WWWewers | „Marketingentscheidungen nach Bauchgefühl kann sich keiner leisten“

Wer gute Arbeit macht, wird schon gefunden. „Das ist aktuell der größte Irrtum“, sagt Marius Wewers. Der Geschäftsführer der Agentur WWWEWERS aus Dülmen spricht da aus Erfahrung. Mit seinem Team aus zehn Mitarbeitern betreut er heute kleine und mittelständische Unternehmen bei ihren Marketingaktivitäten. Mit Künstlicher Intelligenz (KI) als Sparringspartner, mit klar definierten Zielgruppen und mit einer Überzeugung: Die Homepage des Kunden soll das Herzstück sein, denn dort wird digitale Sichtbarkeit hergestellt und deshalb müssen alle Marketingmaßnahmen auf dieses Ziel einzahlen.

Marius Wewers, Geschäftsführer Agentur WWWewers. Foto: WWWEWERS GmbH

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Als Marius Wewers sich vor ein paar Jahren selbstständig gemacht hat, brachte er Erfahrungen aus einer Agentur in Düsseldorf mit zurück ins Münsterland. Der gebürtige Dülmener gründete WWWEWERS mit dem Ziel, Unternehmen dabei zu unterstützen, vor allem online neue Kunden und Mitarbeitende zu gewinnen. Deshalb auch das „WWW“ im Namen. Heute begleitet die Agentur über 120 Kunden aus verschiedenen Branchen – vom lokalen Handwerksbetrieb bis zum internationalen Industrieunternehmen. „Wir haben uns auf die zwei größten Engpässe im Mittelstand spezialisiert – Kunden gewinnen und Mitarbeitende gewinnen. Und weil wir das quer durch die Branchen machen, lernt jede Branche von der anderen“, sagt Wewers. 

Wer ist die Zielgruppe?

Dieser Blick über Branchengrenzen prägt auch seine Sicht aufs Marketing. Für ihn beginnt eine Kampagne nicht mit der Frage nach dem richtigen Kanal, sondern immer mit einer anderen: Wer ist die Zielgruppe? „Es gibt nicht den einen, idealen Kanal“, betont Wewers. Entscheidend sei vielmehr, das Ziel und die Menschen, die ein Unternehmen mit der Marketingmaßnahme erreichen möchte, klar zu definieren. Wenn das gelingt, lässt sich besser entscheiden, auf welchen Kanälen Präsenz gezeigt wird. Zum Beispiel mit Google, LinkedIn und klassischer Print-Werbung fürs B2B-Geschäft, Instagram und TikTok für die Azubi-Suche. Reichweite allein sei dabei kein Erfolgsmaßstab. „Lieber die richtigen zehn Menschen erreichen als 100.000, die niemals Kunden werden“, macht Wewers deutlich. 

Der wohl größte Denkfehler vieler Unternehmer aus Sicht des Marketingexperten: „Wer gute Arbeit macht, wird schon gefunden.“ Empfehlungsmarketing sei zwar nach wie vor eines der wichtigsten Instrumente, weil es auf Vertrauen basiere. Doch das Informationsverhalten hat sich verändert. „Unternehmen müssen heute auch digital sichtbar sein. Dazu gehören ein gepflegtes Profil bei Google, authentische Einblicke in den Arbeitsalltag über Social Media, Suchmaschinenwerbung und vor allem eine professionelle Website“, zählt der Agenturinhaber auf. 

Unternehmenswebsite ist wichtigster Anker

Die Unternehmenswebsite versteht er daher als wichtigsten Anker jeder Marketingstrategie. „Die Website ist immer der Hub. Da läuft alles zusammen. Da informiert man sich als erstes.“ Sie sei längst nicht mehr nur eine digitale Visitenkarte oder ein Schaufenster. Sondern: „Die Unternehmenswebsite ist faktisch ein Vertriebler, der rund um die Uhr arbeitet. Dort sind die wichtigsten Daten des Unternehmens hinterlegt, Interessenten können sich über die Produkte und Dienstleistungen informieren sowie Anfragen stellen.“ Wewers verweist aber noch auf einen anderen Punkt: Gerade in Zeiten von KI wird eine gut strukturierte Website immer wichtiger. Blog-Einträge, Videos, Fotos und Erklärungen von Produkten und Dienstleistungen werden von KI-Systemen als Informationsquelle genutzt. Umso verständlicher eine Homepage aufbereitet ist, desto besser kann KI sie „auslesen“ und in ihren Antworten entsprechend berücksichtigen.  

Authentische Einblicke aus dem Alltag

Dass auch kleine Marketingbudgets große Wirkung erzielen können, erlebt die Agentur regelmäßig. Voraussetzung sei allerdings Mut. Zum Beispiel, um authentische Einblicke auf Social Media zu geben. „Gerade kurze, einfache Videos der Mitarbeitenden aus dem Arbeitsalltag können enorme Reichweiten erzielen. Und zahlen vielmehr auf die Authentizität ein als ein teurer Imagefilm. Ein Smartphone als Werkzeug hat mittlerweile jeder in der Hosentasche“, so Wewers. Dabei geht es weniger um Perfektion als vielmehr um Glaubwürdigkeit. Und auch nicht um Likes oder Aufrufe, wie der Agenturleiter klarstellt. „Ein Video mit Milli­onen Klicks ist zwar fürs eigene Gefühl ganz schön, aber letztendlich wertlos, wenn daraus keine Anfragen entstehen“, stellt er klar.  

Relevant seien vielmehr Kennzahlen wie qualifizierte Kontakte, Bewerbungen, Anfragen über Social Media, die Verweildauer auf der Website. Spezielle Trackingsysteme im Backend der Website können zum Beispiel scannen, wer sich wie lange mit welchen Inhalten beschäftigt hat. „Diese Erkenntnisse sind wichtig. Marketing muss sich messen lassen. Marketingentscheidungen nach Bauchgefühl kann sich heute keiner mehr leisten. Im Unterschied zur klassischen Werbung kann heute nahezu jeder investierte Euro nachvollzogen werden – etwa über eben solche Websitebesuche, über generierte Anfragen oder Verkäufe“, weiß Wewers.

Für den Agenturchef ist die Diskussion, ob Online- oder Offline-Marketing besser funktioniere, aber wenig zielführend. Denn auch hier ist wieder entscheidend: Wer ist die Zielgruppe und wo tummelt sie sich? Davon abhängig können Offline-Maßnahmen wie Printanzeigen, Flyer oder Messeauftritte weiterhin sehr wirkungsvoll sein. Ein Beispiel: Für einen Kunden, der Energiespeichersysteme anbietet, wollte WWWEWERS Landwirte erreichen – eine Zielgruppe, die man weder über LinkedIn noch über TikTok gewinnt. Die Lösung: ein Flyer, eingelegt im „Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben“, dem Branchenmagazin, das genau diese Zielgruppe liest. Über einen QR-Code gelangte man auf eine Landingpage, auf der sich die Landwirte informieren und direkt ihre Anfrage stellen konnten. „So wird aus einer klassischen Printbeilage eine messbare Kampagne“, erklärt Wewers. „Wir sehen genau, wie viele Menschen den Code gescannt, die Seite besucht und angefragt haben – jeder investierte Euro ist nachvollziehbar.“

Gleichzeitig können Unternehmen digitales Marketing, wie beispielsweise Social Media oder Newsletter nutzen, um Besucher bereits vor einer Messe gezielt anzusprechen. Marketing sei deshalb keine Entweder-oder-Entscheidung, sondern das Zusammenspiel verschiedener Maßnahmen. 

KI ist ein Tempobeschleuniger

Dass dazu auch die KI als Mitspieler gehört, davon ist Wewers überzeugt. „KI ist kein Ersatz für Marketingagenturen. Sie ist ein Tempobeschleuniger. Sie macht uns schneller.“ Neben klassischem Online-Marketing unterstützt WWWEWERS mit der eigenen „KI-Werkstatt“ Unternehmen inzwischen dabei, Prozesse mithilfe von KI zu optimieren. Recherchen, Textimpulse, Bildbearbeitung oder Datenauswertungen können so deutlich effizienter erfolgen. Die Kunden könnten viele Aufgaben künftig selbst übernehmen. Eine Kannibalisierung der eigenen Leistungen sieht Wewers darin nicht. „Uns geht es vielmehr darum, unsere Kunden zu befähigen, Prozesse besser zu verstehen und sinnvoll zu automatisieren. Besonders da, wo personelle Kapazitäten knapp sind. So können auch wir mit unseren Marketingmaßnahmen besser ansetzen“, betont er. Die strategischen Entscheidungen bleiben Aufgabe des Menschen. „KI liefert Wahrscheinlichkeiten und Vorschläge, übernimmt aber keine Verantwortung für Positionierung, Markenführung oder Kommunikation.“ 

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