Wallenhorst

Purplan: „Wir wollen eine neue Kommunikationskultur schaffen“

Generationswechsel beim Maschinenbauer Purplan: Zum 1. Januar 2026 haben Hanna Sandmann und Lennard Kauke die Geschäftsführung des Unternehmens in Wallenhorst übernommen. Damit beginnt für Purplan ein neues Kapitel in der Unternehmensgeschichte – aber ohne „harten Break“, wie beide betonen. Im Interview sprechen sie über ihre Pläne für die rund 200 Mitarbeitenden und mit welchen Themen sich Purplan zurzeit beschäftigt.

Die neue Generation in der Geschäftsführung bei Purplan: Hanna Sandmann und Lennard Kauke. Foto: Purplan

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Frau Sandmann, Herr Kauke, Sie haben zum 1. Januar offiziell die Geschäftsführung bei Purplan übernommen. Damit schließen Sie einen Übergabeprozess ab, der in den vergangenen Jahren sorgfältig vorbereitet wurde. Geben Sie uns mal einen Einblick in Ihren Weg bis hierher.  
Hanna Sandmann: Lennard Kauke und ich arbeiten beide schon lange im Unternehmen – Lennard sogar schon seit seiner Ausbildung. Zuletzt hatten wir beide Prokura und konnten alle Prozesse und insbesondere auch das Team, den Markt und unsere Kunden kennenlernen. Wir haben uns vor allem in den vergangenen zwei Jahren intensiv auf diese Übergabe vorbereitet und immer mehr Führungsverantwortung von Unternehmensgründer Andreas Sandmann übernommen. Die offizielle Übergabe war jetzt im Prinzip nur noch reine Formsache.  

Wie teilen Sie die Aufgabenbereiche zwischen Ihnen auf? 
Lennard Kauke: Wir haben es so geregelt, dass jeder seine Expertise einbringen kann. Ich verantworte die mechanische Fertigung, die Bauleitung und die Konstruktion, aber auch die Buchhaltung, die Auftragsverwaltung und das Controlling – genau die Bereiche, in denen ich von meinem Wissen als gelernter Betriebswirt profitiere. Gemeinsam mit den verschiedenen Abteilungsleitern arbeite ich hier schon länger im engen Schulterschluss.  
Sandmann: Mein Schwerpunkt liegt auf der projektseitigen und organisatorischen Steuerung des Unternehmens. Dazu zählen die Verantwortung für Projektleitung, Software und IT-Systeme sowie der Vertrieb und als Wirtschaftsjuristin auch das Vertragsmanagement mit Kunden und Partnern. Ergänzend verantworte ich die Bereiche Verwaltung, Marketing und Personal. 
Kauke: Klar ist aber auch: Wir tragen gemeinsam die Gesamtverantwortung, treffen Entscheidungen jedoch bewusst in enger Abstimmung mit unserem erfahrenen Führungsteam aus den verschiedenen Abteilungen. Unsere kaufmännische Perspektive ergänzen wir dabei gezielt durch die technische Expertise unserer Ingenieurinnen und Ingenieure. Der Anlagenbau ist hoch speziell, da geht es immer um individuelle Anforderungen und technisch anspruchsvolle Lösungen. Daher ist es uns ganz wichtig, bei fachlichen und strategischen Fragen frühzeitig unser gebündeltes Know-how zu nutzen. Wir wollen so eine neue Kommunikationskultur schaffen. 

Neue Generation, neuer Führungsstil also. 
Sandmann: Ja, in gewisser Weise wird sich der Führungsstil verändern. In der Vergangenheit war die Geschäftsführung fachlich sehr stark in die Projekte eingebunden. Unsere Aufgabe ist es jetzt, die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass unsere Experten im Team die Projekte selbstständig realisieren können. Vertrauensvoll auf Augenhöhe zu arbeiten, wird für uns daher ein wichtiger Baustein unserer Unternehmensphilosophie sein. 

Welche Ziele haben Sie sich gesetzt? 
Sandmann: Purplan ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Wir müssen nun die Strukturen und Prozesse entsprechend anpassen, damit alle Abteilungen effizient zusammenarbeiten und es keine Reibungsverluste gibt. Wir wollen die Abläufe optimieren, indem wir zum Beispiel mehr Aufgaben digitalisieren und Künstliche Intelligenz einsetzen. Das machen wir aber ganz bewusst nicht, um Arbeitsplätze zu reduzieren, sondern um zum Beispiel lästige Dokumentationsaufgaben auszulagern, sodass unsere Mitarbeitenden mehr Zeit für andere Aufgaben haben.  

Wie ist Purplan zurzeit aufgestellt? 
Kauke: Als Anlagenbauer für die Spezialchemie haben wir uns in einer Nische etabliert und für die spezifischen Anforderungen dieser Branche mittlerweile eine ganze Palette an Maschinen und Anlagen im Portfolio. Purplan ist also trotz der Spezialisierung breit aufgestellt, wir beliefern heute internationale Kunden. Unter anderem fertigen wir Tanklager, Reaktionsanlagen, Recyclinganlagen und Versorgungsanlagen für Farb-, Lack- und Schaumproduzenten sowie für die Automobilindustrie. Außerdem übernehmen wir den Schaltschrankbau und entwickeln die passende Software für die Anlagen. Somit können wir die gesamte Palette an Dienstleistungen abbilden, angefangen bei der ersten Idee über die Fertigung der Anlagen bis zu Inbetriebnahme. Damit sind wir am Markt gut aufgestellt.  

Wo sehen Sie noch Wachstumspotenzial? 
Sandmann: Insbesondere im internationalen Geschäft. Das wollen wir weiter ausbauen. Unsere Niederlassungen in Charlotte und Shanghai spielen daher eine große Rolle für uns, weil der asiatische und der US-Markt wieder anziehen. Trotz dieser internationalen Ausrichtung wird Wallenhorst dauerhaft unser Firmensitz und Produktionsstandort bleiben. Die vorhandene Infrastruktur, kurze Entscheidungswege und Entwicklungsmöglichkeiten vor Ort schaffen dafür verlässliche Rahmenbedingungen.

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