Landkreis Grafschaft Bentheim

Grafschaft Bentheim: Landrat Uwe Fietzek schaut auf Amtszeit zurück

Nordhorn - Der Landrat des Landkreises Grafschaft Bentheim, Uwe Fietzek, tritt nach siebenjähriger Amtszeit und insgesamt mehr als 39 Jahren in der Kreisverwaltung zum 1. November 2026 in den Ruhestand. In seiner Amtszeit investierte die Verwaltung über 190 Millionen Euro in die regionale Infrastruktur, setzte Digitalisierungsprojekte um und bewältigte Krisen wie die Corona-Pandemie. Trotz ungelöster Fragen beim Mobilfunkausbau und der Standortentwicklung zieht Fietzek eine Bilanz zur finanziellen und strukturellen Lage des Landkreises.

Erste Kreisrätin Sandra Cichon überreichte Landrat Uwe Fietzek seine Entlassungsurkunde. (Foto: Landkreis Grafschaft Bentheim)

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Der Landrat des Landkreises Grafschaft Bentheim, Uwe Fietzek, beendet am 1. November 2026 seine siebenjährige Amtszeit und tritt in den Ruhestand. Fietzek ist seit mehr als 39 Jahren bei der Kreisverwaltung tätig, unter anderem als Leiter der Personalabteilung, des Bereichs Soziales und Gesundheit sowie als Erster Kreisrat, wie es in einer Mitteilung heißt. Bereits im Sommer erklärte er: „Nach dieser Wahlperiode ist Schluss für mich. Es ist an der Zeit, dass jemand Jüngeres das Ruder übernimmt. Für mich ist das der richtige Zeitpunkt, aufzuhören.“ Während seiner Amtszeit investierte der Landkreis mehr als 190 Millionen Euro in die energetische Sanierung von Verwaltungsgebäuden und den Erhalt der Verkehrswege sowie der Schulstandorte. Fietzek bilanzierte: „Wir haben heute keine maroden Schulen, Straßen oder Brücken. Die Grundinfrastruktur steht und das ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, auch künftig handlungsfähig zu bleiben.“

Krisenmanagement, Digitalisierung und ungelöste Aufgaben

In die Amtszeit des Landrats fielen unvorhergesehene Ereignisse wie die Corona-Pandemie, die Aufnahme von Geflüchteten nach dem russischen Angriff auf die Ukraine und das Weihnachtshochwasser. Fietzek beschrieb seine Rolle rückblickend wie folgt: „Als Landrat darf man dann nicht lamentieren. Man muss die Rolle des Krisenmanagers ausfüllen.“ Rückblickend bewertete er die Schließungen von Schulen, Kindertagesstätten und Sporthallen während der Pandemie kritisch: „Diese Entscheidung würde ich so nicht noch einmal treffen.“ Zu den umgesetzten Vorhaben zählt Fietzek den LernForum-Bau des Campus Berufliche Bildung (CBB) sowie den Aufbau einer Stabsstelle für Digitalisierung. Unvollendet blieb hingegen das Vorhaben, bestehende Mobilfunklücken im Landkreis flächendeckend zu schließen. In puncto Bevölkerungsschutz erfolgte die Zusammenlegung der Grafschafter Leitstelle mit der des Landkreises Emsland.

Auf grenzüberschreitender Ebene wurde eine Vereinbarung mit der niederländischen Provinz Overijssel unterzeichnet. Innenpolitisch prägten Debatten um den Rückbau der Eissporthalle und die verzögerte Umgestaltung des Sitzungssaals im Kreishaus seine Amtszeit. Zur Sicherung der künftigen Handlungsfähigkeit beschloss der Kreishaus-Rat im Sommer ein Einsparpaket im Umfang von 15 Millionen Euro. Für seinen Ruhestand kündigte Fietzek an, Vorstandsaufgaben im Heimatverein Grafschaft Bentheim und in der Emsländischen Landschaft wahrzunehmen.

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