Nach dem Blick hinter die Werkstüren fiel das Fazit positiv aus, wie es nun in einer Mitteilung heißt: „Ein welt-weit agierendes Unternehmen mit diesem speziellen Know-how ist für uns im Landkreis Osnabrück auf jeden Fall etwas ganz Besonderes.“
Indulor habe sich seit der Gründung 1978 vom kleinen Betrieb zu einem weltweit führenden Anbieter im Bereich makromolekulare Chemie entwickelt, heißt es weiter. Mit den Standorten im Landkreis Osnabrück, der Firmenzentrale in Ankum und der Produktion in Bramsche-Hesepe, sowie Produktionen in Bitterfeld-Wolfen, Leverkusen, und einem Standort in den USA, North Carolina, zähle das Unternehmen zu den bedeutenden Familienunternehmen Deutschlands. Im Produktionsbereich gebe es zudem ein Joint Venture in Jakarta (Indonesien) sowie Handelsstandorte in Tokio und im schweizerischen Zug.
Nische im Markt
„Ihr Unternehmergeist ist für den Standort Gold wert. Sie haben sich hier eine echte Nische mit besonderer Idee und großem Know-how erarbeitet“, so Landrätin Anna Kebschull im Gespräch mit dem Gründer Erwin Fengler und seinem Sohn, Geschäftsführer Thomas Fengler. Dass Indulor die Nachfolge erfolgreich vollzogen habe und auch weiterhin familiengeführt werde, sei nach den Worten der Landrätin ebenso beeindruckend.
„Alles, was wir heute weltweit vertreiben, haben wir selbst entwickelt oder entscheidend weiterentwickelt“, betonte Gründer Erwin Fengler. Indulor sei der zweitgrößte europäische Hersteller für Bindemittel und Additive im Bereich Verpackungsdruck. „Wenn Sie heute im Supermarkt eine bedruckte Faltschachtel in der Hand halten, steckt mit großer Wahrscheinlichkeit Indulor darin“, ergänzte Geschäftsführer Thomas Fengler. In Europa gilt Indulor zudem als Marktführer bei optischen Aufhellern für die Papierindustrie: „Durch optische Aufheller wirkt Papier deutlich weißer – wir verkaufen im Grunde reine Ästhetik“, erläuterte Dr. Matthias Suding, standortübergreifender Werkleiter Indulor Chemie GmbH.
Ein entscheidender Vorteil sei die hohe Fertigungstiefe: „Von der Idee bis zum fertigen Produkt können wir alles selbst steuern – und das ist bis heute so geblieben. Wir sind so schnell und individualisiert, wie unsere Kunden es verlangen“, erläuterte Thomas Fengler. Neben dem Kerngeschäft rücke zunehmend der internationale Handel in den Fokus. Wachstumsmärkte sehe Indulor unter anderem in Indonesien, Indien und Brasilien.
Ein weiteres strategisches Feld sei der Rohstoffhandel. „Wir haben schon immer Wert auf große Lagerbe-stände gelegt – für den Fall der Fälle. Das hat uns in Krisenzeiten oft gerettet“, so die Geschäftsführung. Angesichts wachsender Abhängigkeiten von asiatischen Märkten wolle man sich breiter aufstellen und auch kleinere Lackfabriken mit Rohstoffen beliefern.
Neubau eines Technikumgebäudes
Marktanforderungen wie diese seien die Gründe für die Investitionen in den Standort in Hesepe – dem Herzstück der Produktion. Aktuell im Bau befindet sich die Erweiterung der Rohstoff- und Verladehalle mit einem Volumen von rund sieben Millionen Euro. Bereits abgeschlossen ist der Bau einer Halle für Leergebinde. Als Schlüsselprojekt gilt der geplante Neubau eines Technikumgebäudes für rund 3,5 Millionen Euro. „Wir wollen hier in Hesepe unser technisches Know-how bündeln und weiter ausbauen“, erläuterte Dr. Suding. Für 2026 ist zudem die Errichtung einer automatischen Lkw-Annahme mit Wartebereich vorgesehen. Der größte Schritt sei jedoch die geplante Produktionserweiterung im Umfang von rund 20 Millionen Euro. Damit verdoppele Indulor die Kapazitäten am Standort. Nach Angaben von Dr. Suding steht die geplante Erweiterung jedoch in interner Konkurrenz zu anderen Standorten. „Durch hohe Bürokratie- und Auflagenlast wird sie derzeit stark ausgebremst.“ Dennoch halte Indulor langfristig an der Umsetzung fest.
„Vorhaben sind ein positives Signal"
Wie bedeutend diese Investition für den gesamten Wirtschaftsstandort ist, unterstrichen die Landrätin und der WIGOS-Geschäftsführer: „Die geplanten Vorhaben sind ein positives Signal für die Zukunftsstärke des gesamten Wirtschaftsraums Landkreis Osnabrück. Wo immer wir von Seiten der Wirtschaftsförderung unterstützen können und Prozesse beschleunigen können, sind wir behilflich. Wir wollen, dass Unternehmen bei uns im Landkreis wachsen können und die Wirtschaft weiter an Fahrt gewinnt.“ In diesem Zuge verwies Vahrenkamp gemeinsam mit der Landrätin auf die Unterstützung der WIGOS.
„Es macht Spaß, in Zeiten der Transformation so aktiv zu werden. Wir schaffen hier Arbeitsplätze und investieren bewusst in unsere Zukunft hier vor Ort“, betonte Gründer Erwin Fengler. „Das erste Produkt, das wir 1978 hergestellt haben – eine Bauchemiegrundierung – produzieren wir übrigens noch heute hier.“