Neben jungen und etablierten Unternehmen sowie Forschungseinrichtungen nehmen zahlreiche hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik an dem Festival teil. Dazu zählen NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur, Ministerinnen und Minister aus den niederländischen Nachbarprovinzen, die US-amerikanische Generalkonsulin Preeti V. Shah, die niederländische Konsulin Willemijn van der Toorn, Regierungspräsident Andreas Bothe sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeister aus Deutschland und den Niederlanden.
Für NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur zeigen die aktuellen wirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen, „wie wichtig Handlungsfähigkeit, Resilienz und eine enge europäische Zusammenarbeit sind“. Initiativen wie TECH.LAND leisteten hierzu einen wichtigen Beitrag: „Gemeinsam mit unseren niederländischen Partnern vernetzen wir Kompetenzen, stärken unsere technologische Basis und erhöhen die internationale Sichtbarkeit unserer Region für Investorinnen und Investoren“, betonte Neubaur und stellte in Aussicht: „Perspektivisch werden wir gerne prüfen, wie solche Kooperationen auch in der EU-Kohäsionspolitik stärker berücksichtigt werden können.“
Bedeutung der Verteidigungsindustrie
Zur zunehmenden Bedeutung der Verteidigungsindustrie, zu der sie am frühen Nachmittag eine Key Note hält, sagte Neubaur vorab: „Sicherheit, Resilienz und wirtschaftliche Stärke sind heute untrennbar verbunden. Entscheidend dafür sind technologische Fähigkeiten. Als führender Standort der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie übernehmen wir in NRW Verantwortung und beschleunigen Innovationen, unterstützen Investitionen in zivile und militärische Technologien und bringen Unternehmen, Start-ups und Forschung zusammen. So sorgen wir für neue industrielle Wertschöpfung und stärken das technologische Rückgrat unserer Demokratie.“
Trotz des umfangreichen ganztägigen Programms mit Fachvorträgen und Podiumsdiskussionen kommt dabei nicht zu kurz, die gemeinsame Idee von TECH.LAND zu feiern: Wenn sich eine niederländische und eine deutsche Grenzregion zusammentun, dann verschwindet die nationale Grenze, während neue wirtschaftliche Chancen entstehen. „Transforming borders into connections“ lautet das Leitmotiv der Initiative, zu der sich Partner aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region auf der deutschen Seite sowie aus den Provinzen Gelderland und Overijssel aus den Niederlanden zusammengeschlossen haben.
Grenzregionen stärker zusammenbringen
Die TECH.LAND Xperience schweißt die Grenzregionen noch stärker zusammen: „Das Innovationsfestival ist für das Gemeinschaftsgefühl, das Netzwerk und die zukünftige Zusammenarbeit im Alltag sehr wichtig“, sagt Lars Baumgürtel. Der Unternehmer aus Gelsenkirchen ist Präsident der IHK Nord Westfalen, die die Veranstaltung gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Münster (WFM) sowie der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Oost NL und dem Twente Board, einem Zusammenschluss von Wirtschaft, Wissenschaft und Politik in der niederländischen Region, ausrichtet. „Wenn alle Partner ihre Stärken einbringen, die einer allein gar nicht haben kann, wird das Potenzial an Innovationen für alle deutlich größer“, betont Baumgürtel: „Die niederländischen und deutschen Teilregionen von TECH.LAND ergänzen sich gut“, meint der IHK-Präsident. Er nennt beispielhaft die Zukunftsfelder, in denen eine Vielzahl von Akteuren bereits heute zusammenarbeitet: Projekte zur Kreislaufwirtschaft in allen Regionen, anwendungsorientierte Batterieforschung in Münster, Wasserstoff für industrielle Prozesse in Emscher-Lippe und Advanced Manufacturing in Enschede. Eine besondere Rolle bei den vielen bereits laufenden Kooperationen spiele die enge Einbindung aller Forschungs- und Hochschuleinrichtungen und auch die Zusammenarbeit mit der Politik.
Das sieht auch der neue Geschäftsführer der WFM so: „Münster ist stark, aber allein nicht stark genug, um Investoren aus aller Welt auf sich aufmerksam zu machen“, erklärt Dr. Marco Trienes. Gemeinsam könne es dank des unkomplizierten Miteinanders gelingen, nicht nur den Wissens- und Technologietransfer in die Unternehmen zu stärken, sondern auch „den Sprung auf die Landkarte führender Innovationsregionen zu schaffen“. Das ist auch aus Sicht von Oost NL ein wichtiges Ziel. „TECH.LAND schärft unseren Blick dafür, wo unsere Region herausragend ist und wo wir ein relevanter Partner für andere EU-Regionen sein können“, erklärt Liane van der Veen, Direktorin für Business Development. Dazu sei es wichtig, sich gegenseitig besser zu kennen, die Stärken des anderen zu verstehen und sich persönlich zu treffen, um Partner für Innovationen zu finden.
Kooperationen anstoßen
Auch für Ank Bijleveld, Präsidentin des Twente Board, liegt der große Nutzen von TECH.LAND darin, dass sich hier die Stärken der deutsch-niederländischen Region ergänzen, „um Innovationen zu beschleunigen und die wirtschaftliche Zukunft unseres grenzüberschreitenden Technologie-Ökosystems zu sichern. Mit der TECH.LAND Xperience wollen wir neue Kooperationen anstoßen, konkrete Chancen für Industrie- und Wissenspartner aufzeigen und eine klare Richtung für die gemeinsamen Ziele vorgeben“, unterstreicht sie.
Wie stark der grenzüberschreitende Innovationsraum – immerhin eine Technologieregion mit 5,7 Millionen Einwohnern, 480.000 Unternehmen und 20 Hochschulen – ist, zeigen auf der TECH.LAND Xperience rund 100 Speaker. Sie beleuchten Zukunftstrends, zu denen neben Batterieforschung sowie Advanced Manufacturing und Robotik auch Wasserstoff, Medizintechnik und Gesundheit sowie Chiptechnologie und Verteidigung gehören. Dass eine Zusammenarbeit bei Innovationen auch eine starke strategische Komponente hat, erläutert Cathryn Clüver Ashbrook. Die Expertin für transatlantische Beziehungen bei der Bertelsmann Stiftung beschrieb in der ersten Keynote der Veranstaltung, wie Europa insgesamt wirtschaftlich und technologisch relevant bleibt. Eine wichtige Rolle bei der industriellen Transformation spielen auch Initiativen wie TECH.LAND. Darüber diskutieren Maria-Varinia Michalun, Leiterin des OECD-Teams für Regierungsführung und strategische Planung, Prof. Johannes Wessels, Rektor der Universität Münster, Prof. Vinod Subramaniam von der Universität Twente und IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel.
Praxisbezug und Erfahrungen aus laufenden Projekten bringen Unternehmen von beiden Seiten der Grenze ein. Mit dabei sind unter anderem 2G Energy, Thyssengas, Hengst Filtration, Nowega, die NRW.Bank, Stackit, IONOS, Westenergie, Pixel Photonics, OVSoftware, Westfalen AG, Alpmann Frölich, visunext, H2 Powercell, Ben-Tec, Demcon und das Datacenter Münster Osnabrück. Sie sind zum Teil auch in der Ausstellung und in Workshops vertreten. Mit der Netzwerk-Party „TECH.LAND Connected“ endet die Premiere der TECH.LAND Xperience im Messe und Congress Centrum Halle Münsterland.