch international, wie Cassandra Schütte, Personalreferentin bei Keil, erzählt.
Und mit Manfred Witte habe in gewisser Weise vieles begonnen. Im März 1974 war er der erste Auszubildende im Unternehmen überhaupt. Sein Berufsziel: Zentralheizungs- und Lüftungsbauer. „An meinem ersten Arbeitstag habe ich mir nur gedacht: Und das musst Du jetzt drei Jahre lang machen?“, erinnert er sich heute mit einem Lächeln. Aus drei Jahren wurden fünf Jahrzehnte – so ein Weg ist heute wohl eine Ausnahme.
Witte übernahm schon früh Baustellenverantwortung, später auch die Projektleitung für Anlagen in Deutschland und über die Grenzen hinaus. Er sei ein „Macher“, heißt es bei Keil, und einer, der „alle Tiefen und Höhen miterlebt“ habe. So habe er dazu beigetragen, dass das Unternehmen heute als Anlagenbauer anerkannt sei. „In einer Zeit, in der viele Menschen mehrfach den Arbeitgeber wechseln, ist eine 50-jährige Betriebszugehörigkeit eine Seltenheit – und umso bewundernswerter“, formuliert Unternehmensgründer Hans-Jürgen Keil. „Manni hat Keil mit seinem Wissen, seinem Engagement und seiner Loyalität maßgeblich geprägt. Er ist Teil unserer Geschichte.“
Familiäre Atmosphäre schaffen
Bestenfalls sollen Auszubildende diesem Vorbild nacheifern – das ist zumindest die Hoffnung. Bei Keil setzt man dazu auf die Mittel, die heute Teil moderner Arbeitswelten sind: mit Maßnahmen, die Teamgefühl und eine familiäre Atmosphäre schaffen sollen. „Wir waren im Frühjahr beispielsweise in Osnabrück in einem Escape-Room“, berichtet Personalreferentin Schütte. „Und im August geht’s zum Cart-Fahren.“ Veranstaltungen wie diese, etwa zwei- bis dreimal im Jahr, sollen dazu beitragen, den Zusammenhalt zu fördern. „Das ist uns wichtig, auch für das Verhältnis der Auszubildenden untereinander.“
Es müssten allerdings nicht immer große Aktionen sein, so Schütte. „Das geht auch mit gemeinschaftlichen Projekten wie dem Bau einer Bank für das Unternehmensgelände.“ Auch eher ungewöhnliche Ansätze sollen in Bohmte helfen: Für einen Monat platzierte das Unternehmen zuletzt sogenannte „Zufriedenheitsterminals” im Haus. Über ein „Smiley-System” konnten die Angestellten dort in anonymisierter Form ihre Stimmungslage signalisieren, die anschließend ausgewertet wurde. Der Gedanke sei, mögliche Probleme im Betrieb frühzeitig zu erkennen und dann auch zu reagieren.
Schütte sieht sich bei diesen Bemühungen durchaus bestätigt. Im Hause seien bereits etliche Kolleginnen und Kollegen mit Betriebszugehörigkeiten zwischen 15 und 35 Jahren aktiv. Dass der Weg weitergehe, dafür wolle man Sorge tragen: „Wir haben im laufenden Jahr bereits zwei Auszubildende übernommen.“ Ob es beide am Ende auch über fünf Jahrzehnte bei Keil hält
Carsten Schulte