Das dazugehörige Carsharing-Angebot gibt es seit einem Jahr, wie Bürgermeister Markus Kleinkauertz berichtet. „Rund 7.000 Kilometer pro Auto wurden im Schnitt im ersten Jahr gefahren“, sagt er. Die Nutzung erfolge in den meisten Fällen aus dienstlichen Gründen, beispielsweise durch Besucher der Gemeinde. „MeineMobistation“ heißt die Anlage in Bohmte. Sie ist Teil des Modellprojekts „Moin+“, mit dem klimafreundliche Mobilität ermöglicht werden soll. Ähnliche Stationen finden sich in der Umgebung, beispielsweise in Ostercappeln oder Bramsche.
Dass das Rad als umweltfreundliche Alternative zum Auto in den Fokus rückt, ist eines der großen Ziele des Projekts. In Bohmte passt es zum gerade beschlossenen Radwegekonzept der Gemeinde, wie Kleinkauertz sagt. Auf der zentralen Straßenachse durch den Ort, die Bremer Straße, sollen sogenannte „shared lanes“ eingerichtet werden, also Wege, auf denen PKW und Rad gleichberechtigt unterwegs sind. Das erfolge in Verbindung mit einer Ausweisung als Tempo-30-Zone, so der Gemeindechef. Das Radwegekonzept sei auf Dauer angelegt und damit ein Projekt für die kommenden zehn, 15 Jahre. „Wenn wir investieren, wird es eine stärkere Radnutzung im Alltag geben“, ist Kleinkauertz überzeugt.
Klimaschutzmanagerin an Bord
Seit November 2023 verfügt Bohmte zudem über einen eigenen Klimaschutzmanager. Simon Eickhoff ist derzeit mit dem Thema kommunale Wärmeplanung beschäftigt, sieht sich selbst aber auch als Kommunikator. „Das ist aus meiner Sicht die große Herausforderung: Die Themen von Bund und Land auch den Menschen vor Ort zu vermitteln“, so Eickhoff mit Blick auf viele Fragen rund um Heizungstechnik. Der studierte Verfahrenstechniker für regenerative Systeme und Umwelttechnik nennt aber auch das Thema Photovoltaik. „Der Plan für die nächsten beiden Jahre ist, jeweils drei bis fünf kommunale Gebäude mit PV-Anlagen auszustatten.“ Das sei nicht nur Wunsch, sondern Verpflichtung: Die niedersächsische Bauordnung schreibt bei Dachsanierungen mindestens 50 Prozent der Fläche für die Nutzung mit PV-Anlagen vor. Bürgermeister Kleinkauertz: „Wir wollen das vor allem dort umsetzen, wo Energie auch direkt genutzt werden kann, also in Schulen oder Kitas.“
Auch Windkraft gehört zu diesem Themenkomplex, obschon Bohmte bei der Ausweisung neuer Flächen im Rahmen der regionalen Raumordnung etwas „hinten rübergefallen“ sei, wie Kleinkauertz sagt. Dass Ende 2025 die vor 20 Jahren ins Leben gerufenen EEG-Förderung für Windkraftanlagen ausläuft, sei ebenfalls ein Problem. Mancher Betreiber werde mangels alternativer Vermarktungsmöglichkeiten vielleicht aufgeben, befürchtet Kleinkauertz. Gleichwohl sei die Möglichkeit vorhanden, kleinere Windparks zu errichten. „Und das werden wir bei positiver Bewertung auch angehen.“
Carsten Schulte