In die Ergebnisse der Befragung, die Ende 2025 durchgeführt wurde, flossen 141 Datensätze ein. Im Mittelpunkt der Befragung standen unter anderem Fragen zur Bewertung des Wirtschaftsstandorts Rheine. Die Ergebnisse zeigen: Die Gesamtattraktivität des Standortes Rheine wird von den befragten Unternehmen weiterhin überwiegend positiv eingeschätzt. So gaben rund 72 Prozent der Befragten an, dass sie den Wirtschaftsstandort als „attraktiv“ oder „sehr attraktiv“ einschätzen. Im Vergleich zur letzten Erhebung aus dem Jahr 2020 fällt die Bewertung allerdings etwas weniger positiv aus.
„Die Rückmeldungen aus der Unternehmerschaft sind für uns ein wichtiges Stimmungsbild und zugleich ein Arbeitsauftrag“, betont Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann. „Dass viele Betriebe Rheine trotz schwieriger allgemeiner Rahmenbedingungen weiterhin positiv bewerten und relativ optimistisch in die Zukunft schauen, ist ein starkes Signal für unseren Wirtschaftsstandort.“
Besonders deutlich wird der positive wirtschaftliche Ausblick beim Thema Personalentwicklung: So zeigt sich, dass knapp 40 Prozent der befragten Unternehmen Neueinstellungen innerhalb der nächsten drei Jahre planen. Zudem erwartet weiterhin mehr als die Hälfte der Befragten, dass ihr Unternehmen in den kommenden zwei Jahren wachsen wird.
Auch EWG-Geschäftsführer Ingo Niehaus sieht in diesen Ergebnissen ein ermutigendes Zeichen: „Die Unternehmen in Rheine beweisen in einer von Krisen, Kostensteigerungen und Unsicherheiten geprägten Zeit eine bemerkenswerte Widerstandskraft. Wenn mehr als die Hälfte der Betriebe Wachstum erwartet und viele Unternehmen zusätzliche Mitarbeitende einstellen wollen, zeigt das: Der Standort hat Substanz. Unsere Aufgabe ist es, diese Dynamik bestmöglich zu unterstützen und gemeinsam mit der Stadt und unseren weiteren Partnern die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konsequent weiterzuentwickeln.“
Verbesserungspotenzial bei Flächenangebot, Breitband- und Mobilfunknetz sowie ÖPNV
Auf der anderen Seite macht die Befragung ebenfalls deutlich, in welchen Bereichen Unternehmen noch Verbesserungspotenzial sehen. Bei klassischen Standortfaktoren zeigen sich die befragten Betriebe — wie bereits 2020 — insbesondere mit dem Flächenangebot, dem Breitband- und Mobilfunknetz sowie dem ÖPNV-Angebot am Standort vergleichsweise weniger zufrieden. Auch die Zufriedenheit mit dem Arbeitskräfteangebot am Standort hat sich gegenüber der Befragung aus dem Jahr 2020 durchgängig über alle Qualifikationsniveaus leicht verschlechtert. Vor allem bei Fachkräften und Auszubildenden scheint es für viele Unternehmen zunehmend schwieriger zu werden, geeignete Kandidatinnen und Kandidaten zu finden.
Für die EWG ergeben sich aus den Ergebnissen klare Ansatzpunkte für die weitere Arbeit. Themen wie Fachkräftesicherung, Gewerbeflächenentwicklung, Image/Marketing und die enge Begleitung und Vernetzung der Unternehmen bleiben zentrale Aufgaben der lokalen Wirtschaftsförderung. Die Befragungsergebnisse sollen deshalb nicht nur als Standortanalyse dienen, sondern auch als Grundlage für konkrete Maßnahmen und Gespräche mit Unternehmen, Verwaltung und politischen Entscheidungsträgern.
„Die Unternehmensbefragung zeigt, wo Rheine stark ist — und wo wir besser werden müssen“, so Niehaus weiter. „Gerade in wirtschaftlich anspruchsvollen Zeiten ist es wichtig, nah an den Betrieben zu bleiben, Bedarfe frühzeitig zu erkennen und pragmatische Lösungen zu entwickeln.“