Telgte

Bauprojekte | Rathaus-Sanierung nimmt Fahrt auf

Die Stadt Telgte treibt derzeit mehrere große Bauprojekte voran, die sowohl die kommunale Infrastruktur als auch die Wohnraumversorgung nachhaltig stärken sollen. Besonders im Fokus stehen die anstehende Sanierung des Rathauses sowie die Entwicklung des neuen Baugebiets Telgte-Süd.

 

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Das Rathaus aus dem Jahr 1974 ist seit Jahren immer wieder Gegenstand politischer Beratungen und verwaltungsseitiger Planungen. Bereits vor rund zehn Jahren mussten an der Fassade Fangnetze installiert werden, um Gefahr durch herabfallende Betonteile auszuschließen. 2016 und 2017 wurde erstmals auch eine umfassende Sanierung diskutiert. Auch wegen drängender Fragen bei der baulichen Schulentwicklungsplanung ist die Sanierung des Rathauses aber in der Folge immer wieder in den Hintergrund geraten. „Wir konnten dann 2025 deutlich machen, dass dieses Projekt nun keinen Aufschub mehr duldet“, sagt Stefan Klein-Ridder, Fachbereichsleiter Bauen und Bewirtschaften der Stadt Telgte. 

Mit dem Haushalt 2026 wurde erstmals ein Gesamtansatz für das Projekt eingebracht und vom Rat freigegeben. Derzeit werden verschiedene Varianten der Sanierung politisch diskutiert. Doch welche Variante auch immer zur Ausführung kommt, das Projekt wird nach aktuellen Schätzungen keine kleine Aufgabe und Investitionen von mindestens 20 bis 25 Millionen Euro erfordern. Seit 2017 steht das Gebäude unter Denkmalschutz, die Planer müssen also im Sanierungsfall neben den baulichen auch denkmalrechtliche Fragen sowie den Umgang mit vorhandenen Schadstoffen berücksichtigen. Fachlich spricht nach Einschätzung der Stadt vieles für die Sanierung des bestehenden Gebäudes. „Das Gebäude bietet eine gute Grundsubstanz und liegt an einem idealen Standort“, so Klein-Ridder. Auch Aspekte der Nachhaltigkeit und des ressourcenschonenden Bauens spielen bei dieser Bewertung eine wichtige Rolle. Klar ist allerdings, dass die Sanierung nicht im laufenden Betrieb erfolgen kann. Für einen Zeitraum von voraussichtlich rund zwei Jahren wird das Rathaus vollständig geräumt werden müssen. 

Parallel dazu entwickelt die Stadt mit dem Baugebiet Telgte-Süd eines der wichtigsten Wohnbauprojekte der vergangenen Jahre. Ziel ist es, dringend benötigten Wohnraum für unterschiedliche Bevölkerungsgruppen zu schaffen. Die Erschließungsarbeiten sind abgeschlossen. Investoren und Bauherren können mit der Hochbauphase beginnen. 

Die Flächen des neuen Quartiers verteilen sich auf mehrere Eigentümer. Die Stadt Telgte hat jeweils zwei Baufelder an das Grevener Wohnungsbauunternehmen Sahle und den Weseler Bauträger Stockhausen vergeben. Dort entstehen unter anderem Mehrfamilienhäuser mit einem Anteil öffentlich geförderter Wohnungen. Weitere Flächen werden durch die katholische Kirchengemeinde im Erbbaurecht und durch das Bauunternehmen Arning aus Steinfurt vergeben, während zusätzliche Grundstücke von privaten Investoren entwickelt werden. 

Ein besonderes Merkmal von Telgte-Süd ist das innovative Energiekonzept. Das gesamte Quartier wird über ein System der sogenannten „kalten Nahwärme“ versorgt, bei dem im Gegensatz zu klassischen Heizsystemen Wasser mit sehr niedrigen Temperaturen – etwa 5 bis 25 Grad – durch das Rohrsystem geleitet wird. Das wärmt im Winter und kühlt im Sommer. Auf fossile Energieträger wie Erdgas kann im gesamten Baugebiet verzichtet werden. 

„Mit Telgte-Süd schaffen wir nicht nur neuen Wohnraum, sondern setzen gleichzeitig auf moderne und nachhaltige Energietechnik. Das Quartier zeigt, wie Wohnungsbau und Klimaschutz gemeinsam gedacht werden können“, betont Julia Lückfeldt, Leiterin des Fachbereichs Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit.

Neben den großen Bauvorhaben im Wohnungsbau hat die Stadt in den vergangenen Jahren auch wichtige Infrastrukturprojekte umgesetzt. Dazu zählen die neuen Feuerwehrgerätehäuser in Telgte und Westbevern. Die modernen Gebäude ersetzen ältere Standorte, die den heutigen Anforderungen nicht mehr entsprachen. Gleichzeitig stärken sie die Rahmenbedingungen für das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrkräfte und sichern die Leistungsfähigkeit des Brandschutzes langfristig.  

Erstellt von Carsten Schulte 
 

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