Kreis Coesfeld

IHK stellt bei Hagemeister Kooperationsprojekt vor

Coesfeld - Ein „massives Problem bei der Fachkräfteeinwanderung“ sieht Dr. Fritz Jaeckel. „Woher sollen die Menschen kommen, die wir dringend brauchen?“ Diese Frage warf der Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen am Mittwoch beim Unternehmen Hagemeister in Nottuln auf. Ein Kooperationsprojekt mit Honduras liefert Antworten.

Christian Hagemeister (2.v.l.) beschäftigt in seinem Unternehmen mit Diego Saybe (l.) bereits einen Auszubildenden aus Honduras. Über die ersten sichtbaren Erfolge des von der IHK Nord Westfalen initiierten Projekts freuen sich (v.r.) Hauptgeschäftsführer Dr. Fritz Jaeckel, IHK-Abteilungsleiterin Sabine Mayer und die honduranische Honorarkonsulin Irene Janssen. Foto: Grundmann/IHK

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Die IHK hat vor eineinhalb Jahren gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft und Berufsschulen ein Projekt mit dem mittelamerikanischen Land initiiert, wie es in einer Mitteilung heißt. Um erste Erfahrungen ging es nun beim Unternehmerfrühstück „Impuls am Morgen“. Gute deutsche Sprachkenntnisse und ein hohes Ausbildungsniveau beim honduranischen Kooperationspartner sprächen für das Land, für rechtliche Herausforderungen hätten sich Lösungen gefunden: „Wir müssen Ermöglicher sein“, appellierte Jaeckel.
 
Geschäftsführer Christian Hagemeister begrüßte die rund 30 Gäste in seinem Unternehmen, darunter die honduranische Honorarkonsulin Irene Janssen. Mit Diego Saybe beschäftigt Hagemeister einen Auszubildenden aus Honduras, der über ein Praktikum im November 2024 die Arbeitswelt im Münsterland kennengelernt hatte. Acht Schülerinnen und Schüler der technischen Berufsschule Centro Técnico Hondureño Alemán (CTHA) in San Pedro Sula waren damals nach Deutschland gekommen, fünf von ihnen sind für eine Ausbildung wieder zurückgekehrt. In diesem Jahr werden neun weitere Praktikantinnen und Praktikanten erwartet. Das Interesse und der Bedarf der Unternehmen, beispielsweise für technische Berufe wie Fachkraft für Lagerlogistik, Produktionsmechaniker oder Maschinen- und Anlagenführer, sind groß. Einstiegsvoraussetzung für die Nachwuchskräfte aus Honduras: „Technisches Grundverständnis, Grundkenntnisse auf Deutsch und der nötige Drive“, so eine Unternehmerin.

Netzwerk ist wichtig

Aus Sicht von Jaeckel sei es notwendig, das Netzwerk aus Unternehmen, Berufs- und Hochschulen sowie der Handwerkskammer noch enger zu knüpfen und weitere Betriebe zu gewinnen. Der Kreis Coesfeld bildet bereits einen Schwerpunkt: Neben Hagemeister beteiligen sich Langguth, J.W. Ostendorf und Beresa an dem Projekt. Einige der Azubis haben in Dülmen ein Zuhause gefunden, die nächsten Praktikantinnen und Praktikanten aus Honduras werden im März unter anderem in einem Gästehaus in Lüdinghausen unterkommen.
 
Für die Konzentration auf ein Land machte Jaeckel gute Gründe geltend: Die kulturelle Nähe zu Mittel- und Südamerika spielt dabei eine Rolle, die zunehmende wirtschaftliche Bedeutung des Raumes durch das Mercosur-Abkommen eine andere. Der Fokus auf Honduras und auf persönliche Beziehungen dorthin sei bewusst gewählt worden. „Faire und qualifizierte Einwanderung gelingt nur, wenn wir sie gemeinsam mit starken Partnern sowohl hier in der Region als auch im Herkunftsland gestalten“, erläuterte er. Die Partnerschaft mit Honduras habe eine hohe strategische Bedeutung, unterstrich der IHK-Hauptgeschäftsführer.
 
In weiteren Schritten wird es nun darum gehen, die Zusammenarbeit unter den Unternehmen zu vertiefen, weitere Betriebe für eine Kooperation mit Honduras zu gewinnen und zusätzliche geeignete Berufsbilder zu identifizieren. Unternehmen, die mitmachen möchten, können sich an die IHK wenden: www.ihk.de/nw (Nr. 3604362).


 

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