Münster

Blutspende-Initiative im Münsteraner Gewerbepark

Münster - In Deutschland werden täglich 15.000 Blutkonserven benötigt, während die Spenderzahlen demografisch bedingt sinken. Die Münsteraner Unternehmen Goldbeck und nicos zeigten nun am Standort rob17, wie betriebliches Engagement dem Trend entgegenwirken kann.

Eine Mitarbeiterin des DRK-Blutspendedienstes betreut Spender bei der gemeinsamen Blutspendeaktion von Goldbeck und nicos. Insgesamt spendeten rund 30 Mitarbeitende dringend benötigtes Blut. Foto: Goldbeck GmbH

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In Deutschland werden täglich rund 15.000 Blutkonserven benötigt. Gleichzeitig erwartet das Deutsche Rote Kreuz für die kommenden Jahre einen altersbedingten Rückgang um bis zu 275.000 Spenderinnen und Spender. Um auf die Bedeutung regelmäßiger Spenden aufmerksam zu machen, haben die Münsteraner Niederlassung von Goldbeck, der Netzwerkspezialist nicos und der DRK-Blutspendedienst West am Bürokomplex rob17 zum vierten Mal eine gemeinsame Blutspendeaktion initiiert. Sie riefen alle ansässigen Unternehmen zur Teilnahme auf. Am Mittwoch, den 29. April, wurde der Bürostandort an der Robert-Bosch-Straße zur Anlaufstelle für Spenderinnen und Spender, wie es in einer Mitteilung heißt. Goldbeck und nicos motivierten rund 30 Mitarbeitende, direkt am Arbeitsplatz Blut zu spenden. Die Aktion zeigt, welchen Beitrag Angebote im Arbeitsumfeld zur Beteiligung leisten können. „Eine Bluttransfusion kann über Leben und Tod entscheiden. Deshalb ist es uns wichtig, hier einen konkreten Beitrag zu leisten – und das bereits im vierten Jahr in Folge mit unserer gemeinsamen Blutspendeaktion“, sagt Christian Terwey, Leiter der Goldbeck-Niederlassung Münster.

Unternehmenskultur und regionale Versorgung

Als neue Geschäftsführerin der nicos GmbH freut sich Martina Balewski, die Zusammenarbeit mit Goldbeck fortzuführen. „Verantwortung für Mitarbeitende und Gesellschaft ist für mich ein fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur. Dazu gehört auch, Engagement am Arbeitsplatz zu ermöglichen“, betont Balewski. „Eine Blutspende dauert nur etwa 30 Minuten. Die Beteiligung unserer Mitarbeitenden zeigt, wie das Thema im rob17-Areal verankert ist.“ Vor Ort führte ein Team des DRK-Blutspendedienstes West die Blutabnahmen durch. Für die Teilnehmenden stand eine Auswahl an Verpflegung bereit; als Dankeschön erhielten sie ein Fitnessband. „Theoretisch könnten deutlich mehr Menschen regelmäßig Blut spenden“, sagt ein Vertreter des DRK-Blutspendedienstes vor Ort. „Männer dürfen bis zu sechsmal, Frauen bis zu viermal im Jahr spenden. Tatsächlich nutzt nur ein kleiner Teil der registrierten Spenderinnen und Spender diese Möglichkeit. Entsprechend bleibt die Gewinnung von Erstspenderinnen und Erstspendern ein zentraler Baustein der Versorgung.“

Aktuelle Auswertungen aus Münster zeigen, dass die Zahl der Blutspenden seit mehreren Jahren rückläufig ist. Nach 12.273 Vollblutspenden im Jahr 2023 und 11.875 im Jahr 2024 wurden im vergangenen Jahr noch 11.358 Vollblutspenden registriert – ein Rückgang um knapp 500 Spenden gegenüber dem Vorjahr. Diese Entwicklung unterstreicht die Relevanz lokaler Initiativen, um den Trend zu stabilisieren. Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang in Altersgruppen unter 30 Jahren. Die gespendeten Blutkonserven werden in regionalen Kliniken eingesetzt. Bestandteile wie Plasma oder Thrombozyten dienen der Versorgung von Krebspatienten oder Unfallopfern und sind für Medikamente unverzichtbar. Jede Spende kann potenziell bis zu drei Menschen helfen.

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