Akbari zeigte sich stolz über die Auszeichnung: „Sie ist eine Anerkennung dafür, Dinge anzugehen, sich nicht von Rückschlägen entmutigen zu lassen und immer an seinen Traum zu glauben.“ Die IHK Nord Westfalen und die Bürgschaftsbank NRW hatten gemeinsam den Übergabeprozess begleitet. Sven Wolf, stellvertretender IHK-Hauptgeschäftsführer, freute sich mit dem Preisträger, der „in den vergangenen Jahren konsequent seinen Weg gegangen ist und sich von keiner Herausforderung hat beirren lassen“. Wolf hoffte, dass der Nachfolgepreis dazu beiträgt, „dass sich wieder mehr Menschen damit beschäftigen, ob eine Unternehmensnachfolge nicht doch das Richtige für sie ist“. Der Preisträger aus dem IHK-Bezirk sei zudem ein schönes Signal, dass die IHK-Serviceangebote und deren Netzwerk intensiv genutzt werden, um Unternehmensnachfolgen im Münsterland und in der Emscher-Lippe-Region zu gestalten.
Dabei berichtete Akbari von keiner geradlinigen Erfolgsgeschichte, er liefert eher „eine Erzählung von Resilienz, harter Arbeit und dem unerschütterlichen Glauben an die eigene Vision“, wie es in der Nominierung durch die IHK Nord Westfalen hieß. Dr. Ralf Mittelstädt, Hauptgeschäftsführer von IHK NRW, zeichnete in seiner Laudatio den Weg des gebürtigen Iraners nach, der 2007 als Küchenhilfe in Deutschland gestartet war. 2015, gerade 24 Jahre alt, wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit mit einer eigenen Gastronomie. Doch seine wirtschaftlichen Erwartungen erfüllten sich nicht, nach 16 Monaten schloss er seinen Betrieb. „Aufgeben ist keine Option“, laute sein Lebensmotto. Er war zunächst in der Pleister Mühle angestellt und scheute sich nicht, erneut ein hohes unternehmerisches Risiko zu wagen, als sich die Chance dazu ergab: Die Eigentümer Gabi und Bernd Cronrath zogen sich aus Altergründen aus ihrem Unternehmen zurück. „Wir hätten uns keinen besseren Bewahrer für unser Lebenswerk wünschen können“, freute sich Gabi Cronrath.
„Paradebeispiel für Unternehmensnachfolge“
Akbari entwickelte den Betrieb engagiert weiter. Er investierte in die Technik und in die Außengastronomie und führte neue Eventformate wie „drei Gänge mit Magie“ ein. Dabei wird das Menü von einem professionellen Zauberer begleitet. Selbst auf Details legt er Wert, um seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Arbeit zu erleichtern. Das Bestellsystem für die Küche wurde digitalisiert, auch auf den Bestellton achtete er: Den beschreibt er selbst als „lieb und sanft“, auf jeden Fall als nervenschonend für seine Beschäftigten. Auch betriebswirtschaftlich rentiert sich der Einsatz, wie die Jury feststellte: Bei gleichem Personaleinsatz kletterte der Umsatz innerhalb von zwei Jahren um zehn Prozent. „Für die Jury ist sein Weg ein besonderes Beispiel für unternehmerische Beharrlichkeit und den Mut, nach einer Niederlage einen neuen Anlauf zu wagen“, betonte Mittelstädt.
In der Nominierung hieß es zudem, die Übernahme sei „ein Paradebeispiel für eine gelungene Unternehmensnachfolge“. Und eines, das andere potenzielle Gründerinnen und Gründer ermutigen kann: Allein in Nord-Westfalen stehen in den kommenden zehn Jahren 41.000 Familienunternehmen vor einem Generationenwechsel. „Jede gelungene Übergabe ist ein Signal der Zukunftssicherung – für die Unternehmen, deren Arbeitsplätze und für die Zukunftsfähigkeit der Region“, unterstrich Wolf.