Ochtrup

Behutsame Ortsentwicklung in Langenhorst und Welbergen

Ochtrup - Seit 1969 gehören Welbergen und Langenhorst als Stadtteile zu Ochtrup. In Stadtnähe haben sich die beiden Vororte den dörflichen Charakter bis heute bewahrt, doch ein Selbstläufer ist der Erhalt der vorhandenen Strukturen nicht. In beiden Ortsteilen laufen daher verschiedene Projekte zur Aufwertung und Belebung.

Das Areal an der Alten Mühle in Langenhorst soll aufgewertet werden. Foto: Stadt Ochtrup

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Rund 2.500 Menschen leben in den beiden Stadtteilen im Osten Ochtrups, die jeweils ihre eigenen Geschichten erzählen. In Welbergen erhebt sich die Pfarrkirche St. Dionysius, die Wasserburg schaut auf viele Jahrhunderte Geschichte zurück. Und Langenhorst mit seiner zentralen Hauptstraße hat seinen Spieker, ein altes Speicherhaus, und die Stiftskirche.

In Welbergen entschied man sich für einen begleiteten Weg: Um sich einen Überblick über Möglichkeiten zu verschaffen, startete die Initiative „Unser Dorf hat Zukunft“ 2017 ein Dorfinnenentwicklungskonzept, kurz DIEK. Darin wurden gemeinsam mit dem Büro Planinvent aus Münster Stärken und Ziele der Ortslage herausgearbeitet. Jetzt geht es darum, das Konzept in konkrete Maßnahmen zu überführen. Aktuell steht vor allem die Entwicklung der Dorfmitte im Fokus. Für die wurden verschiedene Szenarien für eine Bebauung mit Einfamilienhäusern entwickelt, aber auch ein möglicher Neubau der Grundschule erörtert. Um den Charakter der Dorfmitte nicht zu zerstören, legt das DIEK auch ein großes Augenmerk auf den Erhalt von Grünflächen und Baumbestand. 

Eine Besonderheit bietet Welbergen zudem: Der 150 Quadratmeter große Dorfladen „Unser Laden“ wurde 2010 auf genossenschaftlicher Basis eröffnet und 2020 auf der Messe „Grüne Woche“ als „Dorfladen des Jahres“ ausgezeichnet. Fast 95 Prozent der Haushalte in Welbergen hatten sich damals an der Finanzierung des Gemeinschafts-Ladens beteiligt.  

Im benachbarten Langenhorst gibt es kein definiertes Dorfinnenentwicklungskonzept. Der Prozess dort laufe „ungebundener, aber nicht minder aktiv“, wie die Stadt Ochtrup selbst schreibt. Gemeinsam mit dem Planungsbüro Frauns aus Münster diskutierten Planer und Bürger im Jahr 2022, wie sich öffentliche Plätze und Freiflächen aufwerten lassen könnten. Es geht auch um Kultur- und Freizeitprojekte und die Frage, wie sich „ortsprägende“ Gebäude wie die Stiftskirche aufwerten und beleben lassen könnten. Die Ergebnisse zahlreicher Workshops haben die Planer in einem Bericht zusammengefasst, in dem die zentralen Herausforderungen und Aufgaben benannt werden.

Die eigentliche Umsetzung soll in Langenhorst aus der Bürgerschaft selbst erfolgen, dazu wurde eine Lenkungsgruppe eingerichtet. Die arbeitet jetzt an sechs Projektbereichen – von einer Aufwertung des Bereichs Alte Mühle über die Vitalisierung der Dorfmitte bis zu Perspektiven für den Schulstandort Von-Galen-Schule. Auch die Vechte steht im Fokus. Für eine Umgestaltung von Uferflächen sicherte sich die Stadt Ochtrup im vergangenen Jahr eine Förderung aus dem Struktur- und Dorfentwicklungsprogramm der NRW-Landesregierung. Rund 36.000 Euro gibt es für das Projekt „Erlebbarkeit der Vechte“, bei dem es um eine naturnahe Integration und einen besseren Zugang zum Uferrand geht. 

Viele der Einzelprojekte stehen noch aus und sind eine Aufgabe über mehrere Monate und Jahre, aber darum geht es im Prozess der Dorfentwicklung ja auch: die Zukunft. 

Carsten Schulte

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